Abgang
Der Nachgeschmack, der im Mund nach einem Schluck erhalten
bleibt. Gemessen wird der Abgang in "Caudalies" (Abgang in Sekunden).
Abbauen
Alterserscheinung, hauptsächlich herbeigeführt durch Säureverlust
(Altern).
Abfüllen
Umfüllung aus den Fässern in Flaschen.
Abgerundet
Ein Wein, der der Herkunft, der Traubensorte und dem Jahrgang nach
nichts zu wünschen übrig lässt. Voll im Geschmack.
Abstich
Nach der ersten Gärung muss der Wein von der Hefe getrennt werden. Der
junge
Wein wird aus dem Gärfass in ein anderes Fass umgefüllt: abgestochen.
Meistens geschieht das bereits im Dezember. Acht Wochen später erfolgt ein
zweiter Abstich, bei größeren Weinen sogar ein dritter, oft mit einer
Filterung verbunden.
Adstringierend
Wörtlich: zusammenziehend. Geschmacksempfindung vor allem bei gerbstoffreichen
Rotweinen.
Affenthaler
Rotwein der Spätburgundertraube (blau) aus dem Avetal - daher ursprünglich der Name. Im mittleren Schwarzwald zwischen Bühl und Durbach. Früher häufig mit afrikanischem Rotwein verschnitten.
Alkohol
Farblose, leicht verdampfende Flüssigkeit (C2 H5OH = Äthylalkohol).
Entsteht durch die Einwirkung von Hefepilzen (Enzyme) auf den Zucker der Trauben,
der in Alkohol und Kohlensäure auf gespalten wird. Der Alkoholgehalt
deutscher Weine liegt zwischen 8 und 12, französischer, italienischer, spanischer
und anderer Weine außerhalb Mitteleuropas zwischen 10 und 15, bei Südweinen zwischen 18 und 25 Prozent. Die Höhe des Alkoholgehalts ist kein Gütemerkmal.
Alsace, Vin d'Alsace
Herkunftsbezeichnung für alle Elsässer Weine mit Appellation
Contrôlée.
Altern
Die Auffassung, dass Wein desto besser ist, je älter er ist, gilt nicht
mehr. Jeder Wein hat ein bestimmtes Lebensalter und - wie der Mensch - seine
Jugend, seine Reife und sein Alter. Älter als drei bis fünf Jahre sollte nur
werden: Spitzengewächse der Bordeaux-, Burgunder- und deutschen Weißweine
sowie Portweine. Von den italienischen Weinen: Barolo, Gattinara, Barbareso
und Chianti antico (hier nur wenige Sorten) Spanischer Sherry altert überhaupt
nicht.
Amaible
Italienische Bezeichnung für liebenswürdig und angenehm. Wird bei
Weinen als Bezeichung angewandt, die süß, aber nicht übertrieben süß sind.
Amontillado
Eine der drei wichtigsten Sherrysorten (meist halbtrocken bis trocken)
Anjou
Weine mit Appellation Contrôlée aus dem Anjou-Gebiet, bekannt
sind vor allem die leicht süßen Roséweine
Anregend
Ein Wein, der zum Weitertrinken reizt, ohne anspruchsvoll zu sein.
Anstechen
Einschlagen des Zapfhahnes in das Zapfloch des Fasses.
Appelation contrôlée
In Frankreich 1935 eingeführte und staatlich überwachte Bezeichnung.
Sie garantiert die Herkunft eines Weines aus einem ganz bestimmten Gebiet, aber auch
die vorgeschriebene Verwendung einer ganz bestimmten Traubensorte, die
Einhaltung der gleichfalls vorgeschriebenen Pflege
(z. B. Schnitt und Düngung) und
die Ernte des Weins zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Appellation contrôlée
schreibt schließlich auch den Umfang der Bepflanzung der einzelnen Weinberge vor. Von diesen Qualitätsvorschriften
sind zur Zeit etwas über 200 französische Weine
erfaßt. Die Bezeichnung, häufig zu A.C. abgekürzt.
Aroma
Geruchseindruck, der sich beim Hinunterschlucken bemerkbar macht.
Art
Ein Wein, der Art hat, erfüllt die Ansprüche, die man an ihn nach
Herkunft, Traubensorte, Charakter, Jahrgang und Alter stellt.
Atmen
Durch Dekantieren und offenes stehen lassen, wird ein Wein eine
gewisse Zeit der Berührung mit Luft ausgesetzt
Ausbau
Alle Maßnahmen der Kellerwirtschaft, um Weine haltbarer und unempfindlicher gegen Hitze, Kälte und Lichteinwirkung zu machen, ohne
dass sie ihre Reinheit
und Ausgeglichenheit verlieren.
Ausbruch
Frisch gepresstem Traubenmost werden eingetrocknete, überreife Beeren zugesetzt. Der so gewonnene naturreine Wein heißt Ausbruch
Ausgeglichen
(harmonisch)
Auslese
Qualitätswein mit Prädikat, bei dem nur vollreife Trauben unter
Aussonderung aller kranken und unreifen Beeren verwendet werden dürfen, dem kein Zucker
zugesetzt werden darf und dem auf Antrag eine Prüfungsnummer, die auf dem Etikett
zu verzeichnen ist, zugeteilt wird. Der deutschen Auslese entspricht der
ungarische und burgenländische Ausbruch
Bandol
Appellation Contrôlée des Côte du Rhône. Hauptsächlich Rosé-
und Rotweine
Barbaresco
Einer der besten italienischen Rotweine aus dem gleichnamigen Ort in
Piemont, aus der Nebbiolo-Traube gekeltert.
Barbera
Italienische Traubensorte und gleichzeitig Bezeichnung für einen vollen
Rotwein aus dem Piemont (Norditalien).
Bardolino
Entstammt aus Trauben, die am Ostufer des Gardasees wachsen und
einen leichten
und hellen Rotwein abgeben.
Barolo
Einer der besten italienischen Rotweine aus dem Piemont (Norditalien),
aus der Nebbiolo-Traube gekeltert und, wenn gut abgelagert, den besten Weinen
der französischen Côte-du-Rhône vergleichbar.
Barrique
Standardfaß von Bordeaux, Inhalt 225 l. Oft auch ein Ausdruck
der Weinkenner für Wein, der in Eichenholzfässern gereift ist und daher ein Holzaroma
aufweißt. Bei Weißweinen drückt sich das Aroma durch eine Vanille/Pfirsich-Nase
und bei Rotweinen durch eine Kirsch-Nase aus.
Beaujolais:
Weingebiet im südlichen Teil der Landschaft Burgund, aber aus der
GamayTraube gekeltert. Die Weine, auf Granitboden wachsend, sind leichter und süffiger
als die großen Weine der Côte d'Or. Es empfiehlt sich, sie jung und bei
Kellertemperatur zu trinken.
Beaujolais Villages
Im allgemeinen bessere Beaujolais-Weine, die aus bestimmten
Beaujolais Gemeinden stammen.
Beaune
Weinhauptstadt der Côte d'Or (Bourgogne). Côte-de-Beaune
und
Côte-de-Beaune Villages.
Beerenauslese
Qualitätsweine mit Prädikat, für die dasselbe gilt wie für Auslese,
nur dass sie darüber hinaus nur aus edelfaulen oder doch überreifen Trauben
gekeltert werden dürfen.
Bergerac
Weinbaugebiet mit Appellation Contrôlée-Weinen, das östlich
an Bordeaux grenzt.
Blanc de Blancs
Wörtlich: Der Weiße von Weißen;
Bezeichnung für Weine oder Schaumweine, die nur aus weißen Trauben gekeltert werden. Früher gab es diese
Bezeichnung nur bei Champagner, weil dafür viele rote Trauben weiß gekeltert
wurden.
Blume
Lobendes Prädikat für Weine, die im Geruch an den Duft der Trauben
erinnern.
Bocksbeutel
Flaschenform, die einer zusammengedrückten Kugel gleicht, hauptsächlich
für Frankenweine, aber auch für Badischen Mauerwein und für
portugiesische Weine benutzt.
Böckser
Bezeichnung für Wein, der faulig schmeckt, weil entweder Heferückstände zurückblieben oder unsachgemäß geschwefelt wurde.
Bodega
Spanische Bezeichnung für Weinkeller, Weinkellerei und
Weinschenke.
Bordeaux
Mittelpunkt des gleichnamigen größten französischen Weinbaugebiets
mit einer Gesamtrebfläche von 110 000 Hektar und einer
durchschnittlichen Jahreserzeugung von 3 bis 3,5 Millionen Hektolitern Wein. Eingeteilt in
die Hauptweingebiete: Medoc, Graves, Sauternes, Pomerol, St-Emilion, Blaye,
Bourg und Entre-deux-Mers. Die Spitzengewächse der Rotweine unterliegen einer
seit
1855 bestehenden genauen Klassifizierung mit den Klassen 1- 5.
Brennwein
Ein meist importierter Wein, aus dem Branntwein hergestellt wird.
Brut
Französische Bezeichnung für trocken oder herb, vor allem beim
Champagner gebräuchlich. Theoretisch darf Brut-Champagner kein Zucker zugesetzt
werden.
Bukett
Gesamtheit der Duft- und Aromastoffe. Nach Alter und Sorten verschieden.
Soweit sie ein ausgesprochenes Bukett haben, kann man die einzelnen
Rebarten daran unterscheiden.
Burgund:
Französische Landschaft im Südosten des Landes (französisch:
Bourgogne), deren Weine in folgende Anbaugruppen aufgeteilt sind: Auxerrois (Chablis), Côte d'Or (mit den feinsten Weinen), Chalonnais, Mâconnais und
Beaujolais.
Cabernet-Sauvignon
Rebsorte, Rotwein; wird in Frankreich selten allein gekeltert. In
den "neuen"
Weinländern Chile, Kalifornien und Süd-Afrika aber sehr beliebt
als reiner Rebsortenwein.
Cabernet:
Eine der im Weinbaugebiet von Bordeaux am meisten angebauten
Traubensorten neben Sauvignon und Cabernet.
Cabinet:
Kabinett.
Castelli Romani
Wein aus neun Orten in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Am
bekanntesten der Frascati, ein kräftiger Weißwein.
Cave
Keller, Lagerraum für Wein und oft Verkaufs- und Dégustationsraum.
Chablis
Bezeichnung für trockene, oft vorzügliche Weißweine aus der Umgebung
der
französischen Kleinstadt Chablis, 150 km südöstlich von Paris. Aus der ~ Chardonnay-Traube gekeltert.
Chambertin
Einer der berühmtesten Rotweine von der burgundischen Côte d'Or.
Champagner
Völkerrechtlich geschützter Name für Schaumweine aus der
gleichnamigen nordfranzösischen Landschaft beiderseits der Marne. Champagner - wie auch Sekt - ist immer Verschnittwein aus verschiedenen
Herkunftsgebieten. Entscheidend ist das Cuvée.
Chardonnay
Eine der besten französischen Weißweintrauben, aus der u. a. der weiße Burgunder
gekeltert wird. Manchmal auch Pinot blanc genannt.
Chasselas
Französische Bezeichnung für die deutsche Gutedel-Traube.
Château
Nicht gleichbedeutend mit »Schloß«. Jeder Weinbauer des
Bordeauxgebietes darf sein Anwesen Château nennen. Dagegen darf die Bezeichnung Château auf
dem Etikett nur geführt werden, wenn zu ihm ein Weingut gehört, aus dem
der betreffende Wein gewonnen wird. Die Zahl der Châteaux beträgt rund
3000.
Châteauneuf-du-Pape
Bekannter, kräftiger Rotwein aus der Nähe des gleichnamigen Dorfes nördlich von Avignon im Rhone-Tal.
Chianti
Im strengen Sinn nur Rot- und Weißwein aus der italienischen Toskana.
Die Weine, die zwischen Florenz und Siena wachsen, werden als Chianti
classic
bezeichnet und gelten als die besten. Jahreserzeugung etwa 4 Millionen Hektoliter.
Chile
Aufstrebendes Weinexportland, mit sehr bekömmlichen Weinen, da
in dem Klima kein Mehltau und keine Reblaus vorkommt und somit wenig
Chemie benutzt wird. Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay.
Cinque Terre
Alkoholreicher, etwas süßer Weißwein aus dem Gebiet der
gleichnamigen Küstensiedlungen zwischen Genua und Spezia.
Clevner
In der Schweiz Blauburgunder, in Baden (Ortenau) Traminer.
Climat:
Französische Bezeichnung für Weinberg, vor allem in Burgund.
Clos
Französische Bezeichnung für ummauerte Weinberge.
Côte
Französische Bezeichnung, entweder für Küste oder Hügel und Abhang.
In der Regel Bezeichnung für ein sich am Fuß eines Flusses oder Sees
hinziehendes Gelände. Die bekanntesten Côtes sind: Côte-Rotie, Côtes de Provence,
Côte
de Jura, Côte-du-Rhône. In der Schweiz trägt das Nordostufer des
Genfer Sees die Bezeichnung »La Côte« schlechthin.
Côteaux d'Aix-en-Provence
A.O.C. im Gebiet der Côtes de Provence. Umfaßt ca. 3500 ha die
über 49 Kommunen verteilt sind. Produziert werden hauptsächlich Rosés (51%),
bekannt ist die Côteaux d'Aix jedoch für die sehr gehaltvollen und schweren
Rotweine (43%).
Besonders die jüngeren Winzer beginnen mit Barrique-Ausbau und sind
sehr zu empfehlen.
Côte d'Or
Anbaugebiet der besten Burgunderweine zwischen Dijon und Chalon-surSaône,
westlich der großen Nationalstraße, die Paris mit Marseille
verbindet. Mittelpunkt: Beaune. Aufgegliedert in: Côte de Dijon, Côte de Nuits
und Côte de Beaune.
Côtes de Provence
Weinbaugebiet mit A.O.C.-Weinen und guten bis einfachen
Landweinen. Hier werden viele gute Roséweine hergestellt.
Côtes-du-Rhône
Weinbaugebiet mit A.O.C.-Weinen und guten bis einfachen
Landweinen. Hier werden viele gute Roséweine hergestellt.
Crémant
Bezeichnung für Qualitätsschaumweine mit A.C. außerhalb der
Champagne, wie z.B. Crémant de Bourgogne. Die Flaschengärung ist Vorschrift.
Crus
Französische Bezeichnung für Lage oder für die Klassifizierung von
Weinen.
Cuvee
Französisches Wort für Verschnitt. In erster Linie bei der
Champagnerzubereitung gebräuchlich, aber auch bei Stillweinen, in erster Linie beim Bordeaux,
angewandt. Verschnitt hat für die Franzosen keine qualitätsmindernde
Bedeutung. Téte de Cuvée ist bei Burgunderweinen die beste Partie eines
Weinjahres.
Dekantieren
Umgießen von Wein aus einer Flasche in eine Karaffe.
Demi-Sec
Französisch: halbtrocken.
Depot
Niederschlag von festen Bestandteilen im Wein, bei Weißweinen meist
farb- und geruchlose und den Wein nicht schmälernde Weinsäurekristalle, bei Rot-
und Südweinen dagegen bitter schmeckende, meist Gerbstoffe enthaltende Substanzen, die durch Dekantieren abgetrennt werden müssen.
Deutsches Weinsiegel
Gütezeichen, das von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
nach Prüfung durch eine neutrale Kommission vergeben wird. Befindet sich als
rotes Siegel am Flaschenhals oder -körper. Ein gelbes Siegel kennzeichnet
trockene, ein grünes halbtrockene Weine. Im Weinbaugebiet Baden gibt es ein eigenes Gütezeichen.
Dick
Ein körper- und extraktreicher Wein meist mit zuviel Restzucker, der
beim Verkosten nicht harmonisch wirkt.
DOC(G)
Denominatione di Origine Controlata (e Garantita) =
Kontrollierter Anbau und Herkunftsbezeichnung (mit Garantie); Wichtigste Klassifizierung
italienischer Weine.
Domaine
n der Bourgogne und der Provence gebräuchlich für Weingut.
Dornfelder
Sehr tanninreicher, oft schwerer Rotwein, der zur Zeit zu den
Deutschen Modeweinen gehört.
Dosage
Zusatz einer Lösung mit Zucker und altem Wein zu Schaumweinen;
von Branntwein oder altem Wein bei Südweinen.
Dry
Englischer Ausdruck für trocken, manchmal bei Champagnern, in der Regel
bei Südweinen gebräuchlich.
Dünn
Wein mit zu wenig Körper, Alkohol und Säure.
Edelzwicker
Verschnitt aus edlen Weißweinen, besonders gut aus dem Elsaß.
Edelfäule
Fäule, die bei längerem mildem Herbstwetter in erster Linie bei
Riesling- Trauben, aber auch bei Sauternes-Trauben eintritt, ohne die Trauben regelrecht
verfaulen zu lassen. Verursacht durch einen Schimmelpilz (Botrytis cinerea), der die
Schalen der Beeren mit einem grauen Schimmel überzieht. Dadurch verdunstet
der Wassergehalt der Beeren, die einschrumpfen und so einen hohen Zuckergehalt (25-45 Prozent) gewinnen. Edelfäule ist die Voraussetzung für Beeren- und Trockenbeerenauslesen.
Eigenes Lesegut
Bei deutschem Wein zulässige Bezeichnung (»aus eigenem Lesegut«);
darf von demjenigen gebraucht werden, der den Wein aus von ihm erzeugten
Trauben hergestellt und auch abgefüllt hat; gleichbedeutend mit Erzeugerabfüllung.
Eiswein
Deutsche Rarität unter den »Qualitätsweinen mit Prädikat«, bei der
die Trauben bei der Lese und Kelterung auf natürliche Weise vereist sein müssen.
Elbling
Sehr alte deutsche Traubensorte, die viel, aber nur kleinen Weißwein
bringt. Ist heute so gut wie Überall durch andere Traubensorten ersetzt.
Andere Bezeichnungen: Kleinberger und Räuschling. Nicht mehr zugelassen
sind Elblingreben in den meisten deutschen Weinbaugebieten und (seit 1965) im
Elsaß.
Elsaß
Östlichstes französisches Weinbaugebiet zwischen Rhein und Vogesen
mit alterdeutscher Tradition. Erzeugt werden auf 13 000 Hektar Rebfläche Jahresdurchschnitt 0,88 Millionen Hektoliter Wein unterschiedlicher
Qualität und aus verschiedenen Traubensorten: Riesling, Gewürztraminer,Tokajer
(Pinot gris), Clevner (Pinot blanc), Silvaner und Gutedel (Chasselas). Elsässer Weine
reifen voll aus und werden nicht gezuckert. Typisch ist ihr Traubengeschmack.
Entre-deux-Mers
Eines der Hauptanbaugebiete für
Bordeauxweine mit eher trockenen Weißweinen, die gut zu Austern und Fisch passen.
Erzeugerabfüllung
Zugelassene Bezeichnung für den Wein, den der Erzeuger auch selbst
abgefüllt hat; gleichbedeutend mit »aus eigenem Lesegut«.
Ester
Träger von Duftstoffen, zu einer Klasse von organischen Verbindungen
gehörend, die unter Wasserabspaltung aus organischen Säuren und Alkohol
entstehen.
Faß
Früher meist aus Holz (Eiche, Kastanie und amerikanisches
Rotholz), heute weitgehend aus Metall. Bezeichnung in Deutschland: Fuder, Stück (Halb- und Viertelstück). 1 Fuder oder Stück = bis zu 1840
Liter.
Federweißer
Für Deutsche im Herbst unverzichtbar mit Zwiebelkuchen. Weißwein, der
zwei Tage vor dem Verkauf mit der Hefe angesetzt wird und auch ungefiltert
getrunken wird.
Fendant
Bezeichnung für Gutedelweine im Schweizer Kanton Wallis.
Feurig
Wein mit relativ hohem Alkoholgehalt, dabei reif und ausgeglichen.
Fino
Bezeichnung für hellen, trockenen Sherry.
Firn
Weine, die den Höhepunkt ihrer Entwicklung überschritten haben und
matt werden. Die erste Firne oder Edelfirne ist manchmal sogar erwünscht.
Fixin
Nördlichste Gemarkung der Côte de
Nuits mit guten Rotweinen.
Flaschengärung
Herstellung von Schaumwein in Flaschen nach altem Verfahren und nicht in
Tanks oder Bulks. Kostspieliger, aber höhere Qualität versprechend.
Frais
kühl, frisch
Frappieren
Wein rasch mit Eis kühlen (französisch: frapper).
Frisch
Wein mit genügender, aber nicht stark hervortretender Säure.
Fruchtig
Wein mit ausgesprochenem Traubengeschmack.
Frühlese
Vorzeitige Lese wegen Fäulnis (anhaltender Regen), Hagelschlag oder
Frost.
Furmint
Beste ungarische Traubensorte für Weißwein. Sie liefert den Tokajer.
Gevrey-Chambertin
Weinort der Côte de Nuits mit ganz großen Rotweinen,
Spitzenerzeuger: Jean & Jean-Louis Trapet
Gamay
Bewährte französische Rotweintraube, die vor allem auf Urgestein
gedeiht und u. a. den Beaujolais liefert.
Gärung
Zerfall des Traubenzuckers in Alkohol und Kohlensäure unter Einfluss
von Hefepilzen. Die Gärung kann unterbrochen bzw. gestoppt werden, um einen
Rest von Zucker zu erhalten. Der Wein muss dazu sterilisiert werden, was früher
meist mit Hilfe eines Entkeimungsfilters (E. K.) geschah. Weil die Ergebnisse
nicht immer befriedigend waren, ist man vom Verfahren der gestoppten Gärung weitgehend abgekommen.
Gefällig
Ein angenehm zu trinkender, aber nicht großer Wein.
Gemarkung
Rebfläche einer Gemeinde.
Gespritet
Spriten.
Gewächs
Ursprünglich Reb- bzw. Traubensorte. In Deutschland früher Qualitätswein
aus einem bestimmten Weingut. Bezeichnung nicht mehr erlaubt.
Gewürztraminer
Nicht aus dem Südtiroler Weinstädtchen Tramin stammend, sondern wahrscheinlich eine schon von den alten Ägyptern angebaute Traubensorte. Liefert einen
sehr
würzigen, fast parfümiert Schmählenden Weißwein.
Grand Cru
Ist eine Bezeichnung, die nur ganz bestimmten Lagen vorbehalten
ist. In der Bourgogne die höchste Bezeichnung, im Bordeaux die unterste der Crus.
Grand Vin
Großer Wein; eine Phantasiebezeichnung, die nicht immer etwas über
die Qualität aussagt.
Gris
Grau, Bezeichnung für Roséweine in einzelnen Anbaugebieten.
Groß
Eine etwas vage Bezeichnung für Qualitätsweine aus bestimmten
sonnenreichen Jahrgängen.
Gumpoldskirchen
Berühmter Weinort zwischen Wien und Baden.
Gutedel
In Baden, Württemberg, der Schweiz und dem Loiretal viel
angebaute Weißweintraube, die gefällige Tischweine liefert. Weitere
Bezeichnungen: Markgräfler, Moster, Chasselas und Fendant.
Halbtrocken
Wein mit einem Restzuckergehalt von höchstens 18 Gramm je Liter,
jedoch nicht mehr als Gesamtsäuregehalt plus zehn; erlaubte Geschmackskennzeichnung.
Harmonisch
Ein Wein, bei dem alle Geschmacks -und Genusskomponenten, Süße und Säure, Körper und Alkoholgehalt richtig aufeinander abgestimmt sind.
Hart
Weine, deren Säure nicht durch genügend Alkoholgehalt ausgeglichen
wird. Jungweine, die hart sind, können beim Reifen harmonisch werden.
Haut
Französische Bezeichnung für hoch, die sich bei Weinen aber nur auf
die Höhe der Lage, nicht auf die Qualität bezieht.
Herb
Meist Rotwein mit viel Gerbstoff, wie z. B. viele Weine von Bordeaux.
Hermitage
Weinbaugebiet im Rhônetal mit guten bis mittleren Rot- und Weißweinen
mit A.C.
Heuriger
Österreichische Bezeichnung für Schoppenweine des letzten Jahrgangs.
Hochgewächs
Nicht mehr zulässige Bezeichnung für eine Beeren- oder
Trockenbeerenauslese.
Hock
Englische Bezeichnung für Rheinwein überhaupt, von Hochheim
abgeleitet.
Hybriden
Kreuzung von amerikanischen und europäischen Rebsorten (Direktträger,
nicht wie sonst üblich Pfropfreben => Reblaus), deren Anbau in Deutschland
verboten ist.
Kabinett
Ursprünglich ein Wein, den sich regierende Herren für ihr
Cabinet bestellten. Heute nach dem Weingesetz von Juli 1971 etwas vage Bezeichnung für
Weine, die in einem einzigen Bereich geerntet wurden, einen gesetzlich
festzulegenden Alkoholgehalt besitzen und nicht gezuckert sind.
Kadarka
Rotweintraube in Ungarn und in den Balkanländern.
Kaiserstuhl
Zusammen mit dem Tuniberg bekanntes badisches Weinbaugebiet auf
vulkanischem Boden mit dicker Lößschicht westlich von Freiburg, berühmt
vor allem durch seine Ruländer und Weißherbste (Roséweine).
Kalterer See
Alle Weine, die zwischen Bozen und der Salurner Klause in Südtirol
wachsen, dürfen so genannt werden. Da' Weinbaugebiet ist mit 4400 Hektar größer
als das der Nahe.
Kork
Durch einen schlechten Korken hervorgerufener unangenehmer Beigeschmack.
Korkbrand
Der in den Flaschenkorken eingebrannte Name des Weingutes oder Abfüllers
ist noch keine Gütegarantie. Früher durfte »Korkbrand« auf den Etiketts,
in Weinkarten und Preislisten nur angegeben werden, wenn es sich um Naturweine handelte. Heute ist ein etwaiger Korkbrand ohne jeden Aussagewert.
Körper
Gleichbedeutend mit Substanz. Wird bestimmt durch die Extraktstoffe
eines Weines, die beim Verdampfen zurückbleiben, wie Salze, Glyzerin
(dreiwertiger Alkohol, von dem ein guter Wein 3 bis 6 g pro Liter besitzen
muss),
Zucker und Säure. Wichtig ist vor allem der richtige Glyzeringehalt.
Kurz
Weine, die keinen »Abgang« haben, die mit dem Gaumen nicht mehr geschmeckt werden.
Lacrima Christi
Trockener oder süßer Weißwein von den Hängen des Vesuvs oder
aus der Umgebung von Neapel.
Lemberger
Gehört zu den besten und kräftigsten Rotweinen des
Anbaugebietes Württemberg.
Lage
Im Katasteramt eingetragenes, zu einer bestimmten Gemarkung gehörendes Rebengelände, in Baden und Württemberg Gewann geheißen, in Österreich
Rieden.
Lambrusco
Meist leicht schäumender, nicht sonderlich wertvoller Rotwein aus der südlichen Lombardei und der Emilia-Romagna.
Liebfrau(en)milch
Ursprünglich ein kleiner Weingarten an der Liebfrauenkirche in Worms.
Später Phantasiename für Rheinhessische Weine. Heute Weinmarke.
Lieblich
Ein ausgeglichener Wein mit relativ wenig Alkoholgehalt. Seit 1977
erlaubte, nicht definierte Geschmackskennzeichnung.
Loireweine
Sehr unterschiedliche Weine von der Loire und ihren Nebenflüssen.
Bekannt sind die Roses d'Anjou, der herbe Muscadet, der bereits in der Bretagne wächst,
die Schaumweine von Saumur und die zum Teil vorzüglichen Weißweine
von Sancerre, Pouilly, Quincy und Reuilly.
Mâconweine
Meist Rotweine aus dem Möcon- nais, das nördlich von Beaujolais liegt.
Die aus der Gamay-, Pinot-noir- und Pinot-gris-Traube gekelterten Weine sind
weniger
lieblich und süffig als die des Beaujolais.
Madeira
Mit hochprozentigem Branntwein |gespritete Dessertweine von der
gleichnamigen portugiesischen Insel im Atlantik, durchaus nicht immer süß, sondern
zum Teil so trocken wie die Fino-Sherrys. Sercial und Verdelho sind trockene, Bual süße Madeiras. Auch als Kochwein zu empfehlen.
Main-Riesling
Neue, seit 1953 in Franken angebaute Traubensorte, eine Kreuzung
zwischen Riesling und Silvaner mit hohen Mostgewichten auch in mittleren Jahren.
Malvesier
Sehr süßer und schwerer Dessertwein aus der gleichnamigen Traube, aus
der griechischen Ägäis stammend und auch auf Madeira und den Lipariinseln Italiens angebaut.
Manzanilla
Das offizielle Getränk der spanischen Stierkämpfer. In Spanien als
Sherry deklariert, aber von anderem, leicht salzigem Geschmack, der
wahrscheinlich von seinem Anbau an der Atlantikküste herrührt.
Marsala
Mit hochprozentigem Traubenbranntwein gespritzter, größtenteils süßer Dessertwein aus Sizilien, ursprünglich in der Umgebung der
westsizilianischen Hafenstadt gleichen Namens angebaut.
Medoc
Weingebiet von Bordeaux, aus dem die besten roten Bordeaux
(Lafite, Mouton-Rothschild, Margaux usw.) kommen.
Merlot
Französische Traubensorte, zusammen mit anderen bei
Bordeauxweinen verwendet, neuerdings auch im Schweizer Tessin angebaut.
Mise
Französisch für abgefüllt. >>Mise en bouteille du Château<<
entspricht bei Bordeauxweinen der deutschen Erzeugerabfüllung.
Mollig
Abgerundete, vollmundige, in der Regel nicht sehr anspruchsvolle
Rotweine nennt man mollig.
Mont-de-Milieu
Einer der Premiers Crus des Chablis.
Most
Noch nicht vergorener oder gerade in Gärung befindlicher Traubensaft
wird so
lange als Most bezeichnet bis Wein daraus geworden ist.
Mostgewicht
Mit Hilfe der von Ferdinand Oechsle (1774-1852) erfundenen Mostwaage,
die später verbessert und durch noch genauere Instrumente ergänzt wurde,
wird der ungefähre Zuckergehalt des Weins eines neuen Jahrgangs ermittelt. Das Mastgewicht wird nie auf den Etiketts angegeben.
Mousseux
Französisches Wort für schäumend. In Deutschland ist moussierend gebräuchlich. Außer bei Schaumweinen auch bei einigen ausländischen Weinen wie
Lambrusco.
Entsteht durch vorzeitigen Abbruch der Gärung.
Müller-Thurgau
Nach dem Erfinder bezeichnete weiße Traubensorte aus einer Kreuzung von Riesling und Silvaner (oder auch von zwei Riesling-Sorten).
Liefert duftige und angenehme Weine, ist früh reif, aber gegen Nässe anfällig.
Muscadet
weiße Traube und Weißweingebiet in der Gegend von Nantes
Muskat
In allen Mittelmeerländern, aber auch im Elsaß und Südtirol angebaute
Traubensorte, die sehr viele Varianten aufweist. Sie alle besitzen schon als Trauben
den typischen, zarten Muskatgeschmack und Geruch. Mit Muskateller identisch.
Man unterscheidet zwischen Muskat blanc, Muskat-Frontignan und
Muskat-Ottonel (in Österreich viel angebaut). Es gibt auch Kreuzungen von Muskat
mit Silvaner und Traminer.
Nase
Im Weinjargon für Duft (Aroma oder Bukett).
Natur
Natur, Naturwein, naturrein durften sich aufgrund des nicht mehr gültigen
deutschen Weingesetzes von 1930 nur ungezuckerte Weine nennen. Das neue
Weingesetz von 1971 verbietet diese Bezeichnungen, aber auch gleichzeitig die
Zuckerung bei »Qualitätsweinen mit Prädikat«. Bei Französischem Champagner
und einigen deutschen Sekten bedeutet natur so viel wie brut oder trocken.
négociant
Weingroßhändlerhändler. Kauft oft Wein in Fässern und füllt
selbst ab.
Nervig
Ein Wein, der noch eine gute Entwicklung verspricht.
Öchsle
Mostgewicht; Skala für den Zuckergehalt der Trauben (franz. Baumé),
benannt nach dem Deutschen Oenologen Oechle, der als Erster ein Verfahren
zur Bestimmung des Mostgewichts entwickelte.
Oenologie
Vom griechischen »oinos« = Wein. Die Wissenschaft vom Wein.´Oloroso: Zweitwichtigste Sherry-Sorte, meist dunkelfarbig und süßer als
die Amontillados und Finos.
Organoleptische Prüfung
Fachausdruck für Sinnesprüfung im Gegensatz zur chemischen Analyse.
Originalabfüllung
Bezeichnung für einen im Keller des Erzeugers (Kellerabfüllung)
ausgebauten und abgefüllten Wein. In Deutschland früher nur bei Naturweinen erlaubt.
Seit 1971 ersetzt durch »Erzeugerabfüllung« oder »Aus eigenem Lesegut«.
Oxidiert
Schaler, flacher Geschmack in Folge übermäßiger Berührung mit
Luft.
Pasterrisieren etit Chablis
Keimfrei machen durch Erhitzen auf 55 bis 80 Grad C.
Petit Chablis
Leichter, trockener A.C.-Weißwein vom Rand
des Chablis-Anbaugebiets.
Perlwein
Durch künstliche Zuführung von Kohlensäure (Imprägnieren) leicht schäumend gemachter Wein.
Piemont
Wichtigstes und nach Apulien größtes italienisches Weinbaugebiet mit
zum Teil hervorragenden Rotweinen (Barolo, Barbaresco, Gattinara usw.), Zentrum
der Vermouth- und Schaumweinherstellung (Asti).
Pinot
Französische Traubensorte, aufgeteilt in Pinot noir, Pinot blanc, Pinot
gris, Pinot Chardonnay und Pinot Meunier. Die Pinotnoir-Traube liefert
den edelsten Burgunder, Pinot Chardonnay weißen Burgunder wie Chablis und
auch Champagnerwein. Pinot gris, in Deutschland Ruländer und im Elsaß fälschlich Tokajer genannt, erbringt Weine unterschiedlicher Qualität. Pinot blanc
wird mehr in Italien angebaut. Pinot Meunier ist eine weniger hochwertige Sorte.
Pomerol
Eins der Anbaugebiete für Bordeauxweine mit guten, aber nicht ganz so
großen Weinen wie Medoc oder St-Emilion.
Pommard
Der bekannteste rote Burgunder von der Côte-d'Or.
Portugieser
Eine trotz ihres Namens wahrscheinlich aus Niederösterreich
stammende Traubensorte, die gute, aber nicht sonderlich große Weine liefert.
Begehrt sind Weine aus der Portugiesertraube als Verschnittwein.
Portwein
Seit 1450 erzeugter, gespriteter Wein aus dem nördlichen Teil des
Daurotales in allen Geschmacksrichtungen und Farben von Weißgelb bis Braunrot. Hauptunterschiede: Ruby Port, verhältnismäßig jung, und Tawny Port,
der mehrere Jahre in Eichenfässern lagert. Außerdem Jahrgangsportweine (Vintage
Ports) in besonders guten Jahren und von Kennern hochgeschätzte weiße Portweine (White Ports).
Premier Grand Cru Classé
Erste der fünf Kategorien, in die die Châteaux im Médoc durch
die Klassifizierung von 1855 eingestuft wurden. Unter die Kategorie fallen: Lafite
Rothschild, Latour, Margaux, Mouton-Rothschild und Haut-Brion.
Primeur (meistens Beaujolais)
junger, frischer Rotwein, der kurz nach der Gärung abgefüllt
und wenige Monate später getrunken wird. Erstverkaufstag ist jedes Jahr der dritte
Donnerstag im November. Empfohlene Trinktemperatur: 10-12 Grad.
QbA
Qualitätswein bestimmte Anbaugebiete; zweithöchste deutsche
Klassifizierung.
Im deutschen Weingesetz von 1971 gesetzlich festgelegte Bezeichnung für
Weine, die nach einer amtlichen Prüfung frei von Fehlern sein müssen, einen gebietsweise festgesetzten Mindestalkoholgehalt besitzen, eine Prüfungsnummer
tragen, ausschließlich aus einem der 11 deutschen Anbaugebiete stammen,
deren Most aber mit Zucker angereichert werden darf.
QmP
Qualitätswein mit Prädikat; höchste deutsche Klassifizierung.
Elegante und ausgereifte Weine der gehobenen Klasse, amtlich geprüft, ohne
Zuckerzusatz. Eingeteilt in: »Kabinett«, »Spätlese«, »Auslese« »Beerenauslese«,
»Trockenbeerenauslese«, »Eiswein«.
Rahn
Ein Wein, der durch Oxidation braun wird und kurz vor dem Ungenießbarwerden steht.
Rassig
Ein Wein mit verhältnismäßig viel Säure. Nicht unbedingt ein Lobesprädikat.
Rauh
Ein Wein mit zuviel Gerbsäure.
Reblaus
Zu den Pflanzenläusen gehörendes Insekt, das sich an den
Wurzeln der Reben festsetzt. Der im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppte ca. 1/2
mm große Schädling verursacht vor allem Wucherungen an den Wurzeln. Bekämpft wird die Reblaus durch resistente Züchtungen, Quarantäne und
Schwefelkohlenstoff.
Récolte
Ernte, bezeichnet auf Weinetiketten den Jahrgang.
Reif
Ein Wein ohne störenden Beigeschmack. Die Bezeichnung war bis zum Weingesetz von 1971 für Naturweine erlaubt.
Restsüße
Der nicht in Alkohol und Kohlensäure verwandelte Traubenzucker,
entweder bei sehr hohem Zuckergehalt des Mostes oder durch künstliches Stoppen.
Rezent
Ein frischer, voller Wein mit einer schönen Säure.
Rhôneweine
Alle französischen Weine, die an den Ufern und Hängen der Rhône ungefähr zwischen Vienne (südlich von Lyon) und Arles wachsen, darunter so berühmte
wie der Chateauneuf-du-Pape, Hermitage, Lirac und Tavel. Die Qualität der
großen Bordeaux und Burgunder erreichen die Rotweine nicht. Die Rosés
sind empfehlenswert, die Weißweine drittklassig.
Riesling
Die vielleicht edelste Weißweintraube, in Deutschland besonders
bevorzugt trotz ihrer späten Reife und Neigung zu Fäulnis bei nassem Herbstwetter.
Verlangt als Boden Schiefer oder verwittertes Urgestein.
Rioja
Bekannter spanischer Wein aus dem Tal des Rio Oja, eines Nebenflusses
des Ebro. Größtenteils aus spanischen Trauben gewonnen und manchmal von hoher
Qualität.
Rosé
Hellroter Wein von dunklen Trauben, bereitet durch rasches
Abpressen, so dass nur wenig Farbstoff aus der Beerenhaut in den Wein gelangt.
Rosé d'Anjou
etwas liebliche Roséweine mit A.C. von der Loire.
Rotling
Blaß- bis hellroter Wein aus einer Mischung von Weiß- und
Rotweintrauben oder -
maischen; in Württemberg auch Schillerwein, in Baden Badisch Rotgold
genannt.
Roussillon
Gegend in Südwestfrankreich, hat meist einfache Tafelweine,
aber auch aufstrebende Appellationen mit schönen Weißweinen (Picpoul de Pinet)
Ruländer
Auch Grauer Burgunder oder (im Elsaß) Tokajer genannt. Stammt von
der burgundischen Pinot gris ab. Liefert gute und gehaltvolle Weine, vor
allem am Kaiserstuhl und in der Ortenau.
Ruwer
Nebenfluss der Mosel, nördlich von Trier mündend. Die Spitzenweine gehören wie die der Saar zu den besten deutschen Weißweinen.
Sancerre
Region im Loire-Tal mit hervorragenden Weiß- und Roséweinen,
nur wenig Rotweine.
Samtig
Bezeichnung für milde, ausgeglichene und körperreiche Rotweine.
St-Emilion
Liefert neben den Weinen des Medoc die besten Bordeaux-Rotweine.
Sauber
Ein Wein, an dem nach Herkunft, Behandlung und Jahrgang nichts
auszusetzen ist.
Säure
Die in der Weintraube vorkommenden Säuren sind Wein-, Apfel- und Milchsäure.
Essigsäure kann sich nur durch falsche Behandlung einstellen und
verdirbt den
Wein. Ein gewisser Säuregrad ist notwendig, da sonst jeder Wein schal
und
abgestanden schmecken würde. Wein mit viel Säure nennt man herb.
Sauternes
Teildistrikt des Weinbaugebiets Graves südlich von Bordeaux, berühmt für
seine
Beeren - und Trockenbeerenauslesen, die aus der Sauvignon - und
Semillon - Traube gewonnen werden.
Sauvignon
Traubensorte, aus der die weißen Bordeaux, manchmal zusammen mit der
Semillon-Traube, gekeltert werden.
Schiava
Italienische Bezeichnung für die in Südtirol Großvernatsch genannte
Traube,
aus der u. a. der echte Kalterer See gewonnen wird.
Shiraz
Vor allem in in Australien und Chile ausgebaute Rotweintraube.
Auch, aber
seltener in Frankreich als Syrah ausgebaut.
Schillerwein
Württembergische Weinspezialität, für die Rot- und Weißwein zusammen
gekeltert werden. auch Rotling.
Schönung
Gesetzlich erlaubte Methode zur Klärung des Weins durch organische oder
chemische Substanzen.
Schwanz
Tritt ein auffälliger Nachgeschmack beim Probieren eines Weines ein, so
hat
dieser einen Schwanz. Das kann im Guten wie im Schlechten gelten.
Schwefeln
Zusatz von Schwefeldioxid, schwefliger Säure oder Sulfiten zum Most
oder Wein,
um die Gärung zu verlangsamen oder zu stoppen.
Semillon
Französische Weißweintraube, die zusammen mit der
Sauvignon-blanc-Traube
den Sauternes und Graves liefert.
Sherry
Der berühmteste spanische Wein, der in der Umgebung der südspanischen
Stadt
Jerez (von den Briten in Sherry verballhornt) wächst. Trocken als
Aperitif, süß als
Dessertwein getrunken. Man unterscheidet drei Haupttypen: Amontillado,
Fino und
Oloroso. Da die Flaschen nach dem sogenannten Solerasystem aus Fässern
von
Weinen verschiedener Jahrgänge gefüllt werden, gibt es keine
Jahrgangssherrys.
Sieger-Traube
Von Scheu-Alzey gezüchtete Kreuzung zwischen der Tafeltraube Madeleine
Angevine und dem Gewürztraminer.
Silvaner
Häufig auch Sylvaner geschrieben. Wahrscheinlich aus Transsylvanien
(Karpaten)
stammende Weißweintraube, die früh reift, relativ widerstandsfähig
ist und je nach
Lage und Jahrgang gute bis vorzügliche Weine liefert. Früher als »Österreicher«
bezeichnet, im Elsaß fälschlich Tokajer und im Schweizer Wallis
Johannisberg genannt.
Soave
Berühmter, frischer und leichter Weißwein aus Verona.
Sommelier
Der französische Weinkellner, oft auch Kellermeister, trägt eine
Probetasse
(»Tastevin«) um den Hals und eine Schürze.
Spriten
Zusetzen von hochwertigen Branntweinen vor allem bei Südweinen, um die
Gärung zu unterbrechen, möglichst viel Süße zu erhalten und die
notwendigen
Alkoholgrade zu erreichen.
Stoppen
Abbrechen der Gärung durch Schwefeln oder Kühlen.
Süße
Kein Qualitätsprädikat für Wein oder doch nur bedingt, wie z. B. bei
guten
Sauternes oder deutschen Beerenauslesen. Bei den meisten anderen Weinen
wird die Süße nur durch Spriten (Südweine), durch Stoppen oder durch
Zuckerung
erzielt. Deutsche Weine dürfen die Geschmacksangabe »süß« tragen.
Sylvaner
Erfrischender, trockener, leichter Weißwein, wird viel im Elsaß
und in
Deutschland angebaut.
Tafelwein
Nur aus geeigneten, amtlich vorgeschriebenen Rebsorten von
genehmigten
Weinbergen stammende leichte und bekömmliche Weine mit einem
Alkoholgehalt von 8,5 Prozent. Zuckerung ist in den behördlich
vorgeschriebenen
Mengen erlaubt. Deutscher Tafelwein muss mit Ausnahme von Rotweinen, für
die
bis 1979 ausländischer Rotwein mit verwandt werden konnte, aus einem
der
deutschen Tafelweinbaugebiete stammen.
Tannin
Gerbstoff, eine in den Schalen, Stielen und Kernen der Trauben
vorkommende
Substanz; gelangt aber auch aus Eichenfässern in den Wein. Tannin wirkt
konservierend und ist deshalb in Weinen, die für längere Lagerzeit
bestimmt
sind, ein wesentlicher Bestandteil.
Tavel
Vielleicht der beste französische Roséwein aus dem Anbaugebiet der Rhône.
Terlaner
Gern getrunkener Südtiroler Weißwein aus dem gleichnamigen Ort im
Etschtal.
Tête de cuvée
Ein vor allem in der Bourgogne gebräuchlicher Ausdruck für die
crème de la crème eines Weines.
Tokajer
Der berühmteste ungarische Wein aus der Furmint-Traube, bis auf den
trockenen
Szamorodner ein hochwertiger, schwerer Dessertwein, dessen beste Sorten
deutschen Beerenauslesen gleichen.
Traminer
Eine der ältesten Traubensorten, die schon im alten Ägypten angebaut
wurde.
Sehr anpassungsfähig und variantenreich. Stellt hohe Ansprüche an den
Boden
und liefert erstklassige Weine, die allerdings nicht jedermanns
Geschmack sind.
In Baden »Clevner« genannt.
Trocken
Geschmackskennzeichnung für Wein mit einem Bestzuckergehalt von höchstens
vier Gramm bzw. von neun Gramm je Liter, wenn der Gesamtsäuregehalt
höchstens um zwei Gramm pro Liter unter dem Restzuckergehalt liegt.
Trockenbeerenauslesen
Sehr edler Wein mit einem eindeutigen Honigduft. Dies wird erreicht,
wenn die
Trauben mit der "Edelfäulnis" behaftet sind und daher
"zusammenschrumpfen".
Trollinger
Praktisch nur in Württemberg und Südtirol, wo sie Großvernatsch
genannt wird,
angebaute Traubensorte. Die aus ihr bekelterten Weine erinnern
geschmacklich an Beaujolais.
Valpolicella
Einfacher, aber gut bekömmlicher, italienischer Rotwein aus der
Gegend
um Verona.
VdP
Verband deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter.
V.D.Q.S
Wein höherer Qualität aus einer bestimmten, genau abgegrenzten Gegend.
Rangiert nach dem französischem Recht hinter den A.C.-Weinen.
Veltliner
Italienisch Valtellina. Süffiger, wenn zwei bis drei Jahre gelagert,
ausgezeichneter
Rotwein aus den Gebirgstälern südlich der Schweizer Grenze.
Verbessern
Keineswegs identisch mit Panschen, sondern kellertechnische Maßnahmen
zur
Erhöhung oder Erhaltung des Zuckergehalts bzw. zum Abbau von zuviel Säure.
Heute meist »Anreichern« genannt.
Verschnitt
Mischung aus verschiedenen Weinen und Mosten, fälschlich für ein
negatives
Merkmal gehalten. Alle Bordeaux sind z. B. Verschnittweine.
VIN CUIT
"gekochter Wein"; Provencalische Spezialität für
Weihnachten und festliche
Angelegenheiten. Durch das Kochen des Rosé-Weines ist der Saft so
konzentriert,
dass nach der sehr langen Gärung ein süßer und gehaltvoller
Dessertwein entsteht.
vieilles vignes
Alte Reben, daher besonders gut,
aber nicht mehr so ertragreich und die ganze Kraft des Rebstockes geht in die Trauben.
Vin de Pays
Französischer Tafelwein, der mit einer Gebietsangabe (Departement,
Produktionszone) gekennzeichnet ist; » vornehmere« Ausgabe
eines V.C.C.-Weines.
Vin Ordinaire
In Frankreich billiger Konsumwein, oft aus Algerien stammend oder mit
algerischen Weinen verschnitten.
Vino Tinto
Spanisch: Rotwein.
Voll
Der Ausdruck bezieht sich nicht auf den Alkoholgehalt, sondern auf die
Fülle an Körper.
Wachstum
Bezeichnung für die Herkunft des Weins, gibt meist die Lage oder den
Besitzer
des Weinguts an. (Gleichbedeutend mit Kreszenz.) Als Weinkennzeichnung
nicht mehr erlaubt.
Weißherbst
Roséwein aus den bestimmten Anbaugebieten Ahr, Baden, Franken,
Rheingau,
Rheinhessen, Rheinpfalz und Württemberg, bereitet aus einer einzigen
Rebsorte Qualitätswein.
Wermut
Häufig noch Vermouth (englisch) geschrieben. Gespriteter und mit Kräutern
und
Drogen gewürzter Wein, dessen wichtigster Bestandteil eine südeuropäische
Beifußart (Artemissa absinthium) ist. Französischer Wermut ist meist
hell und
trocken. Italienischer Wermut gliedert sich in Vermouth Bianco (hell und
süß),
Vermouth Rosso (rot und halbsüß), Vermouth Dry oder Secco (trocken)
und
Vermouth Amaro (halbbitter).
Winzergenossenschaften
Freier Zusammenschluß von Weinbauern auf genossenschaftlicher Grundlage
zur gemeinsamen Ernte, Lagerung und zum gemeinsamen Verkauf. Sie haben
dem Verbraucher gegenüber die gleichen Rechte und Pflichten wie
Einzelbesitzer eines Weinguts.
Wuchtig
Ein Wein mit viel Alkohol und Körper.
Würzig
Weine mit einer natürlichen, auf Bodenbeschaffenheit und Traube
beruhenden Würze.
|