Klingt nicht so schwer: Kartoffeln schälen, in Stäbe schneiden zirka 8 mm
stark, 5 bis 6 cm lang. Bis zum Zubereiten in Wasser legen. Gut abtropfen
lassen, in 170 Grad heißem Fett goldbraun backen. Abtropfen lassen, salzen.
Pommes frites dürfen nicht zugedeckt werden, sonst werden sie weich; dickere
müssen vorblanchiert werden. Das Resultat sollte dann heiß, fettig und lecker
sein. Pommes frites sind vom Speiseplan nicht mehr wegzudenken. Wer wann
das erste Mal Kartoffelstäbchen in heißem Fett herausgebacken hat, darüber lässt
sich allerdings streiten: Franzosen, Belgier und Amerikaner beanspruchen für
sich, die frittierte Kartoffel erfunden zu haben.
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In den USA hat die heute gern auch "freedom fries" bezeichnete
Kartoffelspezialität jedenfalls ihren Siegeszug angetreten.
Dort trug sich auch jene Episode zu, die ihre Erfindung im Jahr 1853 festlegt:
George Crum war damals Koch der Moon Lake Lodge in Saratoga im US-Bundesstaat
New York. Mit seinen Kochkünsten waren alle Kunden zufrieden - bis auf einen
lästigen Gast, den manche Quellen als den Eisenbahn-Magnaten Cornelius
Vanderbilt identifizieren. Dem waren die servierten Kartoffelscheiben zu dick,
und er schickte sie zurück in die Küche. Crum schnitt dünnere Scheiben, doch Vanderbilt beschwerte sich wieder.
Mit so viel Widerspenstigkeit hatte der Koch nicht gerechnet. Er schnitt die
Scheiben absichtlich so dünn, dass man sie nicht mehr mit einer Gabel aufspießen
konnte, frittierte sie und servierte sie heiß. Siehe da: der Gast war
begeistert, die "Saratoga Chips" wurden prompt in die Speisekarte der Lodge
aufgenommen. Das Endergebnis war aus heutiger Sicht wohl aber eher eine Mischung aus
Pommes frites und Kartoffelchips.
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Die Geschichte
der Kartoffel
Ursprünglich
stammt die Kartoffel aus den Hochebenen Perus. Die Inkas
bauten sie bereits vor 8000 Jahren an. Spanische und
englische Seefahrer brachten sie im 16. Jahrhundert nach
Europa. Zuerst galt sie mit ihren weißen Blüten nur als
schmucke Zierpflanze, später waren die Knollen auch als
Delikatesse an Fürstenhöfen begehrt. Erst Hungersnöte
während des Dreißigjährigen Krieges sorgten für eine weitere
Verbreitung.
Preußenkönig Friedrich der Große
verhalf der Kartoffel zum Durchbruch. Er befahl den Anbau in Pommern und
Schlesien und machte sie zur Knolle fürs Volk. Heute sind Kartoffeln längst
nicht mehr nur Sattmacher. Verarbeitet in unterschiedlichsten Variationen sind
sie lecker und gesund. Sie enthalten einiges an Vitaminen und Mineralstoffen.
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Aus Europa kommt starke Konkurrenz für die Crum-Theorie: In Frankreich soll der
Snack schon 1837 eine gern gegessene Speise am königlichen Hof gewesen sein.
Bereits König Louis Philippe soll sie gemeinsam mit dem als Feinschmecker
bekannten Duc d'Orleans gegessen haben. Damals hießen sie allerdings noch nicht
Pommes frites, sondern Pommes Pont-Neuf. Wegen ihrer sichelförmigen Form benannt
nach einer Pariser Seine-Brücke. An dieser Brücke sollen damals außerdem dicke
Kartoffelscheiben über Holzkohlen gebraten worden und als Snack an Passanten
verkauft worden sein. Wohlgemerkt - gebraten und nicht frittiert!
Dafür gibt es allerdings ebenso wenig zuverlässige Quellen wie für die These,
dass die Pommes aus Belgien stammen. Wer allerdings jemals in
Belgien war und die belgische Küche genießen durfte, der würde vermutlich ganz
ohne wissenschaftlichen Hintergrund felsenfest behaupten: Die Pommes Frites
müssen belgischen Ursprungs sein! Was zunächst nur eine Vermutung ist, das wird
von Goscini und Uderzo in "Asterix bei den Belgiern" quasi historisch
untermauert. Der Chef der Belgier, Stellartoix, kommt beim Anblick eines Kessels
mit heißen Öl auf die Idee, darin Kartoffeln zu frittieren.
Der belgische Historiker Jo Gerard behauptet, er habe eine historische
Schrift eines seiner Vorfahren gefunden, laut der Pommes frites schon 1680 von
den Fischern der Maas zubereitet wurden. Frittierter Fisch zählte zu ihren
wichtigsten Speisen; wenn der Fluss zugefroren war, schnitten sie stattdessen
Kartoffeln in Fischform und erhitzten sie in heißem Fett.
Der Ursprung der Fritten läßt sich also halbwegs verläßlich
bis in das 17. Jahrhundert nach Belgien zurückverfolgen. Manche halten die
Erfindung der Pommes Frites für die größte kulturelle Tat der Belgier. Nicht
besonders ruhmreich, könnte man meinen, dieses Belgien, wenn es in seiner
Kulturgeschichte nicht viel mehr zu bieten hat, als frittierte
Kartoffelstreifen. Die Belgier sehen das ganz anders: "Die Entdeckung eines
neuen Gerichts beglückt die Menschheit mehr als die Entdeckung eines neuen
Gestirns". In Belgiens Hauptstadt Brüssel muß man sein Glück nicht lange suchen.
Es soll mehr Frittenbuden als Telefonzellen geben.
Kein Geringerer als Heinz Erhardt hat eindeutig festgestellt, wer die Pommes
frites erfunden hat: "Vom Alten Fritz, dem Preußenkönig, weiß man zwar viel,
doch viel zu wenig. So ist es zum Beispiel nicht bekannt, dass er die
Bratkartoffeln erfand! Drum heißen sie auch - das ist kein Witz - Pommes Fritz!"
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