Ab an die Ostsee!
Entspannen und lange Spaziergänge sind in Rügen und Usedom
besonders schön.
Wellness auf
der Insel Rügen
Von den
Kohlwochen bis zur Therapie mit Rügener Kreide: Die Insel gehört
den Wellness- und Aktivurlaubern.
Kreidetherapie
und Kohlwochen - Fit auf Rügen
Wenn im Herbst der Wind auffrischt und die Ostseewellen an
die weißen Kreideklippen schlagen, zeigt Rügen sich von einer
ganz anderen Seite. Während sich im Sommer Hotelgäste und
Camping-Fans an den Stränden drängen, ist Deutschlands größte
Insel im Herbst das ideale Ziel für einen entspannenden
Wellness- und Aktivurlaub. Neben ausgedehnten Wander- oder
Fahrradtouren sorgen Veranstaltungen für eine abwechslungsreiche
Zeit im Norden.
Kohlwochen und frischer Fisch
Wer nach einer Wanderung hungrig in eines der typischen kleinen
Lokale einkehrt, sollte sich in diesen Tagen nicht über die
große Zahl der Kohlgerichte wundern. Die Halbinsel Wittow im
Norden ist bekannt für ihre großen Anbaugebiete für Rot- und
Weißkohl. Immer im Herbst feiert die Insel "ihr" Gemüse mit den
"Rügener Kohlwochen". Wer sich dafür nicht erwärmen kann, der
sollte fangfrischen Fisch - eine weitere Rügener Spezialität -
bestellen.
Rügener
Kreidetherapie
Auch für Wellness-Fans ist Rügen im Herbst interessant: Die
Insel beherbergt über 30 Wellness-Hotels sowie zahlreiche
Badelandschaften wie das "Nemo" in Sellin, das "Vitamar" in Binz
oder die "Jasmund-Therme". Das besondere Highlight: Eine echte
Rügener Kreidepackung. Das "weiße Gold" der Insel lindert durch
seine Fähigkeit zur Wärmespeicherung Schmerzen, reinigt die Haut
und entschlackt den Körper. Seit 1995 wird das über 100 Jahre
alte Heilmittel auch verkauft.
Fahrendes
Museum "Rasender Roland"
Neben Wellness und Sport gibt es auf Rügen zahlreiche
Kulturangebote, wie das Bernsteinmuseum in Sellin, das
Puppenmuseum in Putbus und das erste deutsche Fälschermuseum in
Binz mit Kopien von da Vincis "Mona Lisa" oder van Goghs
"Sonnenblumen". Ein fahrendes Museum ist der "Rasende Roland",
die älteste Schmalspurbahn Deutschlands, die von Göhren über
Sellin, Binz und Putbus alle zwei Stunden verkehrt.
Naturschönheiten entdecken
Mit rund 1000 Quadratkilometern ist Rügen etwa zehn Mal so
groß wie Sylt, hat aber nur rund drei Mal so viele Einwohner.
Nach dem Sommeransturm können Herbst-Urlauber in aller Ruhe die
Naturschönheiten wie die Wissower Klippen im Nationalpark
Jasmund, das Mönchgut oder die Feuersteinfelder bei Mukran
besichtigen. Auch die Nachbarinseln lohnen einen Ausflug, wie
das autofreie Hiddensee oder die Insel Ummanz, wo im September
und Oktober hunderttausende Zugvögel einen Zwischenstopp auf dem
Weg nach Süden einlegen. Mit etwas Glück kann sogar der Seeadler
beobachtet werden, von denen es auf Rügen noch rund ein Dutzend
Brutpaare gibt.
Anreise per
Auto, Bahn oder Flugzeug
Die Anreise nach Rügen kann auf vielen Wegen erfolgen. Zum
Beispiel mit dem Auto von Stralsund aus über den Rügendamm. Zur
Entlastung des Damms gibt es die Autofähre von Stahlbrode nach
Glewitz. Neben einer bequemen ICE-Anbindung gibt es auch eine
Luftverbindung von Berlin oder Hamburg aus zum Flugplatz Güttin,
der auch als Landeplatz für Privatflugzeuge dient.
Insel Usedom -
nicht nur für Strandläufer
Gemächlich
schiebt der Kioskbetreiber an der Strandpromenade von Ahlbeck
seine Souvenir- und Postkartenständer ins Freie - nach den
Sommerferien hält sich der Andrang in dem Seebad im äußersten
Osten Usedoms in Grenzen. Winterruhe kehrt aber noch lange nicht
ein. Schließlich ist der Herbst eine tolle Zeit für
Spaziergänge und Mußestunden auf der Insel.
Leben entlang
der Strandpromenade
Während sich das Leben im Sommer um Strandkörbe und
Sandburgen herum konzentriert, ist im Frühjahr und Herbst mehr
Bewegung angesagt. Bevorzugte Strecke der Urlauber, die in den
so genannten Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin
wohnen, ist die Strandpromenade. Der nach der Wende
restaurierte, rund acht Kilometer lange Weg ist mehr als eine
bloße Verbindungsstrecke zwischen den drei Badeorten. Im
Vorbeigehen lassen sich auf der Promenade die verschiedenen
Epochen nachvollziehen, die die Seebäder seit ihrer Gründung im
19. Jahrhundert durchlebt haben.
Glanzbauten
vergangener Epochen säumen den Weg
Auf der Landseite bleibt der Blick hängen an aufwendig sanierten
Villen in historischer Bäderarchitektur, die heute meist als
Hotels oder Pensionen dienen. Zwischen bereits wieder in altem
Glanz erstrahlenden Häusern stechen jedoch noch immer verfallene
Gebäude ins Auge, an denen offenbar seit Jahrzehnten nichts
getan wurde. An anderer Stelle wird dagegen der Boden ausgehoben
für ein neues Luxushotel. Und dazwischen erheben sich nach wie
vor einige Zeugnisse der sozialistischen Baukultur, etwa die
Plattenbau-Hochhäuser am Seebrückenplatz von Heringsdorf. Einst
ein Erholungsheim für verdiente Werktätige, wurde es nach dem
Ende der DDR in ein Kurhotel und eine Reha-Klinik umgewandelt.
Eigenwillige
Architektur in Heringsdorf
Während die Seebrücke im Nachbarort Ahlbeck nach
historischem Vorbild restauriert wurde, setzten die
Heringsdorfer auf einen Neubau. Grau-silbern glitzert jetzt auf
der mehr als 500 Meter in das Meer hinausragenden Seebrücke eine
High-Tech-Pyramide, in deren Windschatten Urlauber die
Frühlingssonne genießen können.
Einkaufen,
aber zollfrei
Von der Heringsdorfer Seebrücke aus legen auch in der
Nebensaison die "Butterschiffe" Richtung Swinemünde (Swinoujscie)
in Polen ab. Mehrmals täglich gehen Ausflugsdampfer auf Fahrt in
das Nachbarland. An Bord werden jedoch statt Butter vor allem
Alkohol und Zigaretten zollfrei verkauft. Als ein Paradies für
Zollfrei-Einkäufer gilt auch Kamminke, das ganz im Osten der
Insel am Stettiner Haff liegt. Im Sommer verstopfen Autos die
schmale Straße in Richtung Hafen, von dem aus die
Einkaufsschiffe nach Ziegenort (Trzebiez) in Polen abfahren.
Die ruhigen
Ecken Usedoms
Noch stiller ist es im Lieper Winkel, der in das so genannte
Achterwasser im Hinterland der Insel hineinragenden Landzunge.
Einst war diese Ecke Usedoms durch dichte Wälder und
Sumpfgebiete von der Außenwelt abgeschnitten und nur per Boot zu
erreichen. Heute führt eine schmale, von alten Bäumen gesäumte
Allee dorthin, auf der nicht nur wegen Ausweichmanövern
angehalten werden sollte. Zu den Sehenswürdigkeiten entlang der
Strecke zählt beispielsweise die "Suckower Sockeleiche", die
mehr als 1000 Jahre alt sein soll. Von Suckow aus führt die
Straße über die Ortschaften Rankwitz und Liepe, wo die älteste
Dorfkirche Usedoms steht, bis nach Warthe, das im äußersten
Zipfel des Lieper Winkels direkt am Achterwasser liegt.
Eingewachsen in Bauerngärten, in denen die ersten
Frühlingsblumen blühen, ducken sich hier romantische kleine
Katen unter ihren Rohrdächern. Vom Dorf aus führt ein Wanderweg
entlang am Ufer, das mit seinem dichten Schilfbewuchs, den alten
Weidenbäumen und durch seine Abgelegenheit wie verwunschen
wirkt.
Wanderrouten
in der Umgebung
Stille Wanderrouten finden sich aber nicht nur in den
entlegenen Gegenden Usedoms, sondern auch in unmittelbarer
Umgebung der Badeorte. Von Bansin aus etwa führt in Richtung
Ückeritz ein Wanderweg direkt an der Steilküste entlang. Mal
höher, mal niedriger über dem Meer geht es durch den zu dieser
Jahreszeit noch lichtgrünen Wald, in dem bis auf das Klopfen
eines Spechts und Blätterrauschen nichts zu hören ist.
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