LÄNDERAUSWAHL

DACH F   SIE SIND HIER: DEUTSCHLAND > ESSEN & TRINKEN > RUND UM DEN WEIN > DER KÖNIG DER WEINE

        
 

magellanworld
 

DER KÖNIG DER WEINE
 
BUNDESLÄNDER
ESSEN & TRINKEN
RUND UM DEN WEIN
ANBAUGEBIETE & WINZER
WEINDEGUSTATION
DAS RICHTIGE GLAS
TRINKTEMPERATUREN
WEINKULTUR
WEINLEXIKON
WEIN UND SPEISEN
WEINWANDERUNG
DEUTSCHE WEINSTRASSE
EISWEIN
FEDERWEISSER
DER KÖNIG DER WEINE
KORKROMANTIK
 
 
 
 
 
 
 

DER KÖNIG DER WEINE


    Das vielleicht berühmteste Getränk der Welt

 

Unstreitig ist der Champagner der König der Weine. Sein Genuss bleibt überall auf der Welt der Krönung besonderer Anlässe vorbehalten. Vor allem beherrscht er die letzten Minuten des alten Jahres. Es ist der Champagner, der den Glückwunsch für ein gutes neues Jahr begleitet. Das war schon im 17. Jahrhundert so, als Dom Perignon, Klosterverwalter der Benediktinerabtei in Hautvillers, die "Methode Champenoise" entdeckte. Seither wurde das prickelnde Getränk an den fürstlichen Tafeln geschätzt, angefangen von dem Franzosen François I. bis Heinrich VIII, dem Engländer, Casanova schlürfte ihn in seinem Alkoven und Madame de Pompadour in ihrem Boudoir. Er hat seither viele Zungen gelöst und für Stimmung gesorgt, man munkelt, er habe sogar beim Wiener Kongress zu friedlichen Lösungen beigetragen. Champagner, der Marlene Dietrich in „Sonntagslaune" versetzte, ist nach wie vor Synonym für heitere Stunden und Feste, geeignet mehr als nur ein Lächeln hervorzurufen.

Lange nicht jeder Rebenberg, der sich in der Weinbauzone der Provinz Champagne befindet, ergibt Champagner. Ein altes Gesetz begrenzt die Weinbauzone, deren Trauben das Anrecht auf die Benennung "Champagne" besitzen. Diese Gesamtfläche beträgt 30.000 Hektar, davon sind heute 18.000 mit Reben bepflanzt. Sie befinden sich in den Bergen von Reims, im Marnetal, an der Cote Blanche und im Gebiet von Aube.

Streifzug durch die Region

Mehrere Champagner-Routen von insgesamt 600 km Länge führen durch die groβen Anbaugebiete der Weine, die mit der „Methode champenoise" in das weltweit berühmte Getränk verwandelt werden. Sie allein umfassen bereits fünf Prozent der französischen Weinbaugebiete. Verschiedene Rundfahrten durchqueren die Gebiete rund um Reims, das Hügelland von Epernay und das Marnetal. Entlang der Côte-des-Blancs reihen sich die Chardonnay-Reben, aus denen Champagner hergestellt wird, ebenso im Gebiet Coteaux du Sézannais. Die Weinlagen der Côte des Bar  erstrecken sich zwischen den Städten Bar-sur-Aube und Bar-sur-Seine.

 

 

Auf diesen touristischen Champagner-Straβen weisen die Schilder „Accueil" überall den Weg in die Kreidekeller zu Champagner-proben, bei denen Weinbauern gerne ihre Arbeit von der Rebe zur Flasche erklären. Allerdings wäre es schade, die Zeit ausschlieβlich unter der Erde zu verbringen, denn entlang dieser Champagner-Routen gibt es auβer prickelnden Vergnügungen, reizvolle Landschaften und eine Menge Sehenswürdigkeiten zu entdecken, malerische Dörfer, Klöster und Kirchen, Schlösser und interessante Museen. In der Hügellandschaft von St. Thierry lässt es ich bei Tinqueux auf einer alten Römerstraβe wandeln oder durch die Wälder der Montagne de Reims spazieren. Im Marnetal ist das Renaissanceschloss „Boursault" der berühmten Witwe, Madame Clicquot, für Champagnerfreunde natürlich unumgänglich. Entlang der Marne reihen sich freundliche Winzerdörfer mit hübschen Dorfkirchen wie in Azy-sur-Marne und St. Eugène, ebenso  das Örtchen Cuis bei Epernay mit einer schönen, romanischen Kirche. Nicht weniger reizvoll sind Ausflüge zu den schmucken Dörfern der Côte des Blancs oder in den Wald von Traconne. Die gekennzeichneten Champagnerrouten umfassen in der Region Champagne-Ardenne sechs Teilstrecken zwischen 70 und 130 km.

Im Zentrum des Champagners, in Epernay, überwacht eine Kommission ständig die Arbeiten in den Weinbergen. Außer den Bodenanalysen führt die Kommission regelmäßige Labortests durch. Einige Wochen vor der Lese werden alle drei Tage die Trauben auf ihren Zucker- und Säuregehalt geprüft. Der Zeitpunkt der Traubenlese kann auf diese Weise exakt festgesetzt werden. Wenn der Champagner hell und klar im Glas funkelt, verfällt man leicht der Annahme, er bestehe ausschließlich aus weißen Trauben. Das ist jedoch nicht der Fall. Die beiden meist verwendeten Traubensorten für den Champagner sind "Pinots Noirs" und "Pinots Meuniers". Das sind beides dunkle Trauben. "Chardonnay" heißt die einzige weiße Sorte, die in einem Mischverhältnis von einem Drittel zu zwei Dritteln dunkler Trauben verwendet wird.

Die Verhältnisse, in denen Reben wachsen, spielen hinsichtlich der Fertigstellung, also der verschlossenen Flasche, eine große Rolle. Die Champagne hat kalkigen Untergrund. Eine nur etwa 30 Zentimeter dicke Humusschicht deckt die Kreidefelsen ab. Und hier liegt eines der Geheimnisse des Champagners: Diese Bodenbeschaffenheit gewährleistet den einwandfreien Abzug des Wasserüberschusses und damit auch ständige Bodenfeuchtigkeit. Sie hat zudem die wichtige Eigenschaft, Sonnenwärme zu speichern und wieder abzugeben. Dabei ist das Klima in der Champagne eher als rau zu bezeichnen. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 10 Grad Celsius. Die großen Kellereien im Anbaugebiet sind fast unverändert aus der galloromanischen Epoche erhalten geblieben. In einem weitverzweigten Netz ziehen sich die mächtigen Kreidestollen über 200 Kilometer hin und unterhöhlen das gesamte Weinbaugebiet der Champagne bis in eine Tiefe von 20 Meter. Die idealen Klimaverhältnisse in diesen Kreidestollen tragen weitgehend dazu bei, dass der Champagner ein Spitzenwein ist.

Zu allen Jahreszeiten beträgt die Temperatur in den Stollen 10 bis 11 Grad Celsius, und der Feuchtigkeitsgrad bewegt sich zwischen 70 und 90 Prozent. Während der Traubenernte werden die Früchte mit größter Sorgfalt vom Stock geschnitten und in die Körbe gelegt. Bei der Sammelstelle schneiden erfahrene Winzerinnen, man nennt sie "Eplucheuses", die schlechten Beeren aus den Trauben, eine Handarbeit, die viel Geschick erfordert und durchaus nicht mühelos vor sich geht. Auf gut gefederten Lastwagen werden die Früchte zur Kelterei gefahren. Da der Champagner aus dunklen Trauben hergestellt wird, ist es enorm wichtig, dass der Pressvorgang rasch erfolgt. Denn durch einen zu langen Kontakt der dunklen Trauben mit dem weißen Fruchtfleisch würde der Champagner "verfärbt" werden und seinen Wert verlieren.

Gewöhnlicher Wein wird nach der ersten Gärung in Flaschen abgezogen und in den Handel gebracht. Ganz anders verhält es sich beim Champagner. Eine Firma, die auf sich hält, wird keine einzige Flasche Champagner vor Ablauf von fünf Jahren verkaufen. Die Mindestdauer, bis aus Wein Champagner wird, beträgt ein Jahr. Jeder Produzent verfügt über eine eigene Formel der Zusammensetzung. Nach diesem hauseigenen Rezept werden Weine aus verschiedenen Lagen der Champagne vermischt. Nach einiger Zeit werden Gärstoffe und etwas Likör beigefügt. Da diese Mischungen Jahr für Jahr in gleicher Weise gehandhabt werden, hat der Konsument die Gewähr, dass "sein" Champagner immer die gleichbleibende Qualität aufweist.

Vier bis acht Millionen Flaschen ruhen nun in einem Zeitraum von drei Jahren in den gleichen Kreidestollen. Einmal jährlich werden die großen Stapel umgeschichtet, werden Inhalt, Korken und Glas auf ihre Makellosigkeit hin überprüft. Es bedarf schon einiger Vorstellungskraft, das Kapital dieser brach liegenden Flaschen annähernd richtig einzuschätzen. Bevor die Flaschen in den Handel kommen, bedarf es immer noch verschiedener Arbeiten. Im Verlauf der zweiten Gärung haben sich Rückstände in den Flaschen gebildet. Diese müssen nun unter den Korken gebracht werden. Die Spezialisten, "Remeurs" genannt, bewegen jeden zweiten Tag ihre Flaschen um eine Achteldrehung. Nach ungefähr drei Monaten können die Kellerkorken entfernt werden. Dadurch werden zugleich auch die Rückstände beseitigt. Der bei diesem langwierigen Prozess verloren gegangene Champagner wird nachgefüllt. Jetzt erst bekommt die Flasche ihren Versandkorken. Auf dem Kopf stehend, ruhen die Flaschen noch einige Monate in den Kellereien, bevor sie etikettiert und verpackt werden. Die Weinkommission in Epernay führt genau Buch über jede exportierte Flasche Champagner.

 

 

 


 

 

 

Seitenanfang

 


 

 
 

 

 

 

HOME