Eine der letzten großen Flussauen Mitteleuropas ist seit 1996
als Nationalpark geschützt: die Donauau. 36 km Nationalpark
geben verschiedenen Pflanzenarten, Vögeln, Fischen und
Säugetieren ein zu Hause. Nebenbei ist der Nationalpark
Donauauen auch ein Erholungsparadies für gestresste Städter und
wissensdurstige Naturkundler. Die Dynamik der Donau macht die
Donau-Auen zu einer der vielfältigsten Landschaften Österreichs.
Der Nationalpark
Donau-Auen, zwischen Wien und Bratislava gelegen, schützt eine
der letzten großen unverbauten Flussauen-Landschaften
Mitteleuropas. Napoleon, der in der Wiener Lobau im Jahr 1809
sein Hauptquartier aufschlug, sah noch eine weit verzweigte
Donau. Bis ins 19. Jahrhundert war die Donau ein ungezähmter
Fluss. Dann veränderte der Mensch durch umfangreiche
Regulierungen drastisch den Naturhaushalt dieser
Flusslandschaft. Viele Nebenarme wurden abgedämmt und sind
seither nur mehr bei Hochwässern von der Donau durchströmt.
Weitere massive
Eingriffe folgten durch die jahrzehntelange forstwirtschaftliche
Nutzung in weiten Teilen der Auwälder. In den 50er Jahren begann
der Ausbau einer nahezu lückenlosen Kette von Flusskraftwerken
im österreichischen Teil der Donau. 1984 drohte mit dem
geplanten Bau des Kraftwerkes Hainburg die Zerstörung des
letzten frei fließenden Donauabschnitts mit seinen Auwäldern.
Durch landesweite Proteste von Naturschützern konnte der Bau des
Kraftwerks Hainburg verhindert werden. Was dann folgte waren
jahrelange Kämpfe um die schützenswerte Aulandschaft. Im Oktober
1996 war es dann endlich soweit: der Nationalpark Donauauen
wurde offiziell eröffnet.
 |
Das Erscheinungsbild des Nationalparks
wird geprägt durch den breiten Donaustrom, die
dichten Auwälder und die Altarme. Sandbänke, Uferabbrüche und
Pionierstandorte entstehen durch die Kraft des Hochwassers. Eingebettet in
den Auwald liegen Feuchtwiesen und auf den trockenen Schotterflächen die sogenannten Heißländen. Die unterschiedlichen Lebensräume sowie das
Zusammentreffen des sich dynamisch verzweigenden Gebirgsflusses Donau mit
dem träg fließenden Mäanderfluss March sind Basis für eine Artenvielfalt,
die in Mitteleuropa außerhalb von Auwäldern ihresgleichen sucht.
Weit mehr als 700 Arten Pflanzenarten, über 30 Säugetier- und 100
Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten sowie an die 50
Fischarten beherbergt der Nationalpark Donau-Auen. Neben verschiedenen
Orchideen-Arten blühen im Nationalpark Gelbe Teichrose, Sibirische
Schwertlilie und der fragile Wasserschlauch. Donau-Kammolch, Gelbbauchunke,
Europäische Sumpfschildkröte, Wels, Seeadler, Eisvogel, Kormoran und Biber
sind charakteristische Bewohner der Donau-Auen, um nur einige wenige zu
nennen. Mit der reichen Fauna land- und wasserlebender Insekten und anderer
Wirbelloser wird der Gesamtbestand an Tierarten der Donau-Auen auf
mindestens 5.000 geschätzt.
 |
Heute kommen
Wissensdurstige und Erholungssuchende im Nationalpark Donauauen
voll auf ihre Rechnung. Egal ob zu Wasser oder am Land, ob
Indoor oder Outdoor, zahlreiche Aktivitäten locken die Besucher.
Im Schlauchboot, Kanu, Fährboot oder auf der Tschaike, ein
typisches Donauschiff aus der Zeit um 1530, kann man den Strom
und seine Au-Gewässer hautnah erleben. In geführten Touren
paddelt man auf Altarmen, vorbei an eindrucksvollen Biberspuren
und mit etwas Glück an Graureihern, die regungslos auf Beute
lauern. In vielen Facetten präsentieren sich Fluss, Landschaft,
Tiere und Pflanzen bei der Kanu-Tour. Flussuferläufer,
Graureiher und Eisvögel, Sumpfschildkröten beim Sonnenbad,
Libellen auf Beuteflug sowie der Donaustrand zum Verweilen sind
die Belohnung für ausgiebiges paddeln.
Im Gebiet des
Nationalparks gibt es auch interessante Wander- und Radrouten,
Naturlehrpfade, ein Bibergehege sowie schöne Beobachtungsplätze.
Die Wanderrouten werden von weithin sichtbaren Holzpiloten
begleitet. Es gibt auch geführte Exkursionen, Bootstouren und
Veranstaltungen, Erlebnistage und ein eigenes Camp. Aktuelle
Informationen, sowie Wege- und Wanderkarten erhält man in den
Informationsstellen Schloss Orth, Eckartsau und Lobau. Fernglas
nicht vergessen!
Im Nationalpark Donau-Auen
kann sich die Natur frei von wirtschaftlichen Zwängen entfalten. Damit
garantiert ist, dass auch kommende Generationen die Kraft und Schönheit der
"Grünen Wildnis am Strom" noch selbst erfahren können.
Weitere Informationen:
Nationalpark Donau-Auen GmbH.
Schlossplatz 1
A-2304 Orth an der Donau
Tel. 02212 - 3450
nationalpark@donauauen.at
www.donauauen.at
|