Einer der jüngsten österreichischen Nationalparks liegt im
nordöstlichsten Niederösterreich, an der Grenze zwischen West
und Ost, zwischen Ebene und Hochland, zwischen dem Hügelland des
Weinviertels und dem rauen mystisch-ursprünglichen Waldviertel -
gegraben von einem Fluss, der Thaya.
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Wie eine riesige Schlange windet
sich der Fluss in seinem bis zu 150 m tiefen, etwa 35 km langen, schluchtartigen
Tal durch das Hügelland, dessen höchste Erhebungen 510 m erreichen. Herrliche,
urwaldähnliche Laubmischwälder, in denen alle Laubbaumarten Mitteleuropas
vertreten sind, überziehen die steilen Flanken. Den Talgrund, auf den etliche
Burgen bzw. Burgruinen herabblicken, kleiden Wiesen und Auwälder aus. Im Umfeld
von Felsformationen bieten, an den südexponierten Stellen, Trockenrasen
südlichen Arten wie Smaragdeidechse und Gottesanbeterin eine Heimstatt. Die
Hügel und Bachtäler des Umlandes bedecken naturnahe Laub-Nadel-Wälder, die in
reich gegliederte Feldfluren übergehen. Am Ostrand steigen an den Hängen
Weingärten zu den Waldrändern empor. In den verschiedenen Biotopen des
Nationalparks führen Fischotter, Uhu, Schwarzstorch, Eisvogel und Äskulapnatter
oder die Bunte Schwertlilie ihr verborgenes Leben.
Im Nationalpark dürfen Bäume alt
werden und sterben. Doch jeder tote Stamm ist in Wirklichkeit ein "Lebens-Raum".
Im Holz sind die Kinderstuben von Pracht- und Bockkäfern zu finden, unter der
Rinde tummeln sich Tausendfüßer und Asseln und auch der Specht baut seine Höhlen
in das morsche Holz, die später von Hohltauben und Fledermäusen bewohnt werden.
Die Entstehung dieses fast
unberührten Stücks Natur lässt sich mit seiner Lage begründen: Bis 1989 hat der
Eiserne Vorhang und die damit einhergehende Abgeschiedenheit als Grenzgebiet
dazu geführt, dass menschliche Eingriffe kaum vorgenommen wurden. In Tschechien wurde an der Thaya 1991 der Nationalpark Podyjí (63 km2)
eingerichtet. Auf österreichischer Seite wurde der Nationalpark Thayatal 1999
errichtet; das kleinste Nationalparkgebiet Österreichs umfasst rund 13 km² und zählt zu den schönsten und eindrucksvollsten
Durchbruchstälern Österreichs.
Das Nationalparkhaus ist erste
Anlaufstelle für jene Besucher, die mehr über den Nationalpark wissen wollen. In
der Infostelle findet man Wanderführer, Natur-Infos, Veranstaltungsprogramme und
Ausflugstipps. Neben dem Nationalparkshop und dem Nationalpark-Café "Thayatal"
wird das Servicezentrum durch die Ausstellung "NaturGeschichten – ThayaTales"
ergänzt, die faszinierende Einblicke in die Entwicklung und die natürliche
Vielfalt des Thayatales gibt. Das Nationalparkhaus
liegt südlich von Hardegg und soll die Begegnungsstätte für Besucher aus zwei
Staaten unterschiedlicher Sprache sein.
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Wanderungen auf eigene Faust sind
auf den markierten Wegen des Nationalparks Thayatal möglich. Wanderkarten für
den Nationalpark können auch auf der Homepage des Parks heruntergeladen werden.
Anhand des geführten Besucherprogramms haben Familien gegen vorherige Anmeldung
Gelegenheit, die faszinierenden Aspekte des Nationalparks kennenzulernen. Die
Kosten für eine private Führung hängen von ihrer Dauer ab. Zudem werden jeden
Monat mehrere Veranstaltungen zu bestimmten Themen organisiert. Einige dieser
Veranstaltungen sind speziell auf die Interessen von Kindern zugeschnitten.
Im Jahr 2003 verlieh der Europarat das Europadiplom für Landschaften
von europäischer Bedeutung an den Nationalpark Thayatal. Es beweist die hohe internationale Wertschätzung für dieses österreichische
Landschaftsjuwel. Der Nationalpark Thayatal ist neben den Krimmler Wasserfällen
und der Wachau das dritte Europadiplom-Gebiet Österreichs. Ebenso hat er
auch offiziell die Kriterien für die Aufnahme unter die Top Ausflugsziele
Niederösterreichs erfüllt.
Neben der beeindruckenden Naturlandschaft des
Nationalparks fasziniert auch die Umgebung mit
ihren Burgen (Riegersburg, Burg Hardegg) und den Ruinen Kaja und Neuhäusl.
Weitere Informationen:
Nationalpark Thayatal
2082 Hardegg
Tel. +43 (0) 2949 7005-0
Fax +43 (0) 2949 7005-50
office@np-thayatal.at
www.np-thayatal.at
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