Ein Entspannungsbad nach der
Arbeit ist ein Genuss und das nicht nur für Wellness-Freaks. Werden ätherische
Öle in das Wasser geträufelt, duften diese angenehm und steigern das
Wohlbefinden.
Die Heilkunst der
Düfte
Die meisten ätherischen Öle enthalten
Monoterpene, die leicht durch
Zellmembranen dringen und bereits nach wenigen Minuten im Blut nachgewiesen
werden können. Im Vollbad werden die Terpene sowohl durch die Haut aufgenommen
als auch über die Atemwege inhaliert. Sie können jedoch auch zur Haarpflege, als
Kompresse, für Massagen, als Sauna-Aufguss oder in Duftlampen verwendet werden. Der Wellness-Boom hat auch auf dem Gebiet der
Körperpflege eine gewaltige Welle ausgelöst. Hautpflegeöle - vom duftenden
Aromaöl bis zum raffinierten High-Tech-Öl - sind der große Renner.
Die Weisheit unserer Nase
Geruchserinnerungen bleiben uns
erstaunlicherweise am längsten und intensivsten im Gedächtnis. Wir wissen noch
ganz genau, wie unsere Kinderbücher rochen oder die Äpfel in Nachbars Garten.
Wir werden nie vergessen, wie besonders die Luft nach Regenschauern riecht, wie
frisch geschnittenes Gras oder frisch gebackenes Brot duften. Gerüche erzeugen
Stimmungen und beeinflussen durch Gefühle wie Zuneigung oder Ablehnung unser
Befinden. Die Entfernung zwischen den Riechzellen der Nase und dem Gehirn ist
nicht nur kurz, sondern die Verknüpfung ist auch so brisant gesteuert, dass an
der Saga vom zwischenmenschlichen "Nicht-riechen-können" schon allerhand Wahres
sein kann. Von der Ernährung geprägt, hat jeder Mensch sein typisches
Geruchsmuster, das nur vorübergehend überdeckt werden kann. So soll in Japan
exzessiver Körpergeruch Grund genug gewesen sein, vom Militärdienst befreit zu
werden. Besonders Empfindsame können bis zu 10.000 unterschiedliche Düfte
unterscheiden, wobei die Sensibilität geübter Nasen am Abend höher ist als am
Morgen.
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Bereits im Altertum umgab man sich mit angenehmen Düften, die das Wohlfühlen
unterstützten. Gerade bei Gerüchen kommt es durch komplizierte Vernetzungen von
Nervenbahnen zu cross-over-Situationen, bei denen sich Geräusche, Empfindungen
oder Gefühle in Musik, Farben oder Bewegungen umsetzen lassen. Auch heutzutage
ist man sich der Wirkung von Düften, Aromen und Essenzen bewusst. Aus der
Aromachologie ist eine Wissenschaft geworden, die nicht nur kosmetische
Unternehmen für sich zu nutzen wissen. Eine immense Rolle spielen im
Wellness-Bereich Duftkompositionen, die eine anregende oder entspannende Wirkung
entfalten. Dabei ist es für diese Kreationen nicht entscheidend, ob als Basis
Naturprodukte oder synthetische Substanzen eingesetzt werden.
Aromatherapie
Welch ein Geschenk der Natur ist der Duft von Blüten, Blättern, Früchten,
Wurzeln und Gewürzen. Viel älter als die Menschheit, spielen in allen Kulturen
der Welt Aromen und Düfte eine immense Rolle. Ätherische Öle waren teilweise
kostbarer als Gold und speziell für die Körperpflege hoch begehrt. Schon in der
Antike waren die Frauen des mittleren Ostens für ihre makellos samtweiche Haut
berühmt. Ägypter der Oberschicht benutzten gar verschiedene Parfümierungen für
unterschiedliche Körperzonen. Tempel, öffentliche Plätze und Häuser wurden
ebenso beduftet wie Speisen, Gebrauchsgegenstände und Kleidung. In den Straßen
brannten wohlriechende Fackeln, die böse Geister fernhalten und die Gläubigen in
ihren Gebeten begleiten sollten. In Griechenland wurden unterschiedliche Aromen
nicht nur für festliche Anlässe, sondern auch erstmals zu Heilzwecken benutzt.
Im 1. Jh. war Rom mit mehr als 1000 Badehäusern die Metropole der Körperpflege
schlechthin.
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In späteren Jahrhunderten wurden Duft- und Räucherfackeln auch aus hygienischen
Gründen verwendet. So wurden bestimmte Räuchermischungen verbrannt, um Epidemien
und Seuchen einzudämmen. Mitte des 19. Jh. begann die synthetische Herstellung
von ätherischen Ölen. Sie können selten die Harmonie der natürlichen
Duftmischungen nachahmen und sind meist Derivate aus der Steinkohlen- und
Erdöl-Produktion. Jedoch wurden ätherische Öle durch diese Herstellung
preiswerter. Oft unbewusst, hat jeder von uns täglich Kontakt mit Aromastoffen
als Zusätze in Zahnpasta, Reinigungsmitteln, Bonbons, Getränken usw.
Weil ätherische Öle hochkonzentriert sind, müssen sie in Trägersubstanzen gelöst
werden. Dann kann man sie zerstäuben oder inhalieren, in Duftlampen,
Badezusätzen und in der Körperpflege verwenden. Träger- oder Basisöle sind
hochgereinigte natürliche Öle aus Früchten, Nüssen oder Kernen. Sie sind frei
von Konservierungs- oder Zusatzstoffen, was jedoch ihre Haltbarkeit begrenzt.
Ausnahme ist Jojoba (öl), das zu den Wachsen gehört, die lange aufbewahrt werden
können. Am häufigsten werden Öle aus süßen Mandeln und Nüssen, Avocado,
Weizenkeimen, Oliven, Aprikosen- und Traubenkernen verwendet. Diesen Basisölen
werden ätherische Öle zugesetzt, die aktivierende oder beruhigende Wirkungen
haben.
Aromaöle werden meist aus Blüten, Kräutern, Gewürzen und besonderen
Pflanzenteilen gewonnen. Der Einfluss von Düften auf das physische und
psychische Befinden ist unumstritten. Diese Auswirkungen macht man sich in der
Kombination bestimmter Aromen zunutze. So haben beispielsweise zitronige Düfte,
Minze, Rosmarin und Geranien eine erfrischende und anregende Wirkung, während
Lavendel und Bergamotte beruhigend und entspannend sind. Puren Genuss
versprechen Mischungen aus Rosen, Jasmin, Sandelholz. Neben den therapeutischen
Effekten spielen natürlich persönliche Vorlieben eine besondere Rolle.
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Wellness-Öle - eine kurze Zusammenfassung
Öle für das
allgemeine Wohlbefinden
Paraffinöle, aus Erdöl hergestellt, sind sehr rein,
stabil und absolut verträglich. Deshalb findet man sie in medizinischen Salben,
aber auch in Tagescremes oder wasserfesten Sonnenlotionen. Pur werden sie selten
eingesetzt, weil sie die Haut mit einem dichten Film, vergleichbar einer dünnen
Plastikplane, überziehen. Damit die Haut atmen kann, mischt man sie mit
natürlichen Pflanzenölen. Die ähneln den Hautfetten
und können sich - je nach Öl - sogar mit ihnen verbinden. Das heißt, sie stärken
die schützende Barriere nach außen und damit die körpereigene Abwehr. Wie
schnell sie das tun, ist sehr unterschiedlich. Olivenöl
beispielsweise ist ein schweres Öl und muss richtig einmassiert werden. Das
dauert zwar, tut aber der Haut gut, da die Durchblutung für mehr Sauerstoff
sorgt. Es können sich sogar wieder neue Gefäße bilden. Ideal also für reife
Haut. Leichte Öle wie zum Beispiel Soja- oder
Sesamöl ziehen dagegen schnell ein und sind damit
absolut morgentauglich: am besten nach dem Duschen in die noch leicht feuchte
Haut reiben, dann bildet sich aus Wasser und Öl eine natürliche Emulsion. Den
Frischekick gibt's, wenn zusätzlich noch ätherische Öle ins Spiel kommen, zum
Beispiel Zitrone oder Mandarine.
Öle zur
Erfrischung oder Entspannung
Ätherische Öle verdunsten sehr schnell, besonders
bei Wärme, ohne einen Fettfleck zu hinterlassen. Gewonnen werden sie aus Blüten,
Samen, Blättern oder Wurzeln. Da sie schon in geringer Konzentration sehr
wirksam sind, sollten sie nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Denn
Duftstoffe, egal ob natürlich oder synthetisch, haben ein hohes Reizpotential
für die Haut. Am besten die Essenzen mit Pflanzenöl mixen. Oder für ein Bad mit
Sahne vermengen und ganz zum Schluss ins Wasser geben. Etwa zehn Tropfen reichen
für ein Vollbad. Dabei unbedingt auf die Qualität achten: Kommt es zu Reizungen
oder sogar Allergien, liegt es oft nicht an den Ölen selbst, sondern an
Verunreinigungen. Oder am abgelaufenen Haltbarkeitsdatum.
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Öle für die
Schönheitspflege
Um Kosmetikprodukte schön geschmeidig zu machen, werden ihnen immer häufiger
Silikonöle untergemischt. Die geben ein seidiges
Hautgefühl, verteilen sich optimal und verlängern die Dufthaftung - ideal für
Körperöle mit Parfüm. Pflegen können sie die Haut allerdings nicht, da sie zwar
Öle genannt werden, aber rein chemisch gesehen gar keine sind. Wasser weisen sie
schroff zurück, so dass Handschutzcremes kaum ohne auskommen - ideal um sich vor
Haus- oder Gartenarbeit einzucremen. In Haarpflege-Produkten sorgen sie für
schönen Glanz: Das einzelne Haar wird mit einem leichten Film überzogen, der
auch brüchige Spitzen umhüllt. Und keine Angst, ein so genannter Zwiebel-Effekt
(eine Anreicherung auf dem Haar) entsteht nicht. Die Silikonöle lassen sich mit
Shampoo einfach wieder rauswaschen, sind also keine Schlappmacher für feines
Haar. Für misslungene Dauerwellen oder Färbeversuche können sie deshalb auch
nicht - wie lange vermutet - verantwortlich sein, es sei denn, man hat
unmittelbar vorm Friseurbesuch eine Riesenportion auf dem Haar verteilt.
Belastender für feine Haare sind zu viele Pflegestoffe (Polymere) oder Haarkuren
mit Oliven- oder Jojobaöl.
Öle für die
Gesundung der Haut
Holunderbeersamenöl wird schnell aufgenommen und
ist ein toller Radikalfänger. Wie auch Sanddornöl,
das reichlich Vitamin E und Beta-Karotin enthält.
Rosa-Mosqueta-Öl aus Chile (auch Wildrosen-, Hagenbuttenkern- oder
Moschusrosenöl genannt) glättet wunderbar und wird sogar bei der Nachbehandlung
von Narben eingesetzt. Nachtkerzen- und
Borretschsamenöle mit einem hohen Gehalt an so genannten
Gamma-Linolesäuren wirken entzündungshemmend - gut für raue, empfindliche Haut.
Kukuinussöl aus Hawaii hilft auch bei
sonnengereizter Haut. Im Sesamöl findet sich reichlich Linolsäure, die dafür
sorgt, dass die Hautzellen schneller und besser verhornen: Die Haut fühlt sich
schön samtig an. Mandelöl
ist den Hautfetten sehr
ähnlich, ziemlich schwer und deshalb bestens zur Massage geeignet.
Weizenkeimöl enthält jede Menge Vitamin E - ideal,
um die Haut während der Schwanger elastisch zu halten. Das bekannte
Jojobaöl ist eigentlich ein Wachs und jahrelang
haltbar.
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Öle als Kälteschutz
Öle, die gut spreiten, sind für den Körper ideal, im Gesicht könnten sie aber
von allein in die Augen kriechen. Deshalb nie Körperöl ins
Gesicht massieren. Besser sind spezielle Öle wie zum Beispiel
Kameliensamenöl (auch
Teesamenöl) mit seinem extrem hohen Anteil an Ölsäuren - eine Fettsäure,
die besonders schnell in die Haut zieht und sie von innen reparieren kann. Ob
Traubenkern- oder
Teesamenöl,
beide bieten trockener Haut im Winter besten Schutz. Da natürliche Öle weder
einen Emulgator noch Konservierungsstoffe brauchen, kommen Frauen mit sensibler
Haut mit ihnen bestens zurecht. Sie enthalten lediglich Antioxydantien, zum
Beispiel Vitamin E, damit sie nicht ranzig werden. Wenn sie doch verderben,
riecht das Öl muffig und taugt nichts mehr - gleich weg damit. Praktisch: Manche
Hersteller verpacken Öle als Einmal-Portion in Gelatine-Kapseln.
Öle zum Entfernen von Make-Up
Reinigungsöle lösen Make-up oder Lippenstift ganz sanft und schonend. So
genanntes hydrophiles (= wasserliebendes) Öl
wird
auf die angefeuchtete Haut gegeben. Es ist nicht ganz so mild, da es einen
Emulgator enthält, reinigt dafür aber intensiver. Für empfindliche Augen sind
Reinigungsöle natürlich nichts. Und auch wer eine fette, zu Unreinheiten
neigende Haut hat, sollte mit Ölen vorsichtig sein: Sie könnten eine neue
Pickelplage auslösen.
Öle zum Baden
Wenn es draußen kalt ist, macht das Baden erst so richtig Spaß. Da kommen die
neuen Ölbäder gerade recht. Für Problemhaut ohne Duftstoffe, für alle anderen
mit den schönsten Aromen. Zum Entspannen zum Beispiel mit Zimt, Orange oder
Vanille, zum Fit werden Citrus, Eukalyptus oder Rosmarin. Wer's mag, kann auch
in Öl-Schaumbädern den grauen Himmel vergessen. Die schäumen zwar nicht so stark
wie andere, trocknen die Haut aber auch nicht so aus. Für Duschfans gibt es
Spezial-Öle, die bei normaler Haut sogar das Cremen ersparen (trockene Haut
braucht Zusatzpflege). Und speziell verhornte, spröde Füße gibt es ein Ölbad mit
Lavendel.
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Ätherische Öle sind
konzentrierte Wirkstoffgemische, die normalerweise nur verdünnt eingesetzt
werden sollten. Der Glaube „viel hilft viel“ ist in der Aromatherapie fehl am
Platz.
Die beste Wirkung entfalten ätherische Öle, wenn die Konzentration so gewählt
wird, dass man die Öle bei der Inhalation gerade noch riecht. Eine maximale
Wirkung wird mit einer sehr geringen Konzentration von ätherischem Öl erreicht.
Alles, was darüber hinausgeht, bringt keinen zusätzlichen positiven Effekt,
sondern bewirkt eher das Gegenteil. Kopfschmerzen sind eine mögliche Folge.
Die Öle sollten zur Massage nicht pur auf die Haut aufgetragen werden, sondern
nur gemischt mit einem Basisöl wie Jojoba- oder Mandelöl. Um Duftessenzen im
Wasser zu lösen, müssen sie ebenfalls mit einem anderen Öl gelöst werden.
Hier einige Dosierungsbeispiele:
Bäder: Vollbad 5 bis10 Tropfen,
Sitzbäder 4 bis 5 Tropfen

Duftschalen: 1 bis 6 Tropfen, zwei-
bis dreimal am Tag

Duftlampen: ca. 5 Tropfen, mehrmals
am Tag

Feuchte Anwendungen: 3 bis 4 Tropfen

Kalte und heiße Kompressen: 1 bis 3
Tropfen
Wenn Aromaöle für eine Massage
eingesetzt werden, sollte der Anteil der Aromaöle in der Mischung mit dem
jeweiligen Basisöl zwischen einem und drei Prozent ausmachen. Ob eher ein oder
eher drei Prozent hängt davon ab, wie stark das Aromaöl duftet. Mehr als drei
Prozent Aromaöl sollte man aber nicht verwenden, da die Gefahr der Hautreizung
besteht.
Wichtig beim Kauf: Achten Sie darauf, dass
die Öle rein sind, das heißt, wirklich aus der gewünschten Pflanze stammen und
kein Verschnitt sind. Naturidentische oder gar synthetische Stoffe haben in
einem guten Öl nichts zu suchen!
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