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WELLNESS ABC


    Wellness ist mehr als sich nur Wohlfühlen“

 

Wellness hat hierzulande Tradition....und boomt. Nur hieß es im 18. und 19. Jahrhundert anders, war nur in Heilbädern und glanzvollen Kurorten den Adeligen und Oberen Zehntausend vorbehalten und bei weitem nicht so facettenreich wie heute. Allerdings ist es viel schwieriger geworden, für sich das Richtige zu finden - angesichts der Vielfalt und all den modischen, oft fernöstlichen Strömungen.

Die Redaktion hat für Sie ein kleines Wellness ABC zusammengetragen, damit Sie trotz Begriffe Wirr-Warr den Durchblick bewahren.

 
Akupunktur
Bei der Akupunktur wird, ähnlich wie bei der Akupressur, der Energiefluss aktiviert. Anstelle von Fingern kommen aber Metallnadeln zum Einsatz, mit denen bestimmte Punkte der Haut punktiert werden. Akupunktur wird etwa zur Linderung von Schmerzen und zur Rauchentwöhnung eingesetzt - und immer häufiger auch von der deutschen Schulmedizin eingesetzt.
 
Aquagymnastik
Unter Aquagymnastik versteht man gymnastische Übungen zum Verbessern und Erhalten von Gesundheit, Fitness und Wohlgefühl im flachen oder tiefen Wasser. Das ist ein optimales Muskel- und Ausdauertraining. Große Muskelketten wie Beinbeuger und -strecker werden aktiviert, ohne die Gelenke zu belasten. Darüber hinaus dient die Aquagymnastik dem Muskeltraining und der Verbesserung des Balancevermögens, sie ist ein effektives Koordinationstraining, Venentraining, Herz-Kreislauf-Training und Ausdauertraining. Umfassender kann man seinen Körper eigentlich nicht trainieren, ohne die Gelenke übermäßig zu belasten.
 
Ayurveda
Die traditionelle Ayurveda-Lehre ist sehr vielseitig und kompliziert, bei uns wird meistens nur eine sehr "abgespeckte" Version praktiziert, die vor allem aus Massagen, Ölgüssen, Schwitzbädern, Meditation und einer speziellen Diät besteht. Dadurch sollen unsere Energien wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Ayurveda hilft u.a. gegen Verspannungen, Schlafprobleme, chronische Schmerzen, Kreislaufstörungen und Migräne. Für viele durch Beruf oder Familie gestresste Menschen geht's vor allem um eins: Sie wollen sich verwöhnen lassen und sich Wohlfühlen! Aber Vorsicht: Wer eine akute Krankheit hat oder an Herzproblemen leidet, sollte auf Ayurveda verzichten bzw. vorher auf jeden Fall mit einem Arzt sprechen.
 
Balneotherapie
Die Balneologie oder auch Bäderkunde befasst sich mit der therapeutischen Wirkung und Anwendung des Wassers besonders der Heilquellen und des Heilschlamms in Form von Bädern. Die praktische Anwendung (Balneotherapie) kennzeichnet eine Behandlung mit Heilwässern (Trinkkuren), Heilpeloiden (Moor und Schlamm), Wasser (Hydrotherapie, Medizinische Bäder), Kälte und Wärme (Kneipp- Kur), Inhalationen und einer speziellen Ernährungsplanung. Auch physikalische und bewegungstherapeutische Maßnahmen gehören in das Programm einer solchen balneologischen Therapie. Weiterhin spielt das Klima des gewählten Kurortes eine gewichtige Rolle. Eine so stationär durchgeführte balneologische Kur dauert 3-4 Wochen kann allerdings auch ambulant durchgeführt werden. Nicht zu unterschätzen sind jedoch die begünstigenden Auswirkungen eines Milieuwechsels, der veränderte Tagesrhythmus sowie die veränderten klimatischen Faktoren im Falle eines Kurbezogenen Ortswechsels. Alle diese Aspekte haben bei richtiger Auswahl nicht nur heilenden Effekt sondern tragen auch bei zu Regeneration von Körper und Seele.
 
   
 
Bewegung
Durch umfassende Veränderungen im Berufsalltag haben Professionen, die durch sehr viel Bewegungsarmut gekennzeichnet sind sehr stark zugenommen. Bewegungsarmut beherrscht unseren Alltag und bedingt die aufgrund dieses Mangels bestehenden heutigen Zivilisationskrankheiten. Deshalb empfiehlt sich ein regelmäßiges bewegungsintensives Training. Die so geförderte körperliche Fitness wirkt schon präventiv im Hinblick auf Infektionserkrankungen. Spotarten, die viele Muskelgruppen beanspruche sind prädestiniert für das Ausdauertraining. So haben Schwimmen, Aquarobic, Rudern, Skilanglauf, Radfahren, Joggen, Walken oder Wandern nachweislich positive gesundheitliche Wirkung. Um Haltungsschäden vorzubeugen ist neben dem Training der Ausdauer auch ein Training der Bauch -und Rückenmuskulatur zu empfehlen. Das Training von Beweglichkeit und Koordination vermindert das Sturzrisiko, Gymnastik und Ballspiele sind hinsichtlich des Bewegungsablaufes eine sinnvolle Ergänzung. Doch auch in das alltägliche Leben lassen sich bewegungsintensivere Maßnahmen integrieren. So ist das Treppensteigen gesünder als den Aufzug zu nutzen, Fahrradfahren kann oftmals das zudem stressige Autofahren ersetzen. Jedem Training sollte jedoch eine umfassende Aufwärm -und Dehnungsphase vorausgehen. Ein langsamer Beginn empfiehlt sich, trainiert werden sollte nicht bis zur totalen Erschöpfung. Der ständige Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen ist unbedingt durch den Einsatz isotonischer Getränke auszugleichen. Eine geeignete Obergrenze der Pulsfrequenz für das Ausdauertraining lässt sich für den gesunden Menschen einfach errechnen - 180 minus Lebensalter. Das Training sollte mit einer lockeren Abwärmphase beendet werden da sich anderenfalls die Regenerationszeit verlängert.
 
Cleopatrabad
Die ägyptische Königin Cleopatra badete angeblich in Eselsmilch und Honig und bewahrte sich dadurch eine außergewöhnlich schöne Haut... Beauty-Hotels und Farmen bieten heute das sog. "Cleopatrabad" an; dabei werden im Rahmen des Wellnessprogramms Bäder unter Zugabe von Honig, Stutenmilch, ätherischen Ölen etc. angeboten.
 
Craniosacraltherapie
In unserem Schädel (Cranium) und der Wirbelsäule (Sacrium) pulsiert wellenförmig eine Flüssigkeit, die Gehirn und Rücken ernährt und belebt: Die Cerebrospinalflüssigkeit (CFS). Durch sanfte manuelle Techniken übt der Behandler Druck oder Zug auf die Schädelknochen aus. Behandlungsziel ist, die Balance und Ordnung der CSF und damit die Selbstregulationskräfte des Körpers wieder herzustellen.
 
Dampfbad
Ein Dampfbad gehört auch heute noch zu vielen orientalischen oder römischen Entspannungs- und Badezeremonien dazu. Heißer Wasserdampf strömt aus speziellen Düsen in einen wasserdichten Raum, in dem man auf Sitzen oder Liegen relaxen kann. Die Temperatur ist mit rund 50 Grad nicht so heiß wie in einer klassischen Sauna, dafür ist die Luftfeuchtigkeit extrem hoch. Der Dampf reinigt die Haut, wirkt angenehm entspannend und befreit die Atemwege - diesen Effekt kann man mit ätherischen Ölen noch steigern. Außerdem wirkt ein Dampfbad entschlackend, mobilisiert die eigenen Abwehrkräfte und macht Muskeln und Gelenke locker. Und so erzielen Sie die optimale Wirkung: 10 - 20 Minuten richtig schwitzen, dann ab ins kalte Tauchbad oder die kalte Dusche!
 
Fango
Fango, das ist ein geruchloser Mineralschlamm aus Vulkanerde. Er muss erst in einem speziellen Becken zum Arzneimittel reifen. Wichtig bei diesem Prozess: frische Luft, viel Sonne und fließendes Thermalwasser. Fango-Anwendungen gibt es als Bad oder Packung - diese werden dann direkt auf die schmerzenden Körperstellen gelegt. Fango kann Wärme extrem lange speichern und kühlt nur sehr langsam ab. Am Anfang hat der Schlamm eine Temperatur von mehr als 40 Grad - die intensive Hitze entspannt, fördert die Durchblutung und lindert Schmerzen. Medizinisch notwendige Anwendungen werden vom Arzt verschrieben und auch von den Kassen bezahlt. Fango hilft gegen Verspannungen, Arthrose, Osteoporose, bei Rücken-, Gelenkschmerzen und Rheuma - also überall da, wo Wärme gut tut! Fango wirkt aber intensiver als reine Wärmekissen, da die Mineralien den Körper zusätzlich anregen, selbst schmerzstillende Substanzen zu bilden. Sogar bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte ist Fango hilfreich.
 

 
 
Feldenkrais
Der Kernphysiker Dr. M. Feldenkrais (1904-1984) war Begründer der gleichnamigen Methode eines körpertherapeutischen Verfahrens, welches sich durch die schonungsvolle und bewusste Anwendung auszeichnet. Fußend auf Feldenkrais These, dass das Erlernen neuer körperlicher Bewegungsmuster mit neuen psychischen Reaktionsmustern verbunden ist, werden fehlkonditionierte Haltungs- und Bewegungsmuster bewusst gemacht und durch schonende Bewegungsmuster behoben. Die Feldenkrais-Methode zählt heute zu den üblicherweise angewendeten Körpertherapien unter deren qualifizierter Anwendung Haltungs- und Bewegungsmuster mit Sicherheit umkonditioniert werden können. Die Methode kommt, obwohl anfänglich nicht als Therapieform entwickelt, in der Schmerz -und Psychotherapie und auch in Kliniken zur Rehabilitation nach Schlaganfällen und Unfällen zum Einsatz.
 
Hamam
Das Hamam, das traditionelle türkische oder orientalische Bad, findet seinen Ursprung im 8. Jh. am Jordan und verbreitete sich dann über Syrien und Jordanien vor allen Dingen in der Türkei. Das Hamam besteht aus mehreren, insgesamt vier, Einrichtungen: dem Göbbek, dem Maslakh, dem Sogukluk und dem Dampfbad Halvet. Basiselement des Hamam ist der Göbbek, ein beheiztes Podest, auf dem der Badegast liegend Wärme tankt. Von hier aus geht es in den Ruheraum, den Maslakh. Beim nachfolgenden Besuch des auf 30-40°C aufgeheizten Sogukluk kann man sich mit der Bürste massieren lassen. Von hier aus führt der Weg ins Dampfbad Halvet dessen Temperatur bei ca. 45°C liegt. Diese bestimmte Abfolge der verschiedenen Räume hat den Effekt, dass die Erwärmung stetig erfolgt und der Kreislauf nicht so massiv belastet wird. Dampf und Wärme lösen alte Hautschüppchen die durch eine anschließende Seifenmassage durch den Tellak, den Hamam-Meister, abgewaschen werden können. Der Tellak führt auf einer Massagebank durch ein Reinigungsritual, welches eine Massage mittels eines Ziegenhaarhandschuhs beinhaltet. Wechselwarme Wassergüsse wirken anregend und steigern Durchblutung und Stoffwechsel.
 
Kneippkur
Der Name kommt von seinem Erfinder Pfarrer Sebastian Kneipp.  Viele denken dabei nur an Wassertreten oder kalte Güsse, aber dahinter steckt ein umfangreiches, ganzheitliches Naturheilverfahren, das aus fünf Komponenten besteht: Am bekanntesten ist die Wassertherapie - dazu gehört das Gehen im kalten Wasser, genau so wie warme Bäder, Güsse, Dämpfe und Wickel. Außerdem Kräuteranwendungen - z.B. auch Heubäder - eine Bewegungstherapie, vollwertige, gesunde Ernährung und die Ordnungstherapie für die Seele. Das klingt ein bisschen abgehoben, heißt aber einfach nur: Bring dein Leben in Ordnung und mach' dich frei von allem, was Krankheiten verursachen könnte. Die Kneipp-Kur wird heute noch nahezu unverändert praktiziert - und das mit Erfolg. Sie wirkt gegen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck, lindert Schmerzen, hilft bei Herz- und Gefäßerkrankungen und regt den Kreislauf an. "Kneippen" ist aber auch ideal als Vorsorge oder zur Abhärtung - außerdem macht es einfach Spaß und hält fit!
 
 
 
Massage
Die klassische Massage hilft vor allem bei verspannten und verhärteten Muskeln, Durchblutungsstörungen, aber auch bei Kopfschmerzen. Eine Massage kann sowohl entspannend als auch belebend wirken - außerdem setzen die Berührungen auf der Haut Glückshormone frei. Wirklich sinnvoll ist eine Behandlung aber nur, wenn Sie sich zwei- bis drei mal pro Woche massieren lassen, insgesamt am besten zehn mal. Medizinisch notwendige Massagen werden - genau wie Lymphdrainagen - vom Arzt verschrieben, von den Kassen bezahlt und dürfen nur von ausgebildeten Masseuren und Masseurinnen durchgeführt werden.  
Neben der klassischen Massage gibt's vor allem im Wellness-Bereich noch viele andere wohltuende Massage-Formen: Die Fußreflexzonen-Massage geht davon aus, dass unsere Organe und unser Nervensystem durch bestimmte Reflexzonen stimuliert werden können. Werden diese Punkte massiert, wirkt sich das positiv auf unseren ganzen Körper aus. Die Bindegewebsmassage soll die Abwehrkräfte steigern, die Akupunktmassage das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wieder herstellen und das Immunsystem stärken. Dann gibt's da noch die Mandara-Massage, bei der Sie von zwei Therapeuten gleichzeitig und synchron behandelt werden, die Unterwassermassage - manuell oder mit Düsen, die Aroma-, Öl-, Thai- und Tuina-Massage - finden Sie einfach selbst heraus, welche Ihnen persönlich am besten gefällt.
 
Moorbad
Aufgrund der hohen der Wämebindung des Moores und der nur zögerlichen Abgabe der Wärme an den Körper birgt das Moorbad eine fortdauernde, lang anhaltende Wärmewirkung mit großer Tiefenwirkung. Die tief in den Körper eingedrungene Hitze verflüchtigt sich in einem statuarischen Prozess, oftmals ist ein so genanntes Nachschwitzen zu beobachten. Der fehlende Wasserdruck eines Moorbades begünstigt, im Gegensatz zum Wasserbad, den regen Stoff –und Wärmeaustausch. Moorbäder und Moorpackungen wirken sich überall da sinnvoll aus, wo Wärmezufuhr als lindernd und heilend empfunden wird.
 
Qi Gong
Das Qi Gong (gesprochen: Tschi gung) ist eine chinesische Methode, mit der wir die Lebensenergie in uns durch bestimmte Bewegungsübungen anregen und zum Fließen bringen. Nur wenn die Lebensenergie - das so genannte Chi - frei in Ihrem Körper fließt, bleiben Sie gesund. Qi Gong kann auch von Bewegungsmuffeln ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden. An vielen Volkshochschulen oder Sportzentren wird es angeboten, es gibt aber auch zahlreiche Bücher dazu. Vielleicht sollten Sie aber für den Einstieg einen Kurs besuchen, um die Grundlagen richtig zu erlernen. 
 
Reiki
Wie fast alle fernöstlichen und orientalischen Heilmethoden ist auch Reiki schon sehr alt, ca. 2.500 Jahre. Die Methoden sind sehr kompliziert - vereinfacht ausgedrückt wird beim Reiki Lebensenergie weitergegeben, verstärkt und aktiviert. Der Reiki-Meister legt seine Hand mehrere Minuten lang auf zwölf bis zwanzig verschiedene Körperstellen und überträgt so seine Energie. Dabei soll nicht nur der Körper gestärkt, sondern auch das Denken positiv beeinflusst werden. Reiki soll also das Wohlbefinden stärken, Schmerzen lindern, die Selbstheilungskräfte aktivieren und dadurch Krankheiten verhindern und heilen.  
Die Lehre besagt, dass jeder zum Reiki-Meister werden kann; in Deutschland gibt es mehrere Reiki-Schulen, die Seminare und Workshops anbieten. Zu saftigen Preisen allerdings. Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung von Reiki gibt es bislang nicht - dass schwerwiegende oder chronische Erkrankungen allein durch Handauflegen geheilt werden können, ist aber eher zweifelhaft. Ansonsten ist es beim Reiki wie bei vielen alternativen Methoden: Wer daran glaubt und dafür offen ist, dem kann es durchaus helfen! Für alle anderen gilt: Wer sich einfach nur entspannen und Wohlfühlen will, der macht damit bestimmt nichts verkehrt.
 
Sanarium
Der klassischen finnischen Sauna entlehnt ist das Sanarium eine sehr sanfte und schonende Variante. Es unterscheidet sich im Wesentlichen hinsichtlich der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit von der herkömmlichen Sauna. Im Sanarium herrschen gemäßigte Temperaturen von ca. 60°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 50% vor. So schließt diese Variante die Lücke zwischen heißer finnischer Sauna und sehr feuchtem Dampfbad. Aufgrund der gemäßigten Konditionen kann der Aufenthalt im Sanarium schon mal 30 Minuten andauern. Aufgüsse und Lichttherapie ergänzen das Regenerationsprogramm. Herz und Kreislauf werden durch die verminderten Temperaturen entlastet.
 

 
 
Shiatsu
Das japanische Shiatsu bedeutet wörtlich "Fingerdruck" und bezeichnet eine japanische Massagetechnik, deren Ursprung allerdings in der chinesischen Heilkunde zu finden ist. Der japanische Therapeut T. Tempacku kombinierte Anfang des 20 Jh. traditionelle Erfahrungen mit den physiologischen und anatomischen Erkenntnissen der westlichen Welt. 1964 wurde Shiatsu, zumindest in Japan, offiziell als Therapie anerkannt. Die Lehren der Akupunktur und Akupressur liegen diesem Verfahren zugrunde. So fließt die Lebensenergie Ki in geordneten Bahnen, den Meridianen. Ist dieser Fluss gestört oder blockiert führt das zu Symptomen und Krankheiten. Im Gegensatz zur klassischen Formen der Massage wird beim Shiatsu nicht mit Muskelkraft sondern mit dem ganzen Körpergewicht gearbeitet. Hände, Daumen, Ellbogen und Knie kommen unter Einsatz des ganzen Körpers zum Einsatz. Der Therapeut, der zuvor die unterschiedlichen Spannungszustände lokalisiert hat, behandelt anschließend zum Ausgleich des Ki die Meridiandruckpunkte mit seinem Körpergewicht. Jeder der speziellen Druckpunkte wird dabei bis zu 2 Minuten lang belastet. Durch die Stimulierung soll es zu einer erhöhten Ausschüttung von Serotoninen und Neurotransmittern kommen, was eine erspannungslösende Wirkung haben kann. In der Zielsetzung behandelt Shiatsu erste Symptome um einen vollständigen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Anspannung, Nervosität und chronische Müdigkeit, aber auch die Schmerztherapie bei Rücken- und Kopfschmerzen, Prämenstruellem Syndrom, Verdauungsproblemen, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen sind Einsatzgebiete des Shiatsu. Die Methode ist und bleibt sehr umstritten, Verfechter konventionell- wissenschaftlicher Methoden billigen Shiatsu nur eine sog. Placebowirkung zu und rügen einzelne, gefährlich anmutende Techniken, wie das Drücken der Schilddrüse.
 
Spa
Spa steht für "sanus per aquam", Latein für Gesundheit durch Wasser und kommt aus den USA. Dort versteht man darunter Hotels, die Heilbäder-Anwendungen aus good old Europe anbieten. Wellness-Element Wasser steht in Spas immer im Vordergrund. Das können Dampfbäder, Kneipp-Kuren, Thalasso-Behandlungen oder sogar Körpertherapien im Wasser (z.B. Wasser Balancing) sein. In letzter Zeit sind in Großstädten auch "Day-Spas" in Mode gekommen: Frau nimmt sich einen Tag - oder sogar nur ein paar Stunden - (Aus) Zeit, um sich dort verwöhnen und schönmachen zu lassen.
 
Stangerbad
Johann Jakob Stanger, ein Gerbermeister aus Ulm, entwickelte zu Beginn des 20. Jh. dieses nach ihm benannte Bad. Es bezeichnet ein hydroelektrisches Bad und ist dem Bereich der Physiotherapie zuzuordnen. In die hierbei verwendeten Wannen sind in die Wände große, plattenförmige Elektroden eingelassen. Zwei links, Zwei auf der rechten Seite und jeweils eine Kopf -und eine Fußelektrode. Diese Anordnung ermöglicht, dass der im Bad liegende Körper wahlweise in verschiedene Richtungen von elektrischem Strom durchflossen werden kann. Die Schaltung richtet sich nach den Indikationen. So wird bei rheumatischen Erkrankungen eine absteigende, also eine im Körper von oben nach unten verlaufende, Stromrichtung gewählt. Diese soll die nervale Erregbarkeit sowie die Muskelspannung herabsetzen. Bei Lähmungen hingegen versucht man durch aufsteigende Ströme die Muskel -und Nerventätigkeit zu stimulieren. Durch die Verwendung von Gleichstrom und die sehr hohen Sicherheitsstandards birgt ein solches Bad keinerlei Gefahren. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Lunge ist einer solchen Therapie zu widersprechen.
 
T'ai Chi
Bei Tai Chi handelt es sich um eine Jahrhunderte alte, chinesische Bewegungsmethode unter Einbeziehung gesundheitsfördernder und meditativer Aspekte. Sie entspringt weitestgehend den altchinesischen Kampftechniken, deren Relevanz aber im Entwicklungsverlauf des Tai Chi in den Hintergrund gerückt ist. Neben dem Lebensprinzip von Yin und Yang spielen für das Verständnis und das Praktizieren von Tai Chi auch die traditionellen fünf Elemente der chinesischen Philosophie – Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser - eine fundamentale Rolle. Der mit Chi bezeichneten Lebenskraft kommt in der Systematik des Tai Chi eine große Bedeutung für Vitalität im Alltagsleben sowie zur Bereitstellung großer Energiereserven in lebensbedrohlichen Situationen zu. Zur Stärkung und zum Aufbau dieser Kräfte zentralisieren sich die Übungen des Tai Chi in der Schärfung des eigenen Körperbewusstseins und der Vermehrung sowie einer gesteigerten Speicherkapazität von Chi. Verspürt der physische Körper die in ihm enthaltene Energie, trainiert Tai Chi im zweiten Schritt die Ebene der Gefühle, der Gedanken und des Willens sowie der Seele. In der dritten Stufe wird der schnelle Wechsel zwischen diesen Ebene oder deren Verbindung getrimmt. Körperbeherrschung, Flexibilität und Konzentration sind im Tai Chi erforderlich. Die Formen (Bewegungen) werden sehr langsam ausgeführt, einer männlichen Yin-Bewegung folgt immer eine feminine Yang-Bewegung. Fließende, sanfte Bewegungen des Oberkörpers, einhergehend mit einem festen Stand, sind charakterisierende Faktoren des Tai Chi. Als Entspannungstechnik in mentaler, emotionaler und vegetativer Hinsicht hat Tai Chi sich bewährt. Tai Chi trägt weiterhin zu verbesserte Körperbewusstsein bei und begünstigt in medizinischer Hinsicht den Erhalt der Knochendichte und den Zuwachs an Muskelstärke.
 
Tepidarium
Die römischen Badetempel teilten sich seinerzeit in verschiedene Räumlichkeiten, welche sich hinsichtlich der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Funktion voneinander unterschieden. Sie wurden in einem vorgeschriebenen Ablauf durchschritten. Ein Teil des Bades war das Tepidarium. As Tepidarium war ein so genanntes Regenerationsbad. Hier herrschten ca. 37-39°C und eine Luftfeuchtigkeit von 40-60%. Die Wärme wurde von den terrakottagefliesten Wänden und massiv gebauten Marmor -, Keramik –oder Steinliegen abgestrahlt. Für die Aufenthalt in dieser Einrichtung gibt es keine zeitliche Begrenzung, der Aufenthalt ist aufgrund der verträglichen Konditionen sehr entspannend. Beitragen können zu diesem Effekt auch die im Tepidarium zur Anwendung kommenden Mineral-Aerosole, Heilkräuter und ätherischen Öle.
 
 
 
Thalassotherapie
Zur Therapie gehören Schlick- und Algenpackungen, Meerwasser- und Sprudelbäder, Unterwassermassagen, Meerschlammpackungen und Seesand-Peelings. Aber auch Bewegung und Spaziergänge am Meer gehören dazu. Thalasso setzt auf die anregende Wirkung von Meerwasser und Algen. Durch viele Mineralien und Spurenelemente wird der Körper entschlackt, der Stoffwechsel angeregt und die Muskeln entkrampfen sich. Das hilft bei Rheuma genauso wie bei Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem stärken Thalasso-Therapien das Immunsystem und sind gut gegen Durchblutungsstörungen, Venen- und Darmerkrankungen, Rücken- und Gelenkschmerzen sowie Sportverletzungen. Algen helfen auch bei vielen Hauterkrankungen wie Akne und Schuppenflechte. Neben diesen medizinischen Therapien, gibt es auch immer mehr Angebote, bei denen es hauptsächlich um Wellness und Schönheit geht - denn Thalasso hilft auch gegen Stress und Erschöpfung und ist gut für die Figur: Die Haut wird glatter, fester und weniger anfällig für Cellulite. Meersalzbäder können Sie auch ganz bequem und preisgünstig in der heimischen Wanne genießen - entweder mit reinem Salz aus dem Toten Meer oder einer Kombination aus Salz und Algenpräperaten. Vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie kein Jod vertragen oder unter Asthma, hohem Blutdruck oder Herzproblemen leiden. Dann sollten Sie vor einer Thalasso-Therapie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen.
 
Yoga
Yoga, das Sanskrit für Anspannen der Seele an Gott, ist ein philosophisch-religiöses Meditationssystem Indiens. Ähnlich der Samkhya-Philosophie, von dessen Atheismus Yoga sich durch den Gottesglauben unterscheidet, ist das Ziel, die Seele von der Materie zu befreien um sie dem Zustand reinen Bewusstseins zuzuführen. Grundlage ist eine Schulung der Konzentration auf ein Objekt, um die Kontrolle der Sinne und des Unbewussten zu erreichen. Der Yogi (Meister) folgt 8 Gliedern: 1. Yama - Selbstbeherrschung: Einhaltung bestimmter Gebote 2. Niyama - Beachtung von Reinheitsvorschriften 3. Asana - Sitz, verschiedene Körperhaltungen 4. Pranayama - Beherrschung des Atems 5. Pratyahara - Zurückziehen der Sinnesorgane von ihrem Objekt 6. Dharana - Festhalten, Konzentration 7. Dhyana - Meditation 8. Samadhi - Versenkung. Grundwerk des Yoga ist das Yogasutra des Pantanjali, welches schätzungsweise aus dem 2. Jahrhundert vor Christus stammt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich eine große Anzahl von verschiedenen und individuellen Yogatechniken so u.a. Astanga-Yoga, Bhakti-Yoga, Hatha-Yoga, Integraler-Yoga, Japa-Yoga, Jnana-Yoga, Karma-Yoga, Kriya-Yoga, Kundalini-Yoga, Luna-Yoga, Mantra-Yoga, Marma-Yoga, Raja-Yoga, Tantra-Yoga und Tao-Yoga. Yoga ist weniger eine Glaubensrichtung. Vielmehr soll die Yogamethodik seelische Vorgänge zur Ruhe bringen und so ungehindert einen Blick auf die eigene Wesensidentität zu ermöglichen. Angestrebtes und gleichsam höchstes Ziel ist der Zustand reinen Seins, reiner Erkenntnis und reiner Wonne. Bei regelmäßiger Ausführung der Yoga-Übungen sind ethisches Verhalten und eine Persönlichkeitsentwicklung zu beobachten. Das in der westlichen Welt am häufigsten praktizierte Hatha-Yoga setzt bei Asana, der Körperhaltung ein. Körpertechnik und Atmung sind hier zentrale Methode und Übungsmedium, um absolute Konzentration und Seins-Erfahrung zu erringen. Allgemein ist man heute den Yogatechniken gegenüber sehr aufgeschlossen, selbst die sonst so skeptischen Krankenkassen akzeptieren gerade die Methode des Hatha-Yoga als therapeutische und gesundheitsfördernde Maßnahme. Die Yoga-Praxis, deren positive Bewertung inzwischen durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt ist, bietet neben dem körperlichen Trainingseffekt auch eine optimierte Wahrnehmung und dadurch bewußtere Steuerungen der Körperfunktionen. Die Skelettmuskulatur wird gestärkt, Atem-, Kreislauf- und Stoffwechselfunktion optimal reguliert und die Stressregulation verbessert. Yoga lässt sich nicht oder nur schwerlich im Selbststudium erlernen und sollte unter fachgerechter Führung studiert werde.

 

 
 

 

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