Die
Weintemperatur beeinflusst stark unsere Empfindlichkeit auf dem
Gaumen und auch in der Nase. Die korrekte Serviertemperatur ist
deshalb für den Weingenuss ganz entscheidend.
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Den Beweis dazu
lieferte vor einigen Jahren eine "Gault-Millau"-Blindprobe. Eine
Anzahl erfahrene Weinkoster degustierten erst eine Serie großer
Weine in der Idealtemperatur. Gleich darauf wurden genau
dieselben Weine serviert, allerdings zu warm bzw. zu kühl. Kein
einziger der Kandidaten erkannte die Weine wieder, und alle
Bewertungen fielen deutlich niedriger aus als die der ersten
Serie!
Dies liegt daran, dass sich Geruchs- und Geschmacksmerkmale bei
verschiedenen Temperaturen besser oder schlechter entfalten. Die
Servier-Temperatur hat auf den Weingenuss einen ganz
entscheidenden Einfluss.
Generell gilt: Bei tiefen Temperaturen tritt die Säure
hervor, die Bitterkeit ist kaum spürbar und die Süße wirkt
angenehm. Bei hohen Temperaturen hingegen tritt die Säure
zurück, die Weine schmecken bitter und die Süße wirkt plump und
pappig. Auch fällt der Alkohol in warmen Weinen unangenehm auf.
Die vereinfachte Temperatur-Regel lautet: "Weissweine nicht zu
kalt und Rotweine nicht zu warm": Weissweine unter 6° verlieren
jedes Aroma und schmecken im Mund nur noch sauer. Rotweine über
20° wirken alkoholisch und plump. Am besten nimmt man den
Weisswein aus dem Keller und kühlt ihn im Eiskübel kurz vor dem
Einschenken auf die richtige Temperatur. Meistens werden die
Weissweine jedoch im Kühlschrank auf die richtige Temperatur
gebracht. Dies schadet dem Wein - entgegen anders lautenden
Gerüchten - in keinster Weise. Allerdings sollte man daran
denken, dass die meisten Kühlschränke 3-4° und eben nicht 8-10°
kalt sind.
Beachten Sie auch, dass sich der Wein beim Einschenken sofort
erwärmt. Er sollte deshalb immer etwa 2° unter der gewünschten
Trinktemperatur serviert werden.
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Der Ausdruck "Chambrieren" kommt
aus dem Frankreich des vorigen Jahrhunderts und bedeutet,
den Wein sorgfältig von der Kellertemperatur von etwa 10° auf
die Raumtemperatur zu bringen. Der Ausdruck meint dabei bewusst
die Temperatur der "chambres", die damals die kühlsten Räume im
Haus waren. Kühler jedenfalls als die Küche oder die Salons, die
mit Cheminées ausgestattet waren. Mit chambrieren war und ist
die Temperatur von 16, maximal 18° gemeint.
Die Idealtemperaturen
6-8° -
Champagner, Schaumweine, Chasselas, Riesling, Sauvignon Blanc,
junge Chardonnays und Süssweine
Alle Roséweine
8-10° - Reife Chardonnays und Sauternes
13-15° - Gamay, junge Merlots, junge Pinot Noir Weine
15-17° - Junger Bordeaux, leichter Cabernet, Barbera, Merlot
16-18° - Grosse Burgunder, Bordeaux, Italiener, Spanier,
Kalifornier etc.
17-19° - Barolo, Reciotto Amarone
(Die niedrigere Temperatur gilt jeweils für die einfacheren, die
höhere für die komplexeren, qualitativ besseren Weine jeder
Kategorie.)
Serviertipps
Weisswein
- Hat der
Weisswein noch nicht die richtige Temperatur, so sollte man
ihn im Kühlschrank langsam auf die richtige Serviertemperatur
bringen; Schockkühlung im Eiskübel oder Eisfach vermeiden.
- Den oberen
Teil der Kapsel mit einem Messer abschneiden und entfernen.
- Den Korken
entfernen und neben die Flasche auf einen "Untersetzer" o.ä.
legen.
- Von jeder neu
geöffneten Flasche giesst sich der Gastgeber zunächst einen
Schluck in sein Glas und probiert diesen, um sicherzustellen,
dass der Wein fehlerfrei ist.
- Dann giesst er
seinen Gästen ein und füllt zum Schluss sein eigenes Glas auf.
- Die Gläser
dürfen nie ganz gefüllt werden, maximal bis zur Hälfte. Eine
Ausnahme bildet hier der Sekt. Diese Gläser werden etwa zu
drei Viertel gefüllt.
Sekt /
Champagner
- Den Sekt oder
Champagner auf die gewünschte Serviertemperatur bringen (s.
Weisswein).
- Den oberen
Teil der Kapsel entfernen (am Aufreisstreifen ziehen und
Kapsel abheben.
- Mit dem Daumen
einer Hand den Korken festhalten, mit der anderen Hand die Öse
der Verdrahtung aufdrehen und den Drahtkorb abnehmen.
- Flasche leicht
zur Seite neigen, Flasche mit einer Hand am Boden festhalten
und mit der anderen den Korken lockern.
- Den Korken
festhalten und die Flasche um die Längsachse hin- und
herdrehen. Der Korken soll nun mit einem leisen "Plopp"
herausgleiten.
- Das Glas
schräg halten und den Sekt langsam eingießen, ohne ihn
überschäumen zu lassen.
- Das Glas nur
zu drei Viertel füllen.
Rotwein
- Rotwein, der
zu kühl aus dem Keller kommt, sollte im Zimmer auf
Serviertemperatur gebracht werden (Nur Barbaren stellen ihn
auf die Heizung).
- Alte Rotweine,
die noch dekantiert werden müssen, sollten schon zwei Tage
vorher aus dem Keller geholt werden, damit das Depot auf den
Flaschenboden sinken kann.
- In der Regel
wird der Wein ca. ein bis zwei Stunden vor dem Servieren
dekantiert. Dabei ist darauf zu achten, dass das Depot nicht
in den Dekanter / die Karaffe gelangt.
- Handelt es
sich um sehr hochwertige Weine, so kann auch die leere Flasche
mit dem Korken neben den Dekanter auf den Tisch gestellt
werden.
- Wird auf das
Dekantieren verzichtet, sollte der Wein mindestens 4 Stunden
vor dem Servieren geöffnet werden, damit der Wein "Luft
bekommt".
- Von jeder neu
geöffneten Flasche gießt sich der Gastgeber zunächst einen
Schluck in sein Glas und probiert diesen, um sicherzustellen,
dass der Wein fehlerfrei ist.
- Dann gießt er
seinen Gästen ein und füllt zum Schluss sein eigenes Glas auf.
- Die Gläser
dürfen nie ganz gefüllt werden, maximal zu einem Viertel bis
zu einem Drittel des Kelches.
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