Wer guten Wein zu schätzen weiss, behandelt ihn sorgfältig. Wein
richtig servieren, gleicht einer Zeremonie. Wein aus einem
schönen Glas trinken, zeigt Kultur. Wein trinken ist ein Genuss.
Um den Korken richtig zu entfernen, benutzt man zuerst den
Folienschneider. Er trennt die Metallkapsel sauber durch und der
Wein kommt beim Einschenken mit dem Blei nicht in Berührung.
Ganz wichtig ist ein guter Korkenzieher.
Duftnoten wie Kirsche, Vanille oder Zedernholz
erwarten Kenner, wenn sie einen guten Rotwein öffnen. Groß ist
die Enttäuschung, wenn sich zu den feinen Aromen des edlen
Tropfens der Geschmack vom Korken mischt: Der Wein "korkt".
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Die Tradition, Weingefäße mit dem
elastischen, wasserdichten aber gasdurchlässigen Kork zu verschließen, reicht
bis zu den alten Griechen zurück. Schon sie drückten Korkpfropfen in die
Öffnungen schlanker Amphoren. Kork ist eines jener Produkte, die seit
Jahrtausenden von den Menschen genutzt werden. Bereits die Ägypter haben vor
über 4000 Jahren Kork verwendet, später auch die Chinesen, Griechen und die
Römer. Im alten Rom wurden unter anderem fassartige Gefässe mit Korkstücken
verschlossen. Mit aufkommen der Glasflaschen im 17. Jahrhundert, begann der Kork
seinen Siegeszug als Flaschenverschluss. Wirkliche Bedeutung gewann Korken
jedoch erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Damals wurde es durch ausgeweitete
Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sinnvoll, Wein serienmäßig in Flaschen zu
füllen und diese fest zu verschließen.
Die Feinde des Korkens behaupten,
dieser altmodische Stöpsel sei bloß ein unangenehmes Element, dessen einzige
Eigenschaft darin bestehe, den wunderbaren Moment der Flaschenöffnung unnötig
schwierig zu gestalten. Die so genannte Korken-Notwendigkeit sei nur der Beweis,
wie affektiert Weinliebhaber sich inszenierten. Man könnte, wenn man wollte,
sogar noch einen drauflegen: Oftmals ist der Korken daran Schuld, dass man die
ganze Flasche wegschmeissen muss. Wer hat nie erlebt, wie man nach dem ersten
Schluck ausspucken muss, wegen dieses Korkengeschmacks?
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Der Hauptverantwortliche für den
"Korkschmecker" ist seit langem bekannt, und die Chemiker sind auf dem besten
Weg, ihn zu neutralisieren. Die Tage des TCA (Trichloroanisol) und damit des
Korkengeschmacks sind gezählt. Ob der Korken die Lagerung des Weines fördert
oder zumindest keinen nennenswerten Einfluss auf den Lagerungsvorgang hat,
bleibt aber umstritten - es spräche auf jeden Fall nicht gegen den kleinen
Flaschenpfropfen. Egal, Kork-Gegnern ist es einfach unerträglich, eine Flasche
zu entkorken.
Was die Korkenhasser nicht
verstehen, ist, dass der Korken nicht bloß eine praktische Frage ist. Sobald
wir den Korkenzieher sehen, werden die Geschmacksnerven aufmerksam. Hören wir
das anmutige Popp!, ist unser Geist gereizt. Und was passiert mit dem
Schraubverschluss? Nichts. Einfach nichts. Die Stille, die traurige Stille, die
dem Geist des Weingenusses absolut widerspricht. Zugegeben, man kann allein Wein
trinken oder verkosten, aber eigentlich ist das Weintrinken hauptsächlich eine
Einladung, unter mehreren Menschen, zur Unterhaltung. Und genau wie im Theater,
wo das Stück mit dem Gong angekündigt wird, eröffnet das Popp! unsere
Weingesellschaft.
Tipp:
Sie kennen das schon:
Da präsentiert der Kellner siegesgewiss die edle Flasche,
schenkt ein und reicht nonchalant den Becher, Sie stecken
die Nase ins Glas und hoppla, was riecht denn da?
Schimmelig wie Großvaters Abstellraum, modrig wie ein
Waldspaziergang im Nebel, mit diesem Nachgeschmack im Mund
von feuchtem Karton das kann nur ein Korkschmecker sein.
Und schon sind Sie im Dilemma: Bin ich Kenner genug, mich
gegen den Sommelier durchzusetzen? Hat der Wein einen
Fehler, oder schmeckt er einfach so?
Dann versuchen Sie folgenden Trick, mit dem Sie sich
garantiert Respekt verschaffen. Sie bitten um ein Wasser
ohne Kohlensäure und verdünnen damit den Wein im Glas. Dann
schnuppern sie noch einmal daran. Verstärkt sich der
unangenehme Geruch, ist es tatsächlich Kork, und Sie dürfen
getrost eine neue Flasche ordern. Ist er verschwunden,
braucht der Wein einfach etwas Luft nach der Gefangenschaft
in der Flasche lassen Sie ihn in eine Karaffe umgießen
und belüften Sie ihn zusätzlich, indem sie ihn etwas länger
im Glas kreisen lassen. |
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Kork ein viel gefragtes Produkt
ist teuer geworden und häufig ist die Qualität mangelhaft. Aber nur ein guter
Korken kann einen hochwertigen Wein schützen und lange erhalten helfen. Insofern
ist es verständlich, dass immer wieder Versuche unternommen werden, den
Flaschenverschluss Kork durch andere Materialien wie Kunststoffverschlüsse oder
Drehverschlüsse zu ersetzen. Ohne Frage sind Drehverschlüsse anerkannte
Flaschenverschlüsse, die einen Wein über lange Zeit vor dem schädlichen
Sauerstoffeinfluss schützen können. In Teilen des Landes ist es zwischenzeitlich
üblich, Literflaschenweine mit einem Drehverschluss zu verschließen und auch
kleinere Flaschengrößen, wie wir sie in Flugzeugen oder im Speisewagen der Bahn
finden, ebenso in der Minibar von Hotels, sind vielfach mit Schraubverschlüssen
verschlossen. Dies in erster Linie deshalb, üblich, weil ein Drehverschluss
einfach ohne den Einsatz eines Korkenziehers geöffnet werden kann und was bei
Literweinen in der Gastronomie üblich ist, wo der Wein glasweise ausgeschenkt
wird die Flasche wieder verschlossen wird. Dies ist bei einem Drehverschluss
wesentlich einfacher als bei einem Korken.
"Quercus suber", die Korkeiche,
deren Rinde Rohstoff für alle Korkprodukte ist, wächst rund um das westliche
Mittelmeer. Mit Abstand wichtigster Produzent ist Portugal. Die knorrigen Eichen
prägen das Gesicht weiter Landschaften, sie bedecken fast ein Drittel der
Gesamtfläche des Landes, rund eine Million Hektar. Geringer Niederschlag bei
hoher Luftfeuchtigkeit, viel Sonne im Sommer und regenreiche Winter sind
entscheidend für das Wachstum. Die Korkeiche kann bei schonender Behandlung
drei- oder vierhundert Jahre alt werden. Wenn sie das Alter von 25 Jahren
erreicht hat, kann man sie etwa alle neun Jahre ernten. Die Ernte ist die Rinde
des Baumes, die den begehrten Rohstoff Kork liefert. Weitere Anbauländer sind
Italien, Frankreich, Algerien, Marokko, Tunesien, China und Korea, jeweils aber
nur mit sehr geringem Anteil.
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Visuell lässt
sich die Qualität der Korken nach der Anzahl und der Größe ihrer
Poren messen: Je größer die Poren, desto schlechter die
Qualität. Ein Champagnerkorken ist von der Form her im Ursprung
zylindrisch wie ein normaler Weinkorken, jedoch ca. drei
Zentimeter im Durchmesser. Das Korkgewebe ist dicht mit Zellen
gepackt, welche Wasser abweisend, mit Luft gefüllt und und
elastisch sind. Ein Vierbacken-Korkschloss quetscht den Korken
auf etwa zwei Zentimeter zusammen. Daraufhin wird der Korken
mechanisch ca. zwei Zentimeter tief in den Flaschenhals
eingeführt. Die darauf folgende Ausdehnung sorgt für besonders
Wasser abweisende Dichte im Flaschenhals. Diese einmaligen
Qualitäten des Korken sind ideal für den Verschluss des
Champagner, da es nicht nur um die Feuchtigkeit geht, sondern
auch um den Schutz gegen das Entweichen der kostbaren
Kohlensäure. Ergänzend erhält der Champagnerkorken eine kleine
'Metallkappe' (Plaque). Diese schützt den Korken vor
einem Einschneiden durch den Draht. Daraufhin wird das
zusätzlich sichernde, traditionelle Drahtkörbchen angebracht.
Auf dem Korken eines wahren Champagners muss zwingend 'Champagne'
stehen. Bei Jahrgangs-Champagner muss zusätzlich eine
Jahreszahl angegeben sein.
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Der Einsatz von Korken mit
schlechter Qualität hat dafür gesorgt, dass jedem Weintrinker die Aussage der
Wein hat Kork geläufig ist. Wichtig für einen guten Korken ist die sorgsame
Ernte und Auswahl des Korks sowie die richtige und zeitlich ausreichende
Lagerung der Korkplatten. Nur so kann sichergestellt werden, dass von Pilzsporen
unkontaminiertes Material verwendet wird. Der Kork sollte aus einem Stück
gefertigt sein. Für die Lagerung der fertigen Korken sollte nur
luftdurchlässiges und geruchsneutrales Material verwendet werden. Schliesslich
sollten auch die Lagerbedingungen für die Korken im Hinblick auf Gerüche,
Luftfeuchtigkeit, etc. entsprechend sein. Leider wird auch allzu oft bei Weinen
mit Fehltönen (sog. Böxer) der Korken als Verursacher vorgeschoben. Dabei ist es
oft der Wein selbst, der durch fehlerhaften Ausbau, falsche oder unsaubere
Verarbeitungsmethoden oder durch falsche Lagerung unangenehmen Geruch und
Geschmack erzeugt.
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Mit dem Einsatz des Korkens
als Flaschenverschluss hat sich im 17. Jahrhundert auch ein neues Problem
ergeben. Wie bekommt man diesen Verschluss, der vollständig und sehr fest in den
Flaschenhälsen steckt wieder heraus?
Aus dieser Problemstellung heraus wurden die ersten Korkenzieher entwickelt.
1775 wurde der erste Korkenzieher patentiert. Es handelte sich dabei um einen
Stangenkorkenzieher mit einer Bohrspirale; diese Art ist auch heute noch
gebräuchlich. Einen guten Korkenzieher erkennt man an seiner Seele, der
Spirale. Sie muss so gerade gearbeitet sein, dass man durch ihre Mitte einen
dünnen Bleistift stecken kann. Im laufe der Jahrhunderte wurden über 400 Patente
für Korkenzieher vergeben. Unter anderem gibt es Stangen-, Glieder-, Spindel-,
Flügel- und Federkorkenzieher. Um den Kraftaufwand zu minimieren, wurde und wird
auf verschiedene ausgeklügelte Hebelmechanismen zurückgegriffen. Einen anderen
Weg beschreiten dagegen Korkenzieher, bei denen eine Kanüle durch den Kork
gestoßen wird um dann durch dieselbe Luft oder ein Gas in die Flasche zu
drücken. Der Korken wird somit also herausgepresst. Die Vielfalt in Form, Farbe
und Ausführung hat Korkenzieher zu einem begehrten Sammlerobjekt werden lassen.
Korkverschluss ist heute kein absolutes Muss mehr für Wein. Nur Weine die noch
in der Flasche reifen müssen und tanninhaltige Rotweine sind auf einen Korken
angewiesen, da nur der Kork den Wein ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Der
Einsatz von Kork ist heute also vor allem eine Sache des Geschmacks und weniger
der Qualität. Und so werden sich die Fachleute auch weiterhin darüber streiten,
ob der Korken ersetzt werden soll oder nicht. Letztlich entscheiden die
Verbraucher, ob Sie künftig auch alternative Verschlüsse akzeptieren, oder ob
Sie einen Korken für unerlässlich halten, wenn es um das Gesamtbild einer guten
Flasche Wein geht. Zum Wohl!
Der Korken als Glücksbringer
Sie könnten Ihren
Gästen beim Servieren eine alte Tradition vorstellen, indem Sie
der Unterseite des Korkens vorsichtig einen Einschnitt zufügen,
dort eine beliebige Münze einfügen und diese Kombination
jemandem überreichen. Solange die Münze und der Korken vereint
bleiben, bleibt laut Legende dem Empfänger auch das Glück treu.
Es wird gemunkelt, dass wenn der Champagnerkorken einer Dame
überreicht wird, diese lediglich drei Nächte mit dem Korken
unter ihrem Kissen verbringen muss, ehe sie von jenem Mann
träumen wird, den sie letztlich heiraten wird!
Entwicklungshelfer des Weins
Die Abfüllung in luftdichten Glasflaschen
verhindert den Kontakt mit Sauerstoff und damit die Oxidation. Durch die
Berührung mit zu viel Luft könnte der Wein seine Frische verlieren und eventuell
seine Farbe verändern und schließlich umkippen. Allerdings bleibt eine
Schwachstelle: Die Öffnung. Als nahezu idealer Verschluss hat sich der aus der
Rinde der Korkeiche gewonnene Korken erwiesen.
Kork ist elastisch, sitzt also passgenau im Flaschenhals und verhindert
so das Auslaufen des Weins. Zugleich lässt er einen minimalen Luftaustausch zu
der Wein kann reifen, ohne zu oxidieren und verliert nur geringste Mengen an
Flüssigkeit durch Verdunstung. Im Idealfall darf man den Korken wohl als einen
Entwicklungshelfer des Weins bezeichnen. Allerdings gilt dies nur für
hervorragende Qualitätskorken.
Kork besteht aus kleinen, in sich abgeschlossenen Zellen, die wie ein
Luftpolster wirken. In ihrem Innern befinden sich geruchlose Gase.
Qualitätskorken sollten von Korkplatten stammen, die wenigstens sieben Jahre alt
sind. Sie müssen sorgfältig verarbeitet werden und mindestens 45 mm Länge
messen. Die Haltbarkeit hochwertiger Korken beträgt 20 bis 25 Jahre, dann
beginnt ihr Zerfall. Für den Wein bedeutet dies: er muss umgekorkt werden.
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Korkschmecker. Oft werden Korken in einer chlorhaltigen Lösung gebleicht
und sterilisiert. Diese Lösungen reagieren mit den Phenolen (Moleküle aus
Farbstoffen, Gerbstoffen und Geschmacksstoffen), die in jedem Naturkork stecken.
Das daraus entstehende Produkt wiederum reagiert mit Schimmelpilzen, die sich
überall "tummeln". Das Resultat ist ein Korken, der muffig riecht und diesen
Geruch an den Wein abgibt. Selbst ungebleichte Korken werden damit befallen,
denn Chlor (z.B. im Leitungswasser) und auch Schimmelpilze befinden sich überall
in der Umwelt.
Weine sollen horizontal, nicht vertikal
aufbewahrt werden. Ein Korken, der zu trocken ist und sich schwer ziehen lässt,
muss die Qualität des Weins nicht beeinträchtigen. Er kann jedoch beim Öffnen
der Flasche zerbröseln, Krümel können in den Wein gelangen, diese haben aber
keinen Einfluss auf den Wein, einfach einen Schuss abgießen. Schimmelige oder
schwarze Stellen an der Oberseite des Korkens haben keine Bedeutung und wirken
sich nicht auf den Wein aus. Sie rühren von einem feuchten Keller her.
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die im Mittelmeerraum
wächst. Nach dem Schälen wird die Rinde ein halbes bis zu zwei Jahren gelagert.
Bei der Qualitätsbeurteilung wird nur etwa die Hälfte für die Herstellung von
Weinkorken zugelassen. Dann wird der Kork in heißem Wasser gekocht, um ihn
elastisch zu machen. Dabei lösen sich auch die Tannine. Nach dem Stanzen wird
der Korken noch mit Paraffin oder Silikon überzogen, damit er besser in den
Flaschenhals rutscht.
Die qualitativ hochwertigsten und teuersten Korken bestehen aus einem
ganzen Stück und haben wenige Poren und Risse. Sie weisen die höchste
Elastizität und Lebensdauer auf. Für einfachere Weine werden Presskorken
verwendet. Ausnahme: Der Champagnerkorken ist immer aus Schnitzeln gearbeitet.
Kork ist knapp geworden; der Rohstoff wächst nicht so schnell nach wie
die Nachfrage steigt. Der Grund: Die ständig steigende Zahl von Abfüllern.
Knappe Rohstoffe werden teurer. Die Folge: Die Rinde wird weniger streng
selektiert der Anteil korkkranker Weine steigt. 5% fehlerhafte Korken gelten
heute als Durchschnittswert. Eine Alternative ist der Kunststoffkorken. Der
Kunststoffkorken ist ähnlich wie der Naturkorken aufgebaut luftdichte,
elastische Zellen garantieren Elastizität und Dichte. Im Gegensatz zum
Naturkorken birgt er keine Fehlerrisiken. Wichtig für die Verbraucher: Sie
brauchen beim Kunststoffkorken nicht auf das sinnliche Plopp beim Öffnen der
Flasche zu verzichten! Allerdings sollten Flaschen mit Kunststoffkorken stehend
gelagert werden.
Für Weine, die unmittelbar konsumiert werden sollen, also nicht für die
Lagerung bestimmt sind, ist ein Schraubverschluss ebenfalls eine gute Lösung um
"Korkschmecker" zu vermeiden.
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