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KLOSTER ANDECHS


    Zum Salvator auf den heiligen Berg

 

Das Kloster Andechs ist ein Publikumsmagnet mit ungefähr 1½ Millionen Besuchern im Jahr. Es liegt von weithin sichtbar auf dem Heiligen Berg über dem Ostufer des Ammersees inmitten des Fünf-Seen-Landes im Landkreis Starnberg und im Angesicht der Alpenkette von der Zugspitze bis zu den Allgäuer Alpen.

Seit vielen Jahren ist das Kloster mit Brauerei, Bräustüberl, Klostergasthof  und nicht zuletzt wegen seines reichhaltigen kulturellen Angebotes im Fürstentrakt sowie auf den Bühnen im "Florian-Stadl" und im "Alten Pferdestall" ein begehrter Tagungsort und Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Welt.

Den Mittelpunkt des Klosters bildet eine barocke Kirche, die von Johann Baptist Zimmermann geschaffen wurde. Sie steht 760 Meter hoch auf dem Berg, der Kirchturm weist wie ein Zeigefinger auf den Himmel. 

Die Geschichte des Klosters reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach ließ ein Ahnherr des Andechser Fürstengeschlechts, der selige Rasso, Reliquien, die er im Heiligen Land erworben hatte, in der Kapelle der Burg von Andechs lagern. Der im Laufe der Zeit ständig vermehrte Reliquienschatz, darunter die "Heiligen Drei Hostien", legte den Grundstein für Andechs als einen der berühmtesten deutschen Wallfahrtsorte.

Die Andechser Grafen erwarben durch geschickte Heiratspolitik weit ausgedehnte Besitztümer, die bis nach Istrien, Dalmatien und Kroatien reichten. Ende des 12. Jahrhunderts bekamen sie von Kaiser Friedrich Barbarossa den Herzogtitel von Meranien verliehen und erreichten den Höhepunkt ihrer Macht. Aus dem Andechser Geschlecht ging eine Reihe großer Persönlichkeiten der damaligen Zeit hervor: Königinnen, Bischöfe, die heilige Heidwig, die heilige Elisabeth von Thüringen und viele andere.

Die männliche Linie des Geschlechts der Andechs-Meranier endete Mitte des 13. Jahrhunderts mit dem Tode Ottos II., des letzten Grafen von Andechs und Herzogs von Meranien. Die Zerstörung der Burgbefestigung beschloss die erste Phase der Andechser Geschichte.

Mit der sagenumwobenen Widerauffindung des verloren geglaubten Reliquienschatzes im Jahre 1388 - durch eine Maus - erlebte Andechs eine neue Blüte. 1416 wurde Andechs den Chorherren aus Dießen am Ammersee unterstellt. Herzog Ernst von Bayern leitete 1420 den Bau einer Kirche ein, deren gotische Grundzüge noch heute erhalten sind. Er war es, der Andechs den noch heute gebräuchlichen Beinahmen Heiliger Berg gab.

1455 gründete der Wittelsbacher Herzog Albrecht III., ein Befürworter der klösterlichen Reformbewegung, in Andechs ein Benediktinerkloster. Weitere "Väter" der Klostergründung waren der berühmte Theologe Nikolas von Kues, der die Andechser Hostien und Reliquien geprüft und zwischen dem Herzog und dem Papst Nikolaus vermittelte, sowie das Kloster Tegernsee, von dem aus die ersten sieben Benediktinermönche nach Andechs kamen. Seitdem betreuen Benediktiner den Reliquienschatz und die Wallfahrtsseelsorge.

Ein großer Brand zerstörte 1669 das Kloster fast vollständig. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ man die Klosterkirche im Zuge der Vorbereitungen zur 300-Jahrfeier der Klostergründung und auf Initiative des Abtes Bernhard Schütz erneuern. Große Meister der damaligen Zeit - wie der Hofmaler und Hofstuckateur Johann Baptist Zimmermann, der Bildhauer Franz I. Schmädl und der Hofbildhauer Johann Baptist Straub - gaben dem Kloster seine deutliche Rokoko-Prägung.

1803 verfügte die kurfürstliche Regierung im Zuge der Säkularisation die Aufhebung des Klosters und beendete das Klosterleben. Erst 1846 kaufte König Ludwig I. von Bayern Kloster Andechs und schenkte es 1850 der von ihm neu gegründeten Benediktinerabtei St. Bonifaz als Wirtschaftsgut. Seitdem ist Andechs Priorat der Abtei St. Bonifaz.

Bier wurde schon im Mittelalter in Andechs gebraut, nachweislich nachdem der Wittelsbacher Herzog Albrecht III. 1455 die Benediktinerabtei auf dem Andechser Berg gegründet hatte. Die Benediktiner Mönche haben die Brautradition über die Jahrhunderte fortgesetzt und die Kunst des Brauens sowie die Rezepturen ständig gepflegt und verfeinert. In Andechs ist die Tradition der mönischen Braukunst auch heute noch lebendig. Jedes Jahr werden ca. 100.000 hl Bier am Fuße des Heiligen Bergs gebraut. Knapp 10% des Andechser Bieres werden auf dem Klosterberg, also im Klostergasthof ausgeschenkt. Der Andechser Gerstensaft wird aber nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in vielen europäischen Ländern vertrieben.
 

Neben dem großen Terrassenbiergarten im Klostergasthof, gibt es noch den Biergarten im Bräustüberl und zwei weitere kleinere Biergartenableger. Von einem der kleineren Biergarten kann man wunderbar von oben aus in den schön angelegten Spielplatz sehen.

Legendär sind die Andechser Dunkelmaß und das Bockbier. Besucher, die einen "Animator" oder "Salvator" probieren wollen, sollten unter der Woche kommen, da die heiligen Biere, die einst den Mönchen beim Fasten behilflich waren, am Wochenende nicht ausgeschenkt werden - Unfallgefahr!

Wer den Starkbieren - den Atoren - nicht verfallen ist, kann guten Gewissens ein kühles Alkoholfreies zur bayerischen Brotzeit genießen und sich gedanklich auf den Abstieg vorbereiten - die Benediktinermönche werden es verzeihen. Genauso steil wie für manche der schweißtreibende Aufstieg war, genauso beschwerlich - und gefährlich - kann der Abstieg nach zuviel Gerstensaft werden, deshalb: immer mit der Ruhe! - wie der Bayer sagen würde.


Weitere Informationen:

Kloster Andechs
82346 Erling-Andechs
Tel.: 08152/376261

kloster-andechs.de

 

 

 
 
 

 

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