"Gespießt"
nennt ihn Belsazar Hacquet, einer der Glocknerpioniere,
"Majestät", "dunkler Großfürst", "schönster Berg der Ostalpen"
nennen ihn andere, eines ist allerdings sicher: er ist der
höchste Berg Österreichs - der Großglockner! Mythen, Dramen,
Staus am Glocknerleitl, Verkehrsinfarkte am Kleinglockner,
Versuche, den Gipfel gold zu bemalen - was hat sich da oben
nicht schon alles abgespielt! Was bleibt? Ein Berg, nichts
weiter.
Wenn Sie schon immer hoch
hinaus wollten, sind Sie hier, am Fusse des Grossglockners, dem
"König" der Hohen Tauern richtig.
Der
Grossglockner, der höchste Berg von Österreich liegt im
Nationalpark Hohe Tauern und ist mit seiner markanten Form,
seiner Geschichte eines der populärsten Wahrzeichen für
Österreich. An der Grenze zwischen Kärnten, Salzburg und Tirol
gelegen setzt er auch damit ein Zeichen für Gemeinsamkeit,
Grenzüberschreitung und Internationalität.
Umringt von ca.
30 Dreitausendern, ist er das Herzstück des Nationalpark Hohe
Tauern. Der Grossglockner hat sich zum Wahrzeichen Österreichs
und zum Mythos der Bergwelt etabliert. Er wirkt geradezu wie ein
Magnet auf in- und ausländische Bergsteiger. Von den
Normalanstiegen und dem Weg der Erstbesteiger angefangen, über
Stüdlgrat, Meletzkigrat und extremen Eisanstiegen wie
Palavicinirinne oder die Glocknerwand- überschreitung bietet er
allen Bergsteigern lockende Ziele. Auf 3.798 Meter Höhe Seehöhe
wartet am Gipfelkreuz ein eindrucksvoller Panoramablick über den
Nationalpark Hohe Tauern.
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Mit 1800 qkm zählt dieser Nationalpark zu den größten Europas
und bietet dem Besucher die Möglichkeit, Natur hautnah zu
erleben. Hier kann man die einzigartige Flora und Fauna der
Alpen von gut ausgebauten Wanderwegen aus bestaunen. Der
Nationalpark ist sozusagen eine Arche Noah für tausende Tier-
und Pflanzenarten. Er ist aber auch eine Oase der Ruhe für
naturorientierte Menschen - zur Erholung und zum Entdecken.
Von allen
Himmelsrichtungen aus betrachtet ist der Glocknerstock
eindrucksvoll. Am einprägsamsten ist jedoch seine Nordansicht.
Elegant zieht die berühmte Pallavicini-Rinne fast 600m hoch und
bis zu 60° steil zur Oberen Glocknerscharte hinauf, eingebettet
zwischen dem imposanten Nordost-Grat des Großglockners und dem
markanten Glocknerkamp zum Kleinglockner. Die Nordansicht zeigt,
dass selbständige Routen zum "kleinen Bruder" führen.
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Geschichte
1799/1800
Der Kärntner Fürstbischof von Gurk, Franz Altgraf von
Salm-Reifferscheid, beauftragte 1799 die Brüder Martin und
Sepp Klotz, Zimmerleute aus Heiligenblut, einen Weg von
Kärnten aus auf den
Grossglockner
zu finden. Nach mehreren Versuchen in genagelten Schuhen,
handgeschmiedeten Fußeisen, Leitern und langen Stöcken
endete der erste Anlauf 1799 am Kleinglockner, der etwas
niedriger und durch eine ausgesetzte Scharte vom
Großglockner getrennt ist. Der Fürstbischof ließ 1800 eine
weitere Expedition organisieren und diesmal spannen die
mutigen Bergsteiger Seile über die gefährliche Scharte.
Schließlich, am 28. Juli 1800, gelang der Gipfelsieg: Als
Erster setzte der Rangersdorfer Pfarrer Hautzendorfer seinen
Fuß auf den Gipfel des Großglockners. Ihm folgten 3
Bergführer aus Heiligenblut und zwei Wissenschaftler.
1857
Die erste Frau am
Grossglockner
war Sidonia Schmidl, das unerschrockene Mädchen aus
Heiligenblut. Weil ihr die eifersüchtige Männerwelt den
Aufstieg zum Gipfel verwehren wollte, griff sie zu einem
"Trick" und zog Männerhosen an. So "verkleidet" erreichte
Sidonia Schmidl in Begleitung des Bergführers Anton
Granögger den Grossglockner.
1876
Markgraf Alfred Pallavicini ("der stärkste Mann von Wien")
bezwingt mit drei Heiligenbluter Führern den über 900 Meter
langen Eiskanal an der
Grossglockner
Nordflanke, die seither "Pallavicini"-Rinne heißt. Einer der
Führer schlägt dafür 2.500 Stufen ins Eis. Pallavicini
verunglückt 10 Jahre später in unmittelbarer Nähe "seiner"
Rinne tödlich.
1879
Nachdem das erste
Glocknerkreuz durch Blitzschlag zerstört worden war, wurde
zur Silbernen Hochzeit von Kaiser Franz Josef und Kaiserin
Elisabeth das bis heute bestehende Gipfelkreuz von
Bergführern angebracht. Der Entwurf stammt vom Wiener
Dombaumeister Schmid, hergestellt wurde es von Klagenfurter
Eisenbahnern, das Eisen stammt aus Hüttenberg in Kärnten,
der Heimatgemeinde des Forschers und Alpinisten Heinrich
Harrer. |
Die
Grossglockner Hochalpenstrasse ist eine der faszinierendsten
Hochgebirgs-Straßen der Alpen.
Im Jahre 1929 wurde
Dipl. Ing. Franz Wallack beauftragt, eine Passstrasse über die
Alpen zu bauen. Der Bau galt
auch als Arbeitsplatzbeschaffung. Tausende Arbeiter waren
monatelang von ihren Familien getrennt, einen Einblick über die
Entbehrungen liefert das Museum, das direkt neben der Straße
liegt. Am 22.
September 1934 war die Großglocknerstrasse fertig. Mehr als 1
Million Touristen besuchen diese Attraktion der Alpenrepublik
pro Jahr. Mit einer Seilbahn gelangen die Besucher hinunter auf
die Pasterze, Österreichs größtem Gletscher. 1000
Terrassenplätze entlang der Hochalpenstrasse begleiten den
Besucher auf seiner Entdeckungsreise in das Hochgebirge.
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Tipp:
Der Aufstieg zum Glockner ist zu keiner Jahreszeit zu
unterschätzen. Durch seine Bekanntheit zieht es Tag für Tag
unzählige Bergsteiger zum Gipfel, was natürlich im Bereich des
Kleinglockners und der Glocknerscharte zu unangenehmen Staus
führt, daher ist ein frühzeitiger Aufbruch (Stirnlampen) oder
aber bei stabiler Witterung der Aufstieg auch am späten
Nachmittag zu empfehlen. Eine Besteigung des Grossglockners ist
als 2-Tagestour zu empfehlen.
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