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WACHAU


    Wo Urgestein den Wein prägt

 

Niederösterreich ist das historische Kernland Österreichs und dabei sein größtes Bundesland. Eine der niederösterreichischen Regionen nennt sich Wachau. Malerische Weindörfer, bedeutende Klöster und Schlösser, Kunstdenkmäler von der Romanik bis zum Barock und einzigartige Terrassengärten schmiegen sich an das Ufer der Donau: eine reizvolle Kulturlandschaft – von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – und ein Paradies für Feinschmecker. Hier gedeihen Weißweine, die von Kennern hochgelobt werden und man pflegt eine exzellente Küche.

Die Wachau ist nur 32 km lang und gehört zu den schönsten Landschaften Österreichs. Man kann sie, immer neben der Donau, der Länge nach durchfahren. Hier befindet sich eine der schönsten Flusslandschaften der Welt. An ihren Hängen bauten die Römer schon vor 2.000 Jahren Wein an. Die Güte des hier wachsenden Weines hatte sich schnell herumgesprochen, weshalb Kaiser Domition 91 n. Chr. den Weinbau nördlich der Alpen zum Schutze des römischen Weinbaus verbot. Dieses Verbot wurde 280 n. Chr. von Kaiser Probus wieder aufgehoben. Daraufhin entstanden blühende Weinkulturen entlang der Donau und in den Seitentälern. In der Biografie des Hl. Severin, der in Mautern, dem damaligen Favianis lebte, wird der Weinbau hier erstmals genannt.

Die Weinterrassen prägen das Landschaftsbild. Wie Lebenslinien durchziehen sie die Gegend. Die gemauerten Terrassen werden nach uralter Überlieferung mit der Hand aufgeschichtet. Jeder Stein bekommt nach seiner Form und Herkunft einen Platz zugewiesen. Man kann die Mauern sogar im Wein erschmecken. Die Mineralien in den Steinen gehen ebenso in die Trauben über wie die Sonnenwärme, die in den Steinen gespeichert wird. Angebaut werden vor allem Riesling, Zweigelt und Veltliner.

Von Deutschland aus liegt die kleine Stadt Melk am Eingang der Wachau. Die liebevoll renovierten Häuser stammen aus den letzten sechs Jahrhunderten. Und auf die Besucher warten viele kleine Cafés zur Pflege des Müßiggangs. Über Melk steht das Stift Melk. Jakob Brandtauer errichtete den barocken Prachtbau im 18. Jahrhundert. Es heißt: "Soviel Tage das Jahr, so viele Fenster hat Melk". Hunderttausende Besucher kommen jährlich aus aller Welt, um den lang gestreckten Bau mit seinen Ausstellungen und der weltbekannten Bibliothek zu bewundern. Die Benediktiner wohnen schon seit 900 Jahren im Stift Melk. Aber auf die Mönche trifft man selten. Ihr Leben spielt sich abseits des touristischen Programms ab.

Natürlich kann man durch die Wachau mit dem Auto fahren oder besser noch mit dem Fahrrad den Donauradweg entlang radeln. Aber dieses Tal erlebt man erst richtig vom Schiff aus. Man kommt von der Donau aus in jedem Fall an dem kleinen mittelalterlich geprägten Dorf Dürnstein vorbei. Hinter dem starken Gemäuer der kleinen Häuschen liegen romantische Hinterhöfe mit kleinen Beizen (Kneipen) und es führen steile Treppen in dunkle Keller. In ihnen wird der Reichtum der Wachau gelagert, eben der Wein. Geschichtsträchtig erhebt sich die Festungsruine über Dürnstein. Mit der Zeit der Kuenringer ist auch die Sage der Verschleppung des englischen Adeligen Richard Löwenherz nach Dürnstein verbunden. Er soll einst in einem Verlies gesessen haben. Der Wahrheitsgehalt ist allerdings umstritten. Richard Löwenherz dürfte in Wahrheit in Wien gefangen gehalten worden sein.

Im Mittelalter wurde die Wachau durch die Kuenringer beherrscht, die in Aggstein (südlich der Donau) und in Dürnstein (nördlich der Donau) Burgen besaßen und im Ruf standen, als Raubritter von "Mautzahlungen" der Schifffahrt zu leben. Unter den Kuenringern entstand jedoch ein vergleichsweise hoch entwickeltes Gemeinwesen. Die Kuenringer wurden schließlich militärisch geschlagen und ihre Burgen zerstört. Als Ruinen sind sie nach wie vor Ausflugsorte.

Krems ist eine ausgesprochen hübsche kleine Stadt mit einem Renaissance-Rathaus, mehreren Kirchen und zahlreichen wohlerhaltenen Bürgerhäusern, die teils noch aus dem späten Mittelalter stammen. Viele der Häuser haben Lauben und Erker und tragen reichen Sgraffito-Schmuck - historische und biblische Bilder. Auffallend viele dekorative Brunnen und Säulen schmücken die Plätze und Straßen.

Weißenkirchen liegt im Herzen der Wachau. Der historische Ortskern wird geprägt von der Wehrkirche und unzähligen Gebäuden mit romantischen Innenhöfen aus der Renaissance. Der eindrucksvollste ist zweifellos der Teisenhoferhof (erbaut 1542). Hier in Weißenkirchen befinden man sich im Zentrum der kulinarischen Kultur der Wachau. Unzählige prämierte Restaurants und Top-Rieden locken den Reisenden mit allerlei Leckerbissen.

Lange Jahrhunderte war der Ruf des Weingebiets Wachau nur mäßig. Es waren die Maler der Romantik welche die Reize der Region wieder entdeckten und festhielten. In Scharen pilgerten sie hierher und waren quasi die Vorgänger der Touristen aus aller Welt, die heute auf der Romantikstraße durch die Wachau pilgern. Die klischeebehaftete Weinseligkeit kam nicht zuletzt durch Filme wie Hofrat Geiger und Mariandl. Das "Mariandl"-Lied wurde zum Markenzeichen der Wachau und prägte das romantische und touristische Image der Region. Die blühenden Marillenbäume taten das ihrige dazu.


Weitere Informationen:

Donau-Niederösterreich Tourismus GmbH
Region Wachau-Nibelungengau
Schlossgasse 3
A-3620 Spitz an der Donau
Tel.: +43(2713)30060 60
Fax: +43(2713)3006030
wachau@donau.com
www.wachau.at

 

 

 

 

 

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