LÄNDERAUSWAHL

DACH F   SIE SIND HIER: DEUTSCHLAND > ESSEN & TRINKEN > FACTS & HISTORY > BERLINER

        
 

magellanworld
 

BERLINER

 
BUNDESLÄNDER
ESSEN & TRINKEN
FACTS & HISTORY
BERLINER
DRESDNER MIEZE
FISCH AHOI
FRANKFURTER vs. WIENER
GRÜNKOHL
KAFFEE
DIE KARTOFFEL
KÖNIG DER KÄSESORTEN
NUDEL 1x1
POMMES FRITES
SCHOKOKUSS
 
 
 
 
 
 

BERLINER


    "Ich bin ein Berliner..."

 

Einer der vielen Legenden nach hat eine unglücklich verliebte Köchin einen Kuchenteig, statt ihn im Ofen zu backen, versehentlich ins heiße Fett geworfen und so den ersten Berliner zubereitet. Eine andere Legende sieht eher einen kriegsuntauglichen Bäckerjungen als Erfinder. Der soll nämlich, als Feldbäcker beim Regiment, dem Gebäck die Form einer Kanonenkugel gegeben und diese dann - mangels Ofen - in einem mit heißem Fett gefülltem Kessel gebacken haben.

Die Legenden um die Entstehungsgeschichte des Berliners sind so zahlreich wie die Namen die er, je nach Region, trägt. Am weitesten verbreitet sind wahrscheinlich "Berliner" und "Krapfen". Andere Bezeichnungen für das das Siedegebäck sind Fasnachtkiechelcher, Kräppel, Funkenküchlein, Nonnenpfoten, Küchli oder auch Liwanzen.

Wann tatsächlich der erste Berliner das Licht der Welt erblickte, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden. Nur soviel: In einem 2300 Jahre alten ägyptischen Grab wurden Kuchen entdeckt, die Ähnlichkeit mit den heutigen Berlinern haben. Die Römer kannten vor über 2000 Jahren auch schon ein Siedegebäck, das sie "globuli" (kleine Kugeln) nannten. Im deutschsprachigen Raum standen um 1200 in einigen Klostern Siedegebäcke auf dem Speisezettel.

Die Form, die das Schmalzgebäck im Mittelalter hatte, straft leider die Kanonenkugel-Legende Lügen. Damals sah das Gebäck nämlich länglich aus und hatte zwei gebogene spitze Enden, ähnlich einem Hacken oder einer Kralle. Kralle heißt althochdeutsch "chrapho" bzw. mittelhochdeutsch "krapfe". Damit ist dann auch gleich die Herkunft der Bezeichnung "Krapfen" erklärt.

Zu keiner Zeit werden so viele Berliner gegessen wie an Fastnacht, Karneval bzw. Fasching. Die Wiener, sozusagen die größten Fans des Schmalzgebäckes, sollen 1815 während der 3 Monate andauernden närrischen Zeit 10 Millionen von ihnen verzehrt haben. Dass das fetttriefende Gebäck gerade zu Fastnacht Hochkonjunktur hat, hat natürlich seine Bedeutung. Wollte man doch, bevor die Fastenzeit begann, noch einmal kräftig zulangen, um für die nachfolgende Zeit gewappnet zu sein.

Doch Berliner hatten auch in der übrigen Jahreszeit ihre Daseinsberechtigung: So waren sie z.B. während der Erntezeit als kräftigende, sättigende Mahlzeit verbreitet. Früher war es auch durchaus üblich, das Gebäck mit Äpfeln, Birnen, Spinat, Rahm, Sauerkraut oder auch mal mit Veilchen zu füllen. Die Popularität des Schmalzgebäckes gerade im Mittelalter lässt sich vielleicht am besten damit erklären, dass damals nicht in jedem Haushalt ein Herd vorhanden war, wohl aber eine Feuerstelle. Über der konnte das Gebäck schnell hergestellt werden.

In den meisten Regionen Deutschlands wird man verstanden, wenn man beim Bäcker einen Berliner kauft. In Berlin ist das anders. Natürlich wissen die Berliner was man will, aber man kommt dann nicht umhin, erklärt zu bekommen, dass der Berliner in Berlin "Pfannkuchen" heißt.

Dass ausgerechnet die Berliner den Berliner "Pfannkuchen" nennen, ist insofern verwunderlich, als dass sie nämlich insgeheim der Meinung sind, das Gebäck selbst erfunden zu haben. In der Tat hat die Zubereitung in Berlin schon eine lange Tradition. Schon in 15. Jahrhundert sollen fahrende Händler das Gebäck - damals noch ungefüllt - verkauft haben.

Im 16. und 17. Jahrhundert nahm die Bevölkerung in der Stadt stark zu, so dass auch vermehrt Gewerbetreibende in die Stadt gezogen wurden. Das Bäckerhandwerk florierte - und bei dem zeitweise großen Andrang, war die Zubereitung der Teigbollen in einer Pfanne über dem offenen Feuer eine einfache und schnell Art, die hungrigen Mägen zu füllen. Aus dieser Zubereitung hat der "Berliner Pfannkuchen" seinen Namen. Da man sich sowieso in Berlin befand, konnte die Herkunftsbezeichnung auch weggelassen werden. Ab wann aber die Pfannkuchen in Berlin gefüllt wurden, bleibt unklar.

 

 

 

 

Seitenanfang

 


 

 
 

 

 

 

HOME