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ZEITREISE 1800-1899

 
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ZEITREISE 1800-1899


    Ursprünge unserer Esskultur

 

Wer immer schon mal wissen wollte, wann zum ersten Mal mit einer Gabel gegessen wurde, oder wann die erste Fertigpizza im Regal stand, kann hier fündig werden. Die Zeitreise enthält viele esskulturgeschichtlich wichtige Daten. Viele der Lebensmittel die wir heute selbstverständlich in Supermärkten kaufen, kamen im 19. Jahrhundert erstmals auf den Markt. So z.B. das Kaugummi, die Margarine, Heinz Ketchup, und vieles mehr.

1810

Ein Franzose erfindet die Konservendose

1795 setzte Napoleon I. den Preis von 12.000 Goldfranken für die Erfindung eines Verfahrens zum Haltbarmachen von Nahrungsmitteln aus. Der Stratege Napoleon dachte dabei weniger an die Bevölkerung, als mehr an die Armee, die lange haltbare Vorräte benötigte. Preisträger war der Pariser Konditor und Zuckerbäcker François Nicolas Appert. Apperts hatte eine Methode gefunden, Lebensmittel in Gläsern durch ein Vakuum zu schützen. Bereits 1812 wurden die ersten Proto-Konserven hergestellt. Die ersten richtige Konservenfabriken nahmen ihre Arbeit allerdings erst 1850 auf. Andere Quellen sehen allerdings Peter Durand als den Erfinder an. Er soll die Konservendose ebenfalls 1810 vorgestellt, haben.

1828

C. Van Houten gelingt es, Kakao zu entfetten

Normales Kakaopulver enthält bis zu 22% Kakaobutter, die zum einen schnell ranzig wird und zum anderen nicht besonders gut löslich ist. Beides Faktoren, die die Zubereitung des heute so beliebten Milchkakaos früher arg erschwerten. 1828 gelang es dem Niederländer C. Van Houten, das Kakaopulver bis auf 10% zu entfetten. Das Pulver war jetzt löslicher. Die Kakaobutter wird übrigens weiterverwendet: Sie wird der Schokolade beigemengt.

1832

Die ersten Schokoladen-Hohlfiguren werden produziert

1832 produziert der Franzose Jean Baptiste Letang erstmals Hohlformenfiguren speziell für Schokolade. In Deutschland wurden die ersten Hohlfiguren erst zwischen 1866 und 1870 von Hermann Walter aus Berlin hergestellt. Ab 1911 wurde dann auch die gemeine Schokoladentafel, der besseren Haltbarkeit wegen, in Aluminium verpackt.

1837

Die Worcestershire Sauce kommt in den Handel

Fast 170 Jahre existiert sie nun schon, die Soße mit dem unaussprechlichen Namen: Die Worcestershire Sauce (sprich Wuster-Soße). Trotz völlig umgestellter Herstellungsweise hat sich, nach Angaben des Herstellers, der Geschmack seit Erfindung nicht geändert. Das genaue Rezept wird streng geheim gehalten. Nur eine Hand voll eingeweihter Mitarbeiter kennen es. Die Hauptzutaten sind allerdings auf der Flasche zu lesen: Essig, Soja, Wein, Melasse, Anchovis, Pfefferschoten, Chili, Ingwer, Schalotten, Knoblauch und Tamarindenpulver. Erfunden wurde die Soße von den englischen Apothekern Mr. Lea and Mr. Perrins. Deren Firma stellt die Soße auch heute noch her. Der Name stammt einer Legende nach von einem aus Worcester stammendem Lord, der es den Apothekern übergeben haben soll.

1856

Die Kondensmilch kommt auf den Markt

In den USA bringt Gail Borden erstmals gezuckerte Kondensmilch auf den Markt. Zehn Jahre später gründen zwei Amerikaner die Anglo-Swiss Condensed Milk Company in Zürich, mit der Absicht Kondensmilch insbesondere nach England zu exportieren. 1905 fusionierte die Gesellschaft mit der Nestlé S.A., 1977 blieb schließlich nur noch der Name Nestlé übrig. In Deutschland rühmt sich Dresden, Herstellungsstadt der ersten industriell produzierten Kondensmilch zu sein. 1886 brachte dort die Pfund's Molkerei die erste Dosenmilch auf den Markt.

1860

Erfindung des Cocktailshakers

1860 wurde der Cocktailshaker in Amerika erfunden. wahrscheinlich in einer kleinen Cocktailbar, die zu der Zeit schon weit verbreitet waren. Hier waren übrigens die Engländer schneller. Die erste Cocktailbar wurde 1851 in London eröffnet.

1869

Gründung der Campbell Soup Company

Einen Großteil seines Ruhmes verdankt Andy Warhol zwei Männern: Joseph Campbell, einem Gemüsehändler und seinem Partner Abraham Anderson. Diese beiden gründeten 1869 in New Jersey die Campbell Soup Company. 1897 gelang es ihnen, den Wassergehalt der Suppen zu reduzieren und so die Verpackungs-, Transport-, und Lagerkosten senken zu können. Damit waren Sie der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus. Andy Warhol griff das Motiv der überall verfügbaren Suppe erstmals für ein Kunstwerk auf. Das steigerte den Bekanntheitsgrad der Suppe dann noch einmal enorm.

1870

Die Kaugummiqualität wird entscheidend verbessert

Thomas Adams verbessert die Herstellung des Kaugummis wesentlich und ebnet so den Markt für den Kaugummi-Boom in Amerika. Er selbst sollte aber nicht besonders daran verdienen. 20 Jahre später machte nämlich ein ganz anderer damit das große Geld: Mr. Wrigley!

1871

Die Margarine wird erfunden

Der Chemiker Hippolyte Mège-Mouries erfindet im Auftrag von Napoleon einen streichfähigen Aufstrich aus Rindertalg. Grund war, dass mit Beginn des Industriezeitalters und dem damit verbundenen starkem Wachstum der Bevölkerung auch der Fettbedarf stieg. Das wurde immer knapper und teurer. Ein preiswerter Ersatz musste her. Auch wenn das Fett noch tierischer Herkunft war, gilt er als Erfinder der Margarine. Erst durch die 1902 von W. Norman erfundene Fetthärtung, konnten auch pflanzliche Fette für die Margarineherstellung verwendet werden.

1876

Carl von Linde erfindet die Kompressions-Kältemaschine

Die Erfindung von Linde ist die Grundlage der modernen Kühltechnik, ohne die es heute nicht eine Tiefkühlpizza geben würde. Durch die Folgen der Industrialisierung war der Bedarf an Lebensmitteln so stark angewachsen, dass der Bedarf nicht mehr allein durch heimische Lebensmittel gedeckt werden konnte. In den wie Pilze aus dem Boden schießenden Kühlhäusern, die mit Lindes Maschinen betrieben wurden, hielten die Lebensmittel länger. Um den Bedarf zu decken, wurden schließlich sogar die ersten Kühlschiffe gebaut, die Frischfleisch aus aller Welt nach Europa brachten. Bereits ein Jahr nach der Erfindung der Kälte-Maschine wurde argentinisches tiefgefrorenes Rindfleisch bei -30 Grad nach Frankreich transportiert.

Henry John Heinz verkauft erstmals seinen Ketchup

Die Erfinder des Ketchups, die Chinesen, nannten ihre Soße "Ketsiap". Vielmehr als die Ähnlichkeit des Namens hat die kalt-pikante Fischsauce von damals aber mit dem modernen Ketchup nicht gemein. Im 18. Jahrhundert führte der Weg der chinesischen Soße über Europa nach Amerika. Der Jungunternehmer Henry John Heinz, probierte damals schon länger an Soßen herum, als er im Jahre 1876 - inspiriert von dem asiatischen Mitbringsel - deren Rezeptur veränderte: Aus Tomaten und zahlreichen Gewürzen entwickelte er den Heinz Tomato Ketchup, dessen Rezeptur bis heute unverändert geblieben sein soll.

1878

Colman`s Mustard (schärfster Senf der Welt) wird gegründet

Die Briten können sich damit rühmen, den schärfsten Senf der Welt zu haben. 1878 starteten die Gebrüder Colman ihre Produktion. Sie garantierten den Senffarmern feste Abnahmemengen und konnten sich im Empire gegen die Konkurrenz durchsetzen. Colman`s Mustard gab es zunächst nur als Pulver, dass aus grob zerstoßenen Senfkörnern, Weizenmehl, Kurkuma, Cayennepfeffer und andere Zutaten bestand. Später kamen dann auch die heute üblichen tafelfertigen Varianten hinzu.

1886

Die Maggi-Würze wird von Julius Maggi in der Zürcher Gemeinde Kemptthal als preiswerter Ersatz für Fleischextrakt erfunden

Zur Epoche von Julius MAGGI strömten viele Schweizer Familien vom Land in die Städte um Arbeit in der Industrie zu finden. Auch die Frauen arbeiteten in den Fabriken und hatten kaum Zeit zum Kochen. Die Ernährung war mangelhaft, am ausgeprägtesten war Eiweißmangel. Julius MAGGI erkannte diesen Ernährungsnotstand zusammen mit seinem Freund, dem Fabrikinspektor Fridolin Schuler. Er konzentrierte sich auf die Entwicklung von Produkten aus Erbsen, Bohnen und Linsen wegen ihres reichhaltigen und preisgünstigen pflanzlichen Eiweißes. 1886 gelang die Herstellung der ersten kochfertigen Suppen. Diese waren nahrhaft, zeitsparend und für jedermann bezahlbar. Im gleichen Jahr erfand Julius MAGGI die heute weltberühmte Suppenwürze.

1888

Pasteur entwickelt eine Methode zum Abtöten von Mikroorganismen durch Hitze

In seinem Pariser Labor beobachtet Pasteur 1888 die Beteiligung von Kleinstlebewesen bei Zersetzungs- und Krankheitsprozessen. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen entwickelt er eine Methode zum Abtöten von Mikroorganismen durch Hitzeeinwirkung - das "Pasteurisieren". Dadurch ist er quasi der Wegbereiter der modernen Konservierungsverfahren.

1891

Oetker bringt das Backpulver (Bakin) auf den Markt

Wie so oft in der Geschichte der Lebensmitteltechnologie, íst der Erfinder eines Produktes nicht der, der auch das große Geschäft damit macht. So auch beim Backpulver: Erstmals beschrieben von Justus Liebig, versuchten sich viele Chemiker daran, bekannte Chemikalien so zu mischen, dass diese die benötigte Triebkraft für Gebäck und Kuchen aufwiesen. In Amerika gelang das schließlich. Dort wurde das Pulver allerdings in 250-Gramm-Dosen verkauft. August Oetker brachte schließlich 1891 sein Backin in einer Bielefelder Apotheke in Tütchen zu 20 Gramm auf den Markt. Das war neu. Jedes Tütchen reichte für ein Pfund Mehl. Der Preis von zehn Pfennig schien niedrig, die Gewinnmarge war allerdings beträchtlich.

1891

Leibnitz-Butterkeks

Mit dem Leibnitz-Butterkeks ist Herman Bahlsen 1891 ein großer Wurf gelungen: Bis heute unverändert im Aussehen mit seinen 52 "Zähnen", ist der Butterkeks ein echter Klassiker. Produkte nach berühmten Personen zu benennen, war zu Ende des 19. Jahrhunderts große Mode. Da der Keks aus Hannover kam, lag es nicht fern, den Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibnitz aus derselben Stadt als Namenspaten zu wählen. Hermann Bahlsen hat übrigens auch die deutsche Bezeichnung "Keks" erfunden, indem er sich an dem englischen "cake" orientierte.

1892

Asbach Uralt erblickt das Licht der Welt

Generationen der heute 35-45 jährigen haben ihre Kindheit mit Asbach-Uralt Werbung verbracht. Die tiefe Stimme, die allabendlich die unverständlichen Worte vom Geist der Weines wiederholte, bleibt einem einfach im Gedächtnis. 1892 brannte Hugo Asbach seinen ersten Weinbrand in Rüdesheim. Einen Großteil seines Erfolges hat der hessische Weinbrand sicher seiner Werbung zu verdanken, die der Firmengründer konsequent genutzt hat.

1894

Palmin kommt auf den Markt

Dr. Heinrich Schlinck hatte Visionen: Wenn der Bedarf an Fetten und Ölen, den die rapide anwachsende Bevölkerung hatte, mit tierischen Produkten nicht mehr zu befriedigen war, dann müsste doch die riesigen Reserven, die in der tropischen Pflanzenwelt steckten, nutzbar gemacht werden können. Und in der Tat entwickelt er ein Verfahren, um das Fett der Kokosnuss zu extrahieren und so aufzubereiten, dass es als Kochfett taugt.
1892 erhielt er sein Patent, 1984 beginnt er damit das Kokosfett "Palmin" zu produzieren. Ab 1887 erfolgt der Verkauf des Produktes im größeren Stil.

 

 

 

 

 

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