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ZEITREISE 1900-1999

 
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ZEITREISE 1900-1999


    Ursprünge unserer Esskultur

 

1900

Maggis Suppenwürfel kommt auf den Markt

Bereits 1886 hatte schon Carl Knorr damit angefangen, Trockensuppen zu produzieren (Erbswurst), 1900 zog dann Julius Maggi hatte mit seinem Suppenwürfel nach.

1903

Erster Versuch Thunfisch in Dose anzubieten

1903 führte ein Experiment mit 700 Konserven, in denen weißer Thunfisch (Thunnus alalunga) versuchsweise eingedost wurde, zur Entwicklung der U.S.-Thunfisch-Industrie. Der südlich von Kalifornien weit verbreitete Fisch wurde schnell zur begehrten Delikatesse. Die Fischerei expandierte schnell, da die Nachfrage nach der haltbaren Dosenware schnell anstieg.

1904

Ovomaltine

Der Berner Apotheker Albert Wander entwickelt das von seinem Vater 1865 erfundene Rezept einer Gerstenmalz-Kraftnahrung weiter, indem er dem Malz Milch, Zucker, Eier und Kakao beimischte und es als Ovomaltine auf den Markt brachte. Zwei Jahre nach ihrer Lancierung wurde Ovomaltine zum Verkaufsrenner. Mitverantwortlich war die konsequente Schaltung von Werbung. Heute beseht Ovomaltine übrigens immer noch aus den gleichen Zutaten (wenngleich auch fettarm). Zusätzlich werden aber Hefe, Mineralstoffe, MCT-Öl, und Vitamine beigemischt.

1905

Koffeinfreier Kaffee kommt auf den Markt

Koffeinfreier Kaffee wurde erstmals im Jahr 1905 mit Hilfe organischer Lösungsmittel hergestellt. Schon bald musste man erkennen, dass die Lösungsmittel stärkere gesundheitliche Probleme verursachten. Der Entkoffeinierungsprozess wurde daraufhin wesentlich verändert. Heute wird entkoffeinierter Kaffee mittels superkritischer Flüssigkeitsextraktion hergestellt, bei der flüssiges Kohlendioxid eingesetzt wird.

1908

Maggis Fleischwürfel kommt für 4 Pfennig auf den Markt

Kurz nachdem Maggi 1900 den Suppenwürfel eingeführt hat, wird 1908 der "legendäre" Fleischbrühwürfel auf den Markt gebracht. Der Erfolg ist vor allem durch den Preis zu erklären: Um 1910 kostet ein Brühwürfel nach heutigem Geldwert ungefähr 15 Cent, ein Kilo Suppenfleisch war mit umgerechnet 4,50 Euro dreißigmal teurer. Nicht zuletzt konnte die Zubereitung der Fleischbrühe natürlich auch ungleich schneller erfolgen.

1913

Der Begriff Vitamin entsteht

1913 verwendet der Deutsche Casimir Funk als Bezeichnung für lebenswichtige, von Mensch und Tier nicht selbst synthetisierbare Stoffe, erstmals den Begriff Vitamin. Vita=Leben, Amin= Stickstoffverbindung. Damals glaubte man, dass alle lebensnotwendigen Substanzen Stickstoff enthalten würden. Später zeigte sich jedoch, dass bei weitem nicht alle Vitamine "Amine" sind und auch nicht alle Stickstoff enthalten.
Aber der Name "Vita-(a)min" ist geblieben.

1915

Die Volksdroge Absinth wird verboten

Ende des 18.Jahrhunderts / Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich Absinth als Getränk der Künstlerszene von Paris durch. Künstler wie Gaguin oder van Gogh malten viele ihrer Bilder im Absinthrausch. Ursache was das Nervengift Thujon, dass sich im Absinth befand. Später wurde es zur Volksdroge weil es billiger produziert werden konnte: Die Absinthdestillerien konnten auf billigeren Industriealkohol zurückreifen. Unmittelbar nach Ausbruch des 1. Weltkrieges erließ die französische Regierung auf Drängen der Militärführung ein landesweites Verkaufsverbot für Absinth. Man befürchtete durch den Absinth nicht voll verteidigungsfähig zu sein. 1915 trat das Gesetz in Frankreich schließlich in Kraft.

1918

Der Sarotti-Mohr erblickt das Licht der Reklamewelt

Den Sarotti-Mohr kennen (nach Angaben v. Sarotti) heute 94% aller Deutschen. Warum als Firmenzeichen gerade der Mohr gewählt wurde, wird oft damit erklärt, dass der kindlich wirkende Mohr fremdländisch-sinnlichen Genuss ohne Reue suggeriert. Eigentlicher Grund dürfte aber wohl schlicht die Adresse der ersten Sarotti-Produktionsstätte des Firmengründers Hugo Hoffmann gewesen sein. Die befand sich nämlich in der Berliner Mohrenstraße 10. 1918, nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurde, anlässlich des 50jährigen Bestehens von Sarotti, das erste Mohrenzeichen von der Werbeagentur des Grafikers Prof. Gipkens entworfen: Drei Mohren mit Tablett. Bis heute ist allerdings nicht eindeutig belegt, woher der Name "Sarotti" stammt.

1927

Erste Bagelbäckerei in Connecticut

1927 wurde die erste Bagelbäckerei in Connecticut eröffnet. Das Gebäck ist jedoch eine jüdische Erfindung. "Beygls" wurden in Krakau schon 1610 (jüd.=Geborgenes) erwähnt. Es war damals ein Geschenk an gebärende Frauen. Seit 1932 schreibt man die Bagels übrigens so, wie noch heute.

1935

Erstes Dosenbier in Amerika

Bis in die 20er Jahre wurden Getränke in Glas-, Stein,- oder Tongefäßen aufbewahrt. Dann kam in Amerika die Weißblechverpackung (verzinntes Stahlblech) auf den Markt. Schnell setzte sich die neue und leichtere Verpackung durch. 1935 kam das erste Dosenbier, 1936 das erste Erfrischungsgetränk in den USA auf den Markt. In Deutschland kam das erste Dosenbier erst 1951 auf den Markt. Produziert wurde es von der Frankfurter Henniger Brauerei. Für die ersten Dosen mussten man übrigens noch zum Dosenöffner greifen. Erst 1964 wurde in Deutschland der Aufreißdeckel aus Aluminium eingeführt.

1937

Spam

Spam, heute als unerwünschte Werbung per E-Mail in aller Munde, ist eigentlich ein Frühstücksfleisch, dass 1937 in Minnesota auf den Markt gebracht wurde. Firmenchef J. C. Hormel veranstaltete einen Wettbewerb, der dem neuen Produkt einen möglichst unverwechselbaren Namen geben sollte. Damals konnte er noch nicht wissen, welche Entwicklung es mit dem Namen noch geben sollte.

1938

Löslicher Kaffee kommt auf den Markt

Die Geburtsstunde des Instantkaffees schlug am 1. April 1938. An diesem Tag wurde in der Schweiz der erste sofort lösliche Kaffee auf den Markt gebracht. Der Kaffee wurde dadurch zwar auch haltbarer, die wichtigste Neuerung war aber, dass man ihn schnell zubereiten konnte.

1948

Erste Versuche in den USA, Tiefkühlpommes herzustellen

Der amerikanische "Kartoffel-König" J.R. Simplot gilt als Erfinder der Tiefkühlpommes. Er erkannte, dass das Tiefkühlen von Pommes Frites eine sehr profitable Angelegenheit sein könnte. 1948 unternahm seine Firma erste (zunächst eher erfolglose) Anstrengungen, tiefgekühlte Pommes frites herzustellen. Die TK-Pommes sanken wie Blei auf den Boden der Frittierkörbe und wurden nicht gleichmäßig frittiert. 1953 schließlich meldete Simpolt sein Patent für tiefgefrorene Pommes Frites an.

1952

Der "Tetraeder" wird als Verpackung entdeckt

In den 50er Jahren wurde mit Parafin überzogene Pappe als Verpackungsmaterial für Getränke eingeführt. Dr. Ruben Rausing begann 1943 mit der Entwicklung einer Karton-Verpackung für Milch. Die neue Form eines Tetraeders und die innovative Technik waren richtungweisend für die schwedische Firma Tetra Pak. 1952 brachte sie einen kunststoffbeschichteten Karton in Form eines Tetraeders als Milchverpackung auf den Markt, der sich schnell durchsetzte. 1954 kam die Verpackung auch nach Deutschland. In den 60er Jahren setzte sich die Form auch für Erfrischungsgetränke (Sunkist!) durch. Wegen der schlechten Stapelbarkeit wurde der Tetraeder später durch die rechteckige Form abgelöst, deren Abmessungen so gewählt wurden, dass sie optimal auf Europaletten passen.

1954

Universalwürzmittel Fondor

1954 brachte Maggi das Universalwürzmittel Fondor auf den Markt. Es kann, ähnlich wie die Maggi-Würze, allen Speisen zugegeben werden und dient im Prinzip dazu, das Würzen zu vereinfachen. Hauptbestandteil von Fondor ist der Geschmacksverstärker Glutamat. Da Glutamat den Eigengeschmack vieler Speisen hebt, wurde es zunächst ein großer Erfolg. Heute wird es nicht mehr in dem Maße eingesetzt wie früher. Vielleicht hat man erkannt, dass ein Universalwürzmittel auf Dauer dazu führt, dass alles gleich schmeckt.

1957

Erste Tiefkühlpizza in Italien

1957 bringen die italo-amerikanischen Celentano-Brüder die erste tiefgefrorene Fertigpizza auf den Markt. In den 70ern zogen die deutschen Supermarkt-Ketten nach. Die ersten Fertigpizzen waren Sorten, die heute eher weniger gekauft werden: Pizza Margherita, Pizza Salami und Pizza Prociutto.

1958

Eierravioli aus der Dose

1958 führte Maggi ein Produkt ein, auf das Millionen scheinbar sehnsüchtig gewartet hatten, betrachtet man den Erfolg, den es hatte: Fertige Eier-Ravioli! Für Generationen von Studenten werden diese Taschennudeln aus der Dose - zumindest eine Zeit lang - zum Grundnahrungsmittel.

1959

Das Maggi-Kochstudio öffnet seine Pforten

1959 öffnet das Maggi-Kochstudio in Bielfeld seine Pforten. Die schnelle-pfiffige Küche wird seit dieser Zeit zu einem der Erkennungszeichen der Firma. Die erste Ausstattung besteht aus einem Gästeraum, einem Herd und einem Tisch. Das Kochstudio ruft einen Rezeptdienst für Redaktionen ins Leben und veranstaltet für Schulen und Verbraucher tägliche Vorführungen vor 100 Zuschauern. Bereits 1961 muss das Studio erweitert werden.

1963

Joghurt wird in Deutschland in Kunststoffbechern verkauft

Bedingt durch den nach dem zweiten Weltkrieg günstigen Preis für Erdöl, verbilligte sich die Kunststoffherstellung. Damit bot sich dieser Stoff geradezu als Verpackungsmaterial an. Leicht, günstig und billig, revolutionierte Kunststoff die Lebensmittelverpackungen ab den 50er Jahren. Quark wird seit 1959, Rama seit 1961 und Joghurt schließlich seit 1963 in Kunststoffbechern angeboten. Interessant auch: Ein Joghurtbecher wog 1976 rund 16 Gramm. 1996 wiegt er mit 7,5 Gramm nur noch 53% des damaligen Gewichtes.

Livio kommt auf den Markt

Livio ist eines der ersten Lebensmittel, bei dem Produktdesigner bewusst eingesetzt wurden und entscheidend zum späteren Erfolg des Produktes beigetragen haben. Angefangen bei der Dosenform, die so konzipiert wurde, dass man sie gerne und gut anfassen (und damit auch gut aus dem Regal nehmen) konnte, über die Wahl der Farben, die zu dem mediterranen, auf Oliven (deren Öl überhaupt nicht enthalten ist) anspielenden Namen passen sollten, bis hin zu den Werbekampagnen, wurde alles vorher durchdacht. Der dauerhafte Erfolg machte das Produktdesign fortan immer wichtiger.

1965

Mit Tiefkühlpommes legt McDonald´s einen Grundstein für seinen zukünftigen Erfolg

1965 fanden Ray Kroc, der geistige Vater des heutigen McDonald´s und der amerikanische Kartoffelkönig "J.R.-Simpot" zusammen. Ray Kroc war begeistert von der Idee, auf tiefgefrorene Pommes Frites umzusteigen. Bis dahin bezog der stark expandierende Fast-Food-Konzern die Kartoffeln von ca. 200 verschiedenen Lieferanten. Simplot bot an, eigens für die McDonald´s-Tiefkühl-Pommes eine eigene Kartoffel-Fabrik zu bauen. Die Tiefkühl-Pommes mauserten sich zur gewinnbringendsten Angebot auf der Speisekarte. Schließlich wurde ein Großteil der Mitarbeiter, die ausschließlich Kartoffeln schälten und zerkleinerten, nun nicht mehr benötigt. Simplot lieferte die Pommes küchenfertig!

1970

Die erste Dr. Oetker Tiefkühlpizza im Handel

In den 70er Jahren gehörte die Tiefkühltruhe immer mehr zum festen Bestandteil der deutschen Haushalte. Den Beginn der heute selbstverständlich anmutenden Tiefkühlfertiggerichte machte die Pizza. 1970 bringt Dr. Oetker die erste Tiefkühlpizza auf den Markt. In den USA war man schon 1957 so weit.

1978

Dr. Oetker bringt Creme fraiche auf den Markt

Hätten Sie es gewusst, dass man bis 1978 in der deutschen Küche ohne Creme fraiche auskommen musste? Heute mag sich mancher fragen, was man denn vorher an Suppen, Spinat oder an die Backkartoffel getan hat.

1980

Der Sprengring verhindert das Öffnern v. Flaschen auf dem Heimweg

Seit den 1960er Jahren wurden die Mineralwasser- und Fruchtsaftgetränkeflaschen vermehrt mit Kunststoffdeckeln verschlossen. Diese hielten aber, besonders wenn Kohlensäure im Spiel war, nicht unbedingt immer dicht. Der so genannte Sprengring verhindert (erst) seit 1980 zuverlässig, dass die Flaschen mitunter geöffnet beim Verbraucher ankommen.

1994

Die "Anti-Matsch-Tomate" kommt auf den Markt

Die Saatgutfirma Calgene ließ sich als erste eine Tomate patentieren, die länger haltbar bleibt, ohne zu matschen. Die flavr-savr-Tomate war 1994 das erste gentechnisch veränderte Lebensmittel, dass in den USA zum Verkauf für den menschlichen Verzehr zugelassen wurde. Der Vorteil der Flavr-Savr-Tomaten ist, dass sie am Stock ausreifen kann und nicht grün geerntet werden muss. Sie ist zwei Wochen länger als normale Tomaten essbar. Über die möglichen Gefahren für Natur und Umwelt ist jedoch immer noch wenig bekannt.

 

 

 

 

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