LÄNDERAUSWAHL

DACH F   SIE SIND HIER: ÖSTERREICH > SIGHTSEEING > TAUERNKRAFTWERK

        
 

magellanworld
 

TAUERNKRAFTWERK
 
BUNDESLÄNDER
SIGHTSEEING

WASSER UND MEE(H)R

SEENLANDSCHAFTEN
KRIMMLER WASSERFÄLLE
TAUERNKRAFTWERK

FAMILIEN TIPP

BERGISELSCHANZE
FERDINANDEUM
FREIZEITPARKS
PYRAMIDENKOGEL
SALZBERGWERK HALLEIN
STIEGEL'S BRAUWELT
TIERPARKS
WIENER PRATER

NATUR UND CO.

EISRIESENWELT WERFEN
LANDSCHAFTEN
HISTORISCHE BAUTEN

MUSS MAN SEHEN

GETREIDEGASSE
HOTEL SACHER
IM WEISSEN RÖSSL
KRISTALLWELTEN

DIES UND DAS

DONAUTURM
ERLEBNISZÜGE
ÖTZI
 
 
 
 
 
 
 
 
 

TAUERNKRAFTWERK


    Kathedrale der Gegenwart

 

Die Stromerzeugungsanlagen der Tauernkraftwerke AG Glockner-Kaprun, stellen eine beeindruckende Symbiose aus Natur und Technik dar. Vor allem die zwei Hochgebirgsstauseen Moserboden und Wasserfallboden ziehen alljährlich Tausende Besucher in ihren Bann.
Da es bis zu den Stauseen keine durchgehende Straßenverbindung gibt, erreicht man das Ausflugsziel umweltschonend mit Europas größtem Elektro-Schrägaufzug.

Erste Pläne Wasserkraft zur Stromerzeugung in den Hohen Tauern zu nutzen gab es 1928, denn nach dem Ersten Weltkrieg suchte die Energiewirtschaft neue, ergiebige Energiequellen. Man stieß im Kapruner Tal auf ein in den Ostalpen einzigartiges Potential: Zwei riesige Almböden mit enormem Gefälle als unvergleichliche Möglichkeit, zwischen zwei Staubecken einen Pumpspeicher-Betrieb anzulegen.

Nach der Weltwirtschaftskrise wurde das Projekt allerdings 1931 zunächst wieder gestoppt und erst 1938 von den Nationalsozialisten wieder in Angriff genommen. Ab 1939 wurden polnische Zwangsarbeiter eingesetzt. 1944 war das Krafthaus und die Zuleitung des Wassers fertig: Es wurde erstmals Strom geliefert. Luis Trenker dokumentierte die mühsame und beschwerliche Arbeit an diesem Technik-Koloss mit seinem Film "Gold aus Gletschern". Den gelernten Architekten Trenker faszinierten die ungeheuren Dimensionen dieses Bauwerks. Allein die Wand einer Wassersperre ist fast so hoch wie der Stefansdom in Wien. Seinen Dokumentarfilm mischte Luis Trenker mit Spielszenen, in denen sein Sohn Florian mit der Schauspielerin Marianne Hold auftritt. Florian Trenker spielt einen Werkstudenten, der am Bau des Kraftwerks mitarbeitet.

Die Wasserspeicher Mooserboden und Wasserfallboden bilden ein Reservoir , um den Spitzenverbrauch an Strom und Wasser abzudecken. Das Kaprun Oberstufen-Krafthaus am Fuße der Limbergsperre bezieht Wasser durch einen Stollen im Berg aus dem Speicher Mooserboden. Dieses Wasser fließt dann in den Speicher Wasserfallboden hinter der Limbergsperre und wird entweder nachts, wenn der Strombedarf niedrig ist, mit Pumpen die eine Leistung von 85.000 PS erbringen, über 385 m Höhe in den Speicher Mooserboden zurückgepumpt (13m3 Wasser pro Sekunde) oder durch Stollen dem Krafthaus in Kaprun-Hauptstufe zugeleitet. Mit diesem Pumpspeicher-Prinzip wird jeder Wassertropfen mehrfach in elektrischen Strom umgewandelt.

Ein wichtiger Bestandteil eines Pumpspeicherwerkes ist das Wasserschloss, das in der Ausstellung mit einem kleinen Versuch erklärt wird. Ein Wasserschloss ist erforderlich, denn die Durchflussmenge in Druckrohren und -leitungen, wie die von Speicherkraftwerken, muss regulierbar sein, weil sich der elektrische Energiefluss im Netz ändert. Bei der Regelung der Turbinen, mehr noch beim plötzlichen Schließen oder Öffnen der Druckschieber entstehen starke Druckstöße, die sich mit hoher Geschwindigkeit fort pflanzen, wie die schnelle Reaktion des Wasserspiegels auf die Verschlussbetätigung im Versuch zeigt.

Durch diese Druckstöße könnten Stollen und Rohre bersten. Das Wasserschloss dämpft die Wirkung dieser Stöße. Beim Verschließen weicht das Wasser, das sich durch das Druckrohr bewegt, in das Wasserschloss aus. Sofort kommt es zu einer pendelnden Bewegung des Wasserspiegels, der Wasserschlossschwingung. Es ist am oberen Ende des Druckrohres angebracht und nimmt mit seiner freien Oberfläche den Druckstoß auf und kehrt ihn um. Die kinetische Energie des fließenden Wassers im Druckstollen wird in die potentielle Energie des erhöhten Wasserspiegels im Wasserschloss umgesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Österreich mit amerikanischer Hilfe weiter und 1951 wurde die 120 m hohe und 350 m lange Limbergsperre mit dem Kaprun Oberstufen-Krafthaus eingeweiht. 446.000 m3 Beton wurden dafür benötigt. Gleichzeitig begann der Bau der Moosersperre, die 104 m hoch, 462 m lang und an der Basis 70 m dick ist. Ihr Bau verschlang 665.000 m3 Beton. 1953 wurde schließlich der Bau der Drossensperre in Angriff genommen. Sie ist 112 m hoch und 357 m lang, 335.000 m3 Beton wurden darin verbaut. 1955 war die gesamte Anlage des Tauernkraftwerks fertig. "Was für das Mittelalter die Kathedralen, sind für die Gegenwart die modernen Bauten der Technik", wurde stolz bei der Inbetriebnahme vermerkt. Pelton-Turbinen in Verbindung mit Generatoren der Firma Escher-Wyss erzeugen jährlich 486 Millionen kWh.


Weitere Informationen

Tauern Touristik GmbH
Nikolaus-Gassner-Straße 321
5710 Kaprun
Tel.: +43(0)6547/20019-23201
Fax: +43(0)6547/20019-23209

 

 

 

 

 

Seitenanfang

 


 

 
 

 

 

 

HOME