Wenn sich der Sommer
langsam dem Ende zuneigt und der Grill wieder im Keller verstaut ist, beginnt
eine Saison ganz anderer Art:
Der Abschied vom Sommer wird als Einstimmung auf den Herbst vielerorts mit
Federweissem und Zwiebel- oder Flammkuchen gefeiert. Der halbgegorene Federweisse, auch
Bremser, Bitzler, Rauscher oder Sauser genannt, ist noch trüb von der Hefe, hat
aber schon genug Alkohol, um Genießer in die richtige Stimmung zu versetzen.
Fleißige Hefen nehmen das Heft in die Hand
Federweisser ist noch nicht ganz durchgegorener Wein. Der Kohlensäuregehalt verleiht ihm einen angenehm
prickelnden Geschmack. Doch Achtung: Federweisser hat eine wahrlich berauschende
Wirkung. Federweißer ist in Gärung befindlicher
Traubenmost. Bei der Gärung wird der Fruchtzucker der Trauben durch die Weinhefe
in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Der Most enthält eine weißliche Farbe,
die Hefeteilchen werden aufgewirbelt - wie kleine Federn - daher auch der Name.
Der junge Wein passt gut zu deftigem
Essen.
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Übrigens:
Jeder Wein ist einmal Federweisser.
Er wird nicht speziell hergestellt,
sondern ist ein frühes Produkt aus dem Prozess der Weinherstellung. Mit etwas
Zeit könnte er also noch zu Wein werden.
Federweissen gibt es auch als rote Variante, dann ist er aus roten Trauben
hergestellt. In Südwestdeutschland und der Schweiz heißt der Federweisse übrigens
"Suser" oder "Sauser", in Österreich "Sturm". Je nach Anbaugebiet wird er von
Anfang September bis Ende Oktober angeboten.
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Schlecht zu transportieren
Da der "neue Wein" noch in der Flasche gärt, ist er
auch nicht luftdicht verschlossen, sondern mit durchlöcherten Kunststoffkapseln
versehen. Er ist also nur stehend zu transportieren. Die schlechte
Transportmöglichkeit ist sicher der Grund, dass man ihn früher nur in den
Anbaugebieten kannte.
Nicht zu lange aufheben
Federweisser hat zunächst einen Alkoholgehalt von vier
bis fünf Prozent. Er schmeckt zu Beginn der Gärung noch süß und süffig. Je
länger der Federweisse steht und damit gärt, desto mehr Traubenzucker verwandelt
sich in Alkohol und desto trockener schmeckt er. Der Alkoholgehalt steigt dann
bis zu rund zehn Prozent. Er sollte daher rasch nach dem Einkauf getrunken
werden. Stellt man Federweissen zu kühl, unterbindet man damit die Gärung und er
verliert an Spritzigkeit. Und er hat noch eine weitere Tücke: Hefezellen
sorgen nicht nur für seine weißlich-trübe Färbung, sondern unter Umständen auch
für Aufruhr im Magen-Darm-Trakt. Im Kühlschrank ist Federweisser
etwa zehn Tage
haltbar.
Tipp:
Sollte man nicht die Möglichkeit haben den jungen Wein frisch zu trinken, so
kann man gemäß folgendem Beispiel verfahren: Es werden z.B. an einem Mittwoch in
einer Weingegend 5 Flaschen "frischer" Federweisser gekauft, der jedoch erst
samstags mit den Gästen getrunken werden kann.
Die Frage ist, wie kann man den Wein nach diese relativ langen Zeit noch
genussvoll servieren. Es funktioniert - und zwar so: Die Flaschen sollten nach
dem Transport kühl gelagert werden. Am Samstagvormittag den Wein in eine große
Schüssel gießen, ihn reichlich mit Zucker süßen und aufrühren, bis er
angenehm schmeckt. Wichtig ist, dass der Wein wieder anfängt zu gären, dazu muss
er unbedingt in einem warmen Zimmer mit mindestens 22° - 24° C stehen. Dem
Wein-Gourmet werden sich zwar die Nackenhaare sträuben wenn er das liest, doch
es wächst halt nicht überall Wein. Der einzige Nachteil bei diesem Verfahren ist
der, dass durch den hohen Zuckergehalt der Wein zwar süffiger schmeckt, aber
damit auch der
Alkoholgehalt steigt.
Flammkuchen mit Federweisser
Die Zwiebeln sind geerntet und abgetrocknet, das Getreide eingefahren, die
Trauben gelesen. Was liegt da näher, als all die guten Früchte der Saison
zusammen zu genießen - z. B. würzigen Zwiebelkuchen oder Elsässer Flammkuchen mit Federweisser.
Elsässer Flammkuchen
Elsässer
Flammkuchen schmeckt sehr gut zu Federweisser oder Baujoulais Primeur. Mehl
in eine Rührschüssel geben. Frische Hefe mit lauwarmer Milch verrühren und
zufügen. Zucker, Salz, Ei und Öl zum Mehl geben und zu einem Hefeteig
verkneten. Notfalls wenige Tropfen Wasser zufügen, bis sich der Hefeteig
leicht vom Schüsselrand lösen läßt. Schüssel abdecken und Hefeteig ca. 30
Min. an einem warmen Ort gehen lassen. Mit wenig Mehl bestäuben und zu einem
länglichen Fladen möglichst dünn ausrollen. Der Elsässer Flammkuchen wird
dick mit Creme Fraiche bestrichen und kräftig mit frisch gemahlenem Pfeffer
und Muskat gewürzt. Salz ist nicht erforderlich, da der Bacon salzig genug
ist. Gemüsezwiebeln in dünne Scheiben schneiden und den Elsässer Flammkuchen
damit belegen. Bacon in mundgerechte Stücke schneiden und über die Zwiebeln
verteilen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech auf der mittleren
Schiene im vorgeheizten Ofen bei 200° ca. 35 Min. backen.
Zutaten:
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250 g
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Mehl |
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20 g
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Hefe |
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5 EL
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Milch |
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1/2 EL
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Zucker |
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1/2 TL
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Salz |
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1
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Eier |
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1 EL
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Öl |
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200 g
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Creme Fraiche |
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Pfeffer aus der
Mühle |
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Muskat |
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300 g
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Gemüsezwiebel |
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70 g
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Bacon |
3 Portionen - 717 Kcal pro Portion |
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*** - 15 min Zub. - 60 min Ges.
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Zwiebelkuchen
Aus Mehl, kalter
Margarine, Salz, Eiswasser und Essig einen Mürbeteig kneten. Ca. 1/2 Stunde
kalt stellen. Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden.
Butter in einer beschichteten Pfanne
auslassen und die Zwiebeln bißfest dünsten. Mit frisch gemahlenem Pfeffer,
Salz und Kümmel würzen. Den gekochten Schinken in Streifen schneiden und in
die Pfanne geben. Durchwachsener Speck oder Schinken schmecken auch sehr
gut, dann hat das Gericht allerdings mehr Kalorien. Die Zwiebeln etwas
abkühlen lassen. Inzwischen den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche
ausrollen. Eine 24er Springform mit dem Teig belegen. Dabei einen kleinen
Rand formen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und die Zwiebeln darauf
verteilen. Aus Cr. Fraiche, Eiern, Pfeffer und Salz eine Sauce bereiten.
Über die Zwiebeln verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 200° ca. 35 Min.,
mittlere Schiene, backen.
Zutaten:
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125 g
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Mehl |
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60 g
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Margarine |
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1/4 TL
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Salz |
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2 EL
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Eiswasser |
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1 TL
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Weißweinessig |
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80 g
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gekochter
Schinken |
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400 g
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Zwiebeln |
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20 g
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Butter |
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Kümmel |
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100 g
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Creme Fraiche |
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2
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Eier |
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Pfeffer, Salz |
3 Portionen - 579 Kcal pro Portion
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*** - 30 min Zub. - 60 min Ges.
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