Vor mehr als hundert
Jahren wurde eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten im
Berchtesgadener Land für Touristen erschlossen: die
Almbachklamm.
Die Almbachklamm
ist eine Kilometer lange Felsenschlucht am Fuße des Untersbergs
in der Gemeinde Markschellenberg, wo der tobende Almbach sich
seinen Weg nach unten bahnt. Dass dieses Naturschauspiel für
Wanderer zugänglich ist, ist einem Urlauber von damals zu
verdanken: einem gewissen Adalbert Neischl, Major beim
"Königlich-Bayerischen Pionierregiment" in Ingolstadt.
Er ließ kurzerhand
200 Soldaten im Rahmen einer Übung einen Wanderweg durch die
Almbachklamm anlegen - komplett mit Brücken, Treppen und sogar
einem Tunnel. Das erforderte Hunderte von Bäumen und einige
großzügige Portionen Dynamit - und natürlich bajuwarische
Manneskraft. Fünf Wochen dauerte die Übung, dann war das Ganze
erledigt und das Berchtesgadener Land um eine Attraktion
reicher.
Die Erschließung der
Almbachklamm hängt wie vieles im Berchtesgadener Talkessel mit
dem Salz zusammen. Um die großen Mengen Brennholz für die
Salinen in Marktschellenberg und Berchtesgaden herbei zuschaffen
bediente man sich der Holztrift. Durch diese Technik war es
möglich das Holz ohne Strassen ins Tal zubringen.
Dabei ist Nutz- und
Brennholz bis zu einer Länge von 4,50 m durch das enge Bachbett
befördert worden. Zu diesem Zweck erbaute man von 1834 - 1836 am
oberen Teil der Klamm eine 14 m hohe, 6 m breite und 17 m lange
Staumauer, die man zu Ehren der bayerischen Königin Therese, der
Gemahlin Ludwig I. "Theresienklause" nannte. Hinter dieser
Staumauer konnten bis zu 15.000 qm Wasser aufgestaut werden, die
beim Öffnen des Schleusentors mit einem gewaltigen Schwall das
in die Klamm geworfene Holz mitrissen. Am unteren Ende der
Almbachklamm bei Gasthaus "Kugelmühle" diente der Steg als
Auffangrechen für das angeschwemmte Holz.
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Während der obere
Teil der Almbachklamm noch einigermaßen breit ist, wirkt die
Schlucht nach dem zierlichen "Sulzer-Wasserfall", der aus 114 m
Höhe über die Felsen stürzt, beengend. Oft ist das Bachbett nur
zwei bis drei Meter breit. Von den darüberführenden Holz- und
Eisenstegen kann man den tiefen Grund des Almbaches sehen und in
den ausgehöhlten Gumpen tummeln sich muntere Forellen. Auch der
Botaniker und Blumenfreund kommt voll auf seine Kosten, denn an
den Hängen aus Mischwald ist fast die gesamte Alpenflora
vertreten.
Zwar gibt es
heute keine Holzknechte mehr, die früher in ebenso spektakulärer
wie gefährlicher Arbeit Baumstämme talwärts triften ließen. Aber
eine Wanderung durch die Almbachklamm ist durchaus ein
wildromantisches Erlebnis und erfreut sich bis auf den heutigen
Tag äußerster Beliebtheit. Nicht nur wegen des grandiosen
Schauspiels der Natur, aber auch wegen einer einzigartigen
Sehenswürdigkeit, die es hier zu bestaunen gibt: Deutschlands
letzte Kugelmühle. Es gab davon mal an die hundert im
Berchtesgadener Land.
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Eine Mühle ist noch
am Leben - am unteren Ende der Schlucht. Mit der ungestümen
Wasserkraft des Almbachs werden hier aus dem Marmor des
Untersberg glänzende, unterschiedliche große Kugeln geschliffen
und poliert. Einst waren die Marmorkugeln nicht nur ein
beliebtes Spielzeug, sondern auch ein Wirtschaftsprodukt: Sie
wurden zum Beispiel als Ballast zum Trimmen von Schiffen
genutzt. Jetzt sind es "nur noch" wunderbar gemaserte und
deshalb begehrte Souvenirs. Das Murmelspielen ist den Kindern
heute fremd. Früher war das “Schussern” bei den Buben recht
beliebt. Und diese Schusser wurden zentnerweise in ebensolchen
Kugelmühlen hergestellt. Diese Mühle gibt es seit 1683. Sie ist
die allerletzte von einstmals 40 Kugelmühlen am Almbach.
Die 2,5 km lange Almbachklamm
gehört mit ihren Wasserstürzen zu den schönsten und wenigen noch erhaltenen
wildromantischen Schluchten in den Bayerischen Alpen. Der Besuch der
Almbachklamm ist ein besonderes Naturerlebnis. Die Almbachklamm ist vom 1. Mai
bis 31. Oktober ganztägig geöffnet. Das Durchwandern der Klamm nimmt ca. 2
Stunden in Anspruch.
Wandermöglichkeiten in und um die Almbachklamm
Ausgangpunkt:
Parkplatz Almbachklamm
1.
Almbachklamm bis Steg 17, rechts nach Ettenberg und nach einer
Rast beim Mesnerwirt und einem Besuch der Wallfahrtskirche Maria
Ettenberg zurück über den Hammerstielwandweg zum Ausgangspunkt.
Gehzeit ca. 3 Std. Alternativer Abstieg über Gatterweg.
2.
Wanderung bis zum Ende der Almbachklamm über die Theresienklause
(Staumauer) nach Ettenberg hier können Sie beim Mesnerwirt
gemütlich einkehren und den Rückweg wie unter 1. beschrieben
antreten. Gehzeit ca. 3-4 Std.
3.
Wanderung um die Almbachklamm Ausgangspunkt: Ettenberg, von hier
über den Hammerstielwandweg zum Parkplatz Almbachklamm, über den
Bachwaldweg Richtung Maria Gern und zurück nach Ettenberg.
Weitere
Informationen:
Verkehrsamt
Marktschellenberg
Im Rathaus
83487 Marktschellenberg
Tel.: 08650/9888-30
Info-Telefon: 08650/461
info-schellenberg@berchtesgaden.de
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