Das östlichste und sonnenreichste Bundesland Österreichs, das
Burgenland, versteht sich nach Jahrzehnten am “Eisernen Vorhang“
heute als eine Region des Brückenschlages zwischen Ost und West.
Der Landstrich zwischen Neusiedler See und slowenischer Grenze
lebt von den landschaftlichen und kulturellen Kontrasten.
2000 Sonnenstunden - nirgendwo in Österreich ist “Klärchen“ so
spendabel mit seinem Licht. Das Gebiet zwischen dem größten
Steppensee Europas und der wechselhaften Landschaft drunten im
Thermenland ist ideal zum Energietanken. Das milde Klima macht
das Burgenland zum Paradies für Wein, Obst und Gemüse, aber auch
für Sonnenanbeter und Saunafreaks. Der Neusiedler See ist nicht
nur Eldorado für Surfer, Segler und andere Wasserratten. Der
Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel mit seinen Steppen lässt
auch das Herz jedes Naturfreundes höher schlagen. Entlang des
Gänsestrichs sieht man im Herbst Saat-, Bläß- und Graugänse, im
Schilfgürtel und an den Salzlaken nisten seltene Vogelarten.
Eisenstadt, die
südlich des Leithagebirges gelegene kleinste Landeshauptstadt
Österreichs, erkaufte sich 1648 mit 16000 Gulden und 3000 Eimern
Wein seine Unabhängigkeit als Freistadt. Wer heute nach
Eisenstadt, in die liebenswerte Hauptstadt des Burgenlandes
reist, kommt an zwei Namen nicht vorbei: Haydn und Esterházy.
Während der exklusive Lebensstil des edlen Geschlechts derer von
Esterházy in den Schauräumen des Schlosses im Herzen der
Hauptstadt zu bewundern ist, finden sich in der Stadt das
Haydn-Zentrum und Haydn-Haus, seine letzte Ruhestätte in der
Bergkirche, Haydn-Festspiele, sein Gartenhäuschen und die
Konzerte im Haydn-Saal des Schlosses Esterházy. Das musikalische
Erbe des einstigen Hofkapellmeisters des Fürstenhauses lebt
spürbar fort.
Doch auch einen anderen großen Komponisten verehren die
Burgenländer: Franz Liszt. Seine Musik liegt über den
Ausstellungsräumen in der schlichten weißgetünchten Gedenkstätte
in Raiding. Das Geburtshaus des Komponisten ist einen
musikalischen Abstecher wert. Doch neben der Klassik sind im
Burgenland ebenso Tamburizza-Klang und die Krowodn-Rocker von
“Bruji“ daheim. Das Burgenland mit seinen rund 270000 Einwohnern
scheint ein Schmelztiegel der Kulturen zu sein: Kroaten, Ungarn
und Roma leben hier. Der Landstrich, durch seine Geschichte
geprägt, von Jahrhunderte währenden Kämpfen gezeichnet, ist
heute Beispiel gelebter Toleranz. So will das einstige Grenzland
zum Osten heute Brücken zu einem vereinten Europa schlagen.
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Zahlreiche Burgen
thronen als trutzige Bollwerke überall im Land. Sollten sie doch
jene fernhalten, die Feinde des Stammlandes der Habsburger
waren. Aber die Adelsgeschlechter mit ihren Gütern in Kroatien
und Ungarn ermöglichten neben dem Austausch von Gütern auch den
von Gedanken. Längst haben sich die einst wehrhaften
Befestigungsanlagen zu Kultur-Hochburgen verwandelt. Auf Schloss
Kobersdorf fand die Komödie ihr Zuhause, in Lockenhaus, der
letzten Ritterburg des Burgenlandes, wird seit 20 Jahren das
Kammermusikfest Lockenhaus gefeiert. Vor 800 Jahren entstand die
Burg über dem Tale der Güns. Heute noch kann hier auf
ritterliche Weise getafelt und alten Sagen gelauscht werden.
Wie zum Beispiel jener vom zwei Meter breiten und 114 Meter
tiefen Burgbrunnen. Auf dessen mittlerweile mit Schutt bedeckter
Sohle soll ein Geheimgang zur Burg Bernstein führen. Bernstein,
die älteste Wehranlage des Burgenlandes, ereilte bereits im 17.
Jahrhundert ein schwerer Schlag: ein Blitzschlag. Der traf das
Pulvermagazin. Im Stile der Renaissance und des Barocks
wiedererrichtet, bietet sie hochherrschaftliches Ambiente für 20
Burgbetten ohne Telefonanschluß.
Quer durch das Burgenland schlängeln sich bestens markierte und
ausgebaute Radwege. 5000 Kilometer kann der Radler zwischen
flachem Norden, waldreichem Mittelburgenland und den Hügeln,
Wiesen, Wäldern und Plantagen per Drahtesel unter die Pneus
nehmen. Einst wurden die Tourismusexperten gefragt, warum sie
den armen Schluckern, die sich nicht mal ein Auto leisten
können, eigene Straßen bauen. Heute sind die Radfahrer gern
gesehen, gibt es “Radlerwirte“, die Radfahrermenüs und
Reparaturmöglichkeiten anbieten. Für jede Radlerwade sind Touren
im Angebot, ob sportlich-anspruchsvoll rund um die Burg
Forchtenstein hoch zur Rosalienkapelle auf der Landesgrenze oder
familiär-gemütlich auf dem Familienthermenweg zwischen Frankenau
und Lutzmannsburg am Rotweinwanderweg.
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Die älteste
Marktgemeinde des Landes liegt am Südende des
Blaufränkischlandes, das sich entlang der ungarischen Grenze
zwischen Deutschkreuz und Kloster Marienberg erstreckt und
relativ klein ist. Blaufränkisch ist die traditionelle
bodenständige Rebe. In keinem anderen Weinanbaugebiet der Welt
hat sie eine ähnlich dominante Stellung. Das kleine Burgenland
erzeugt rund 38 Prozent der gesamten Weinernte Österreichs. Und
die herrlichen Weine dieser Region werden weltweit gerühmt.
Allein in Lutzmannsburg laden zwölf, teilweise international
hochdekorierte Winzer zum Probieren und Kaufen in ihre Keller
ein.
Aber auch Buschenschank und Heurige bitten zu deftigen
kulinarischen Genüssen. Auf der oft handgemalten Karte oder der
Schiefertafel findet man dann Bohnenstrudel, Blunzn,
Grammelbogatscherl oder Brettljause. Zum Schluss gibt es dann
noch einen der Obstbrände, deren Sortenreichtum fast keine
Grenzen kennt.
Weitere Informationen:
Burgenland
Tourismus
Schloss Esterházy
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43-26 82 / 633 84
Fax: DW 20
info@burgenland.info
www.burgenland.info
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