1900
Maggis
Suppenwürfel kommt auf den Markt
Bereits 1886
hatte schon Carl Knorr damit angefangen, Trockensuppen zu
produzieren (Erbswurst), 1900 zog dann Julius Maggi hatte mit
seinem Suppenwürfel nach.
1903
Erster Versuch
Thunfisch in Dose anzubieten
1903 führte ein
Experiment mit 700 Konserven, in denen weißer Thunfisch (Thunnus
alalunga) versuchsweise eingedost wurde, zur Entwicklung der
U.S.-Thunfisch-Industrie. Der südlich von Kalifornien weit
verbreitete Fisch wurde schnell zur begehrten Delikatesse. Die
Fischerei expandierte schnell, da die Nachfrage nach der
haltbaren Dosenware schnell anstieg.
1904
Ovomaltine
Der Berner
Apotheker Albert Wander entwickelt das von seinem Vater 1865
erfundene Rezept einer Gerstenmalz-Kraftnahrung weiter, indem er
dem Malz Milch, Zucker, Eier und Kakao beimischte und es als
Ovomaltine auf den Markt brachte. Zwei Jahre nach ihrer
Lancierung wurde Ovomaltine zum Verkaufsrenner.
Mitverantwortlich war die konsequente Schaltung von Werbung.
Heute beseht Ovomaltine übrigens immer noch aus den gleichen
Zutaten (wenngleich auch fettarm). Zusätzlich werden aber Hefe,
Mineralstoffe, MCT-Öl, und Vitamine beigemischt.
1905
Koffeinfreier
Kaffee kommt auf den Markt
Koffeinfreier
Kaffee wurde erstmals im Jahr 1905 mit Hilfe organischer
Lösungsmittel hergestellt. Schon bald musste man erkennen, dass
die Lösungsmittel stärkere gesundheitliche Probleme
verursachten. Der Entkoffeinierungsprozess wurde daraufhin
wesentlich verändert. Heute wird entkoffeinierter Kaffee mittels
superkritischer Flüssigkeitsextraktion hergestellt, bei der
flüssiges Kohlendioxid eingesetzt wird.
1908
Maggis
Fleischwürfel kommt für 4 Pfennig auf den Markt
Kurz nachdem
Maggi 1900 den Suppenwürfel eingeführt hat, wird 1908 der
"legendäre" Fleischbrühwürfel auf den Markt gebracht. Der Erfolg
ist vor allem durch den Preis zu erklären: Um 1910 kostet ein
Brühwürfel nach heutigem Geldwert ungefähr 15 Cent, ein Kilo
Suppenfleisch war mit umgerechnet 4,50 Euro dreißigmal teurer.
Nicht zuletzt konnte die Zubereitung der Fleischbrühe natürlich
auch ungleich schneller erfolgen.
1913
Der Begriff
Vitamin entsteht
1913 verwendet
der Deutsche Casimir Funk als Bezeichnung für lebenswichtige,
von Mensch und Tier nicht selbst synthetisierbare Stoffe,
erstmals den Begriff Vitamin. Vita=Leben, Amin=
Stickstoffverbindung. Damals glaubte man, dass alle
lebensnotwendigen Substanzen Stickstoff enthalten würden. Später
zeigte sich jedoch, dass bei weitem nicht alle Vitamine "Amine"
sind und auch nicht alle Stickstoff enthalten.
Aber der Name "Vita-(a)min" ist geblieben.
1915
Die Volksdroge
Absinth wird verboten
Ende des
18.Jahrhunderts / Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich
Absinth als Getränk der Künstlerszene von Paris durch. Künstler
wie Gaguin oder van Gogh malten viele ihrer Bilder im
Absinthrausch. Ursache was das Nervengift Thujon, dass sich im
Absinth befand. Später wurde es zur Volksdroge weil es billiger
produziert werden konnte: Die Absinthdestillerien konnten auf
billigeren Industriealkohol zurückreifen. Unmittelbar nach
Ausbruch des 1. Weltkrieges erließ die französische Regierung
auf Drängen der Militärführung ein landesweites Verkaufsverbot
für Absinth. Man befürchtete durch den Absinth nicht voll
verteidigungsfähig zu sein. 1915 trat das Gesetz in Frankreich
schließlich in Kraft.
1918
Der Sarotti-Mohr
erblickt das Licht der Reklamewelt
Den Sarotti-Mohr
kennen (nach Angaben v. Sarotti) heute 94% aller Deutschen.
Warum als Firmenzeichen gerade der Mohr gewählt wurde, wird oft
damit erklärt, dass der kindlich wirkende Mohr
fremdländisch-sinnlichen Genuss ohne Reue suggeriert.
Eigentlicher Grund dürfte aber wohl schlicht die Adresse der
ersten Sarotti-Produktionsstätte des Firmengründers Hugo
Hoffmann gewesen sein. Die befand sich nämlich in der Berliner
Mohrenstraße 10. 1918, nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurde,
anlässlich des 50jährigen Bestehens von Sarotti, das erste
Mohrenzeichen von der Werbeagentur des Grafikers Prof. Gipkens
entworfen: Drei Mohren mit Tablett. Bis heute ist allerdings
nicht eindeutig belegt, woher der Name "Sarotti" stammt.
1927
Erste
Bagelbäckerei in Connecticut
1927 wurde die
erste Bagelbäckerei in Connecticut eröffnet. Das Gebäck ist
jedoch eine jüdische Erfindung. "Beygls" wurden in Krakau schon
1610 (jüd.=Geborgenes) erwähnt. Es war damals ein Geschenk an
gebärende Frauen. Seit 1932 schreibt man die Bagels übrigens so,
wie noch heute.
1935
Erstes Dosenbier
in Amerika
Bis in die 20er
Jahre wurden Getränke in Glas-, Stein,- oder Tongefäßen
aufbewahrt. Dann kam in Amerika die Weißblechverpackung (verzinntes
Stahlblech) auf den Markt. Schnell setzte sich die neue und
leichtere Verpackung durch. 1935 kam das erste Dosenbier, 1936
das erste Erfrischungsgetränk in den USA auf den Markt. In
Deutschland kam das erste Dosenbier erst 1951 auf den Markt.
Produziert wurde es von der Frankfurter Henniger Brauerei. Für
die ersten Dosen mussten man übrigens noch zum Dosenöffner
greifen. Erst 1964 wurde in Deutschland der Aufreißdeckel aus
Aluminium eingeführt.
1937
Spam
Spam, heute als
unerwünschte Werbung per E-Mail in aller Munde, ist eigentlich
ein Frühstücksfleisch, dass 1937 in Minnesota auf den Markt
gebracht wurde. Firmenchef J. C. Hormel veranstaltete einen
Wettbewerb, der dem neuen Produkt einen möglichst
unverwechselbaren Namen geben sollte. Damals konnte er noch
nicht wissen, welche Entwicklung es mit dem Namen noch geben
sollte.
1938
Löslicher Kaffee
kommt auf den Markt
Die Geburtsstunde
des Instantkaffees schlug am 1. April 1938. An diesem Tag wurde
in der Schweiz der erste sofort lösliche Kaffee auf den Markt
gebracht. Der Kaffee wurde dadurch zwar auch haltbarer, die
wichtigste Neuerung war aber, dass man ihn schnell zubereiten
konnte.
1948
Erste Versuche in
den USA, Tiefkühlpommes herzustellen
Der amerikanische
"Kartoffel-König" J.R. Simplot gilt als Erfinder der
Tiefkühlpommes. Er erkannte, dass das Tiefkühlen von Pommes
Frites eine sehr profitable Angelegenheit sein könnte. 1948
unternahm seine Firma erste (zunächst eher erfolglose)
Anstrengungen, tiefgekühlte Pommes frites herzustellen. Die
TK-Pommes sanken wie Blei auf den Boden der Frittierkörbe und
wurden nicht gleichmäßig frittiert. 1953 schließlich meldete
Simpolt sein Patent für tiefgefrorene Pommes Frites an.
1952
Der "Tetraeder"
wird als Verpackung entdeckt
In den 50er
Jahren wurde mit Parafin überzogene Pappe als
Verpackungsmaterial für Getränke eingeführt. Dr. Ruben Rausing
begann 1943 mit der Entwicklung einer Karton-Verpackung für
Milch. Die neue Form eines Tetraeders und die innovative Technik
waren richtungweisend für die schwedische Firma Tetra Pak. 1952
brachte sie einen kunststoffbeschichteten Karton in Form eines
Tetraeders als Milchverpackung auf den Markt, der sich schnell
durchsetzte. 1954 kam die Verpackung auch nach Deutschland. In
den 60er Jahren setzte sich die Form auch für
Erfrischungsgetränke (Sunkist!) durch. Wegen der schlechten
Stapelbarkeit wurde der Tetraeder später durch die rechteckige
Form abgelöst, deren Abmessungen so gewählt wurden, dass sie
optimal auf Europaletten passen.
1954
Universalwürzmittel Fondor
1954 brachte
Maggi das Universalwürzmittel Fondor auf den Markt. Es kann,
ähnlich wie die Maggi-Würze, allen Speisen zugegeben werden und
dient im Prinzip dazu, das Würzen zu vereinfachen.
Hauptbestandteil von Fondor ist der Geschmacksverstärker
Glutamat. Da Glutamat den Eigengeschmack vieler Speisen hebt,
wurde es zunächst ein großer Erfolg. Heute wird es nicht mehr in
dem Maße eingesetzt wie früher. Vielleicht hat man erkannt, dass
ein Universalwürzmittel auf Dauer dazu führt, dass alles gleich
schmeckt.
1957
Erste
Tiefkühlpizza in Italien
1957 bringen die
italo-amerikanischen Celentano-Brüder die erste tiefgefrorene
Fertigpizza auf den Markt. In den 70ern zogen die deutschen
Supermarkt-Ketten nach. Die ersten Fertigpizzen waren Sorten,
die heute eher weniger gekauft werden: Pizza Margherita, Pizza
Salami und Pizza Prociutto.
1958
Eierravioli aus
der Dose
1958 führte Maggi
ein Produkt ein, auf das Millionen scheinbar sehnsüchtig
gewartet hatten, betrachtet man den Erfolg, den es hatte:
Fertige Eier-Ravioli! Für Generationen von Studenten werden
diese Taschennudeln aus der Dose - zumindest eine Zeit lang -
zum Grundnahrungsmittel.
1959
Das
Maggi-Kochstudio öffnet seine Pforten
1959 öffnet das
Maggi-Kochstudio in Bielfeld seine Pforten. Die
schnelle-pfiffige Küche wird seit dieser Zeit zu einem der
Erkennungszeichen der Firma. Die erste Ausstattung besteht aus
einem Gästeraum, einem Herd und einem Tisch. Das Kochstudio ruft
einen Rezeptdienst für Redaktionen ins Leben und veranstaltet
für Schulen und Verbraucher tägliche Vorführungen vor 100
Zuschauern. Bereits 1961 muss das Studio erweitert werden.
1963
Joghurt wird in
Deutschland in Kunststoffbechern verkauft
Bedingt durch den
nach dem zweiten Weltkrieg günstigen Preis für Erdöl,
verbilligte sich die Kunststoffherstellung. Damit bot sich
dieser Stoff geradezu als Verpackungsmaterial an. Leicht,
günstig und billig, revolutionierte Kunststoff die
Lebensmittelverpackungen ab den 50er Jahren. Quark wird seit
1959, Rama seit 1961 und Joghurt schließlich seit 1963 in
Kunststoffbechern angeboten. Interessant auch: Ein Joghurtbecher
wog 1976 rund 16 Gramm. 1996 wiegt er mit 7,5 Gramm nur noch 53%
des damaligen Gewichtes.
Livio kommt auf
den Markt
Livio ist eines
der ersten Lebensmittel, bei dem Produktdesigner bewusst
eingesetzt wurden und entscheidend zum späteren Erfolg des
Produktes beigetragen haben. Angefangen bei der Dosenform, die
so konzipiert wurde, dass man sie gerne und gut anfassen (und
damit auch gut aus dem Regal nehmen) konnte, über die Wahl der
Farben, die zu dem mediterranen, auf Oliven (deren Öl überhaupt
nicht enthalten ist) anspielenden Namen passen sollten, bis hin
zu den Werbekampagnen, wurde alles vorher durchdacht. Der
dauerhafte Erfolg machte das Produktdesign fortan immer
wichtiger.
1965
Mit
Tiefkühlpommes legt McDonald´s einen Grundstein für seinen
zukünftigen Erfolg
1965 fanden Ray
Kroc, der geistige Vater des heutigen McDonald´s und der
amerikanische Kartoffelkönig "J.R.-Simpot" zusammen. Ray Kroc
war begeistert von der Idee, auf tiefgefrorene Pommes Frites
umzusteigen. Bis dahin bezog der stark expandierende
Fast-Food-Konzern die Kartoffeln von ca. 200 verschiedenen
Lieferanten. Simplot bot an, eigens für die
McDonald´s-Tiefkühl-Pommes eine eigene Kartoffel-Fabrik zu
bauen. Die Tiefkühl-Pommes mauserten sich zur gewinnbringendsten
Angebot auf der Speisekarte. Schließlich wurde ein Großteil der
Mitarbeiter, die ausschließlich Kartoffeln schälten und
zerkleinerten, nun nicht mehr benötigt. Simplot lieferte die
Pommes küchenfertig!
1970
Die erste Dr.
Oetker Tiefkühlpizza im Handel
In den 70er
Jahren gehörte die Tiefkühltruhe immer mehr zum festen
Bestandteil der deutschen Haushalte. Den Beginn der heute
selbstverständlich anmutenden Tiefkühlfertiggerichte machte die
Pizza. 1970 bringt Dr. Oetker die erste Tiefkühlpizza auf den
Markt. In den USA war man schon 1957 so weit.
1978
Dr. Oetker bringt
Creme fraiche auf den Markt
Hätten Sie es
gewusst, dass man bis 1978 in der deutschen Küche ohne Creme
fraiche auskommen musste? Heute mag sich mancher fragen, was man
denn vorher an Suppen, Spinat oder an die Backkartoffel getan
hat.
1980
Der Sprengring
verhindert das Öffnern v. Flaschen auf dem Heimweg
Seit den 1960er
Jahren wurden die Mineralwasser- und Fruchtsaftgetränkeflaschen
vermehrt mit Kunststoffdeckeln verschlossen. Diese hielten aber,
besonders wenn Kohlensäure im Spiel war, nicht unbedingt immer
dicht. Der so genannte Sprengring verhindert (erst) seit 1980
zuverlässig, dass die Flaschen mitunter geöffnet beim
Verbraucher ankommen.
1994
Die
"Anti-Matsch-Tomate" kommt auf den Markt
Die Saatgutfirma
Calgene ließ sich als erste eine Tomate patentieren, die länger
haltbar bleibt, ohne zu matschen. Die flavr-savr-Tomate war 1994
das erste gentechnisch veränderte Lebensmittel, dass in den USA
zum Verkauf für den menschlichen Verzehr zugelassen wurde. Der
Vorteil der Flavr-Savr-Tomaten ist, dass sie am Stock ausreifen
kann und nicht grün geerntet werden muss. Sie ist zwei Wochen
länger als normale Tomaten essbar. Über die möglichen Gefahren
für Natur und Umwelt ist jedoch immer noch wenig bekannt.
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