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BREGENZERWALD
 
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BREGENZERWALD


    Der "Wald"

 

Der Bregenzerwald - von Kennern stets lediglich mit der Kurzform »Wald« bezeichnet - stellt einen in sich geschlossenen Kulturraum dar: Die »Wälder« fühlen sich auch heute noch zusammengehörig. Gelebte Traditionen zeigen sich an jedem Sonntag: Viele »Wälder« tragen zum Kirchenbesuch Tracht. Landwirtschaft spielt im 550 Quadratkilometer großen Gebiet im äußersten Westen Österreichs entlang der Bregenzer Ache auch heute noch eine große Rolle: Insbesondere in der Milch- und Käseerzeugung genießt der Bregenzerwald einen hervorragenden Ruf ob seiner qualitativ ausgesprochen hochwertigen Produkte.

Der Bregenzerwald zählt zu jenen Alpenregionen, die sich ihr ursprüngliches Landschaftsbild bewahrt haben. Tourismus wird hier als Teil einer ganzheitlichen Entwicklung gelebt, in enger Übereinstimmung mit der Natur und den Bewohnern. Das Tal der Bregenzerache ist reich an natürlichen Reizen, von sanften Voralpenhügeln bis hinauf zum Hochgebirge. Im Veranstaltungskalender findet sich so manche Besonderheit: Von Konzerten der Schubertiade bis hin zur Käseverkostung entlang der Käsestraße.

Schon die geografische Lage ist etwas besonderes: Der Bregenzer Wald erstreckt sich vom Bodensee bis nahe der Grenze zum Allgäu und im Süden bis zum Arlberg-Gebiet. Im Osten stößt der Bregenzer Wald mit seinen reizvollen Landschaften an die Schweizer Grenze. Der nördliche Landesteil zeigt sich hügelig, gegen Süden wird das Tal enger und die Berge steigen steil an. Von Bregenz aus kann man auf den 1064m hohen Hausberg, den Pfänder, steigen und das Panorama des Rheintales und des Bodensees genießen. Ein Ausflugsziel, das nicht versäumt werden sollte, zumal es bequem mit der Seilbahn erreichbar ist.

Die Pfänderbahn bringt den Gast während des ganzen Jahres von der nur wenige Minuten vom Stadtzentrum gelegenen Talstation zur Bergstation. Hier laden Alpenwildpark und Adlerwarte mit Greifvogel - Flugschau zum Beobachten der heimischen Tierwelt ein. Beim Spaziergang durch den Alpenwildpark am Pfänder können Kinder und Eltern die wichtigsten Tiere der Alpen kennen lernen.

Beginnend beim Berghaus Pfänder ist die erste Station bei den Lieblingen der Kinder: den Zwergziegen, Hasen und Hängebauchschweinen. Gleich daneben haben Familien Gelegenheit  einem Rudel Steinböcke bei seinen Kletterkünsten zuzusehen. Im nächsten Gehege sind die Wildschweine, die Urahnen unserer Hausschweine, zu Hause. Weiter geht der Rundgang zum Muffelwild, wo die männlichen Mufflons - die Mufflonwidder - erhaben ihre markant geschwungenen Hörner präsentieren. Das weitläufigste Gehegen beheimatet ein stolzes Rothirschrudel. Während der Brunftzeit im Oktober ist das Röhren der Hirsche lautstark im gesamten Areal zu hören.

Der weitere Weg verläuft am Eingang der Adlerwarte vorbei bis zum letzten Gehege, das von den Murmeltieren bewohnt wird. Zu sehen sind die niedlichen Nager jedoch nur in der warmen Jahreszeit. Mit den immer kälter werdenden Temperaturen verkriechen sie sich in ihrem weit verzweigten Höhlensystem und halten von Mitte Oktober bis Mitte März ihren Winterschlaf.

Die Käsestraße in dieser umfassenden Form ist weltweit einzigartig. Siebzehn Sennereien und etwa 200 Familienbetriebe erzeugen jährlich 4.500 Tonnen Käse und verwenden dabei ausschließlich silofreie Milch, eine Ausnahme im EU-Raum. Der Bregenzerwälder Bergkäse, ein schmackhafter Hartkäse, ist das Aushängeschild. Insgesamt werden 30 Käsesorten produziert, u.a. Rohmilch- Emmentaler, "Räßkäs", Camemberts, Schaf- und Ziegenkäse und ein "Wälder- Mozzarella". Der außergewöhnliche "Alpzieger" wird aus Molke hergestellt sowie mit über 40 Kräutern gewürzt und grün eingefärbt. Der "Gsig" oder "Sig" ist eine absolute Seltenheit und wird auch als "Wälder- Schokolade" bezeichnet.

Der Pfändergipfel ist Ausgangspunkt für herrliche Spaziergänge und bietet eine wunderbare Aussicht über die nah und fern gelegene Bergwelt. In ca. 3 Stunden kann man von der Pfänder Bergstation bis hinab zum Bodensee wandern.

Der Bregenzer Wald zieht sich wie eine einzige englische Parkanlage hin - mit Wiesen und Wäldern, kaum Feldern und keiner Industrie - eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Die Häuser in der Region des Bregenzer Waldes sind besonders schön anzusehen: mit ihren Wänden aus Holzschindeln und breiten, ausladenden Dächern. Das Handwerk war hier schon immer überdurchschnittlich. Oft mussten sich die Zimmerleute und Baumeister in reicheren Regionen ein Zubrot verdienen und so kamen viele fremde Einflüsse in die dörfliche Architektur.

Die Bregenzerwälder Bauern gelten als verschroben, selbstbewusst und eigenwillig. Sie entwickelten schon früh ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die politische Struktur Vorarlbergs – nach 1380 ein Habsburger Land mit weitgehenden Volksrechten – ließ es zu, dass sich die Bauernrepublik Bregenzer Wald bilden konnte.

"Wir sind des Geyers schwarzer Haufen, heijaho, ho!
Wir woll'n mit Pfaff und Adel raufen, heijaho, ho!"

schallte es nicht nur durch den Bregenzer Wald. Die Bauernrepublik war mit eigener freier Landgemeinde, eigener "Verfassung" (Landsbrauch) und Gerichtsbarkeit. Der "Landammann" wurde in freier Wahl bestellt, sein Rathaus stand auf der Bezegg. Dieses Haus, das heute nicht mehr existiert, war eine Art Parlament der Bauernrepublik. Das Gebäude stand auf acht Säulen und war nur über eine Leiter zugänglich. Während die vom Volk gewählten Räte tagten, wurde die Leiter solange entfernt, bis die Beschlüsse gefasst waren. Ein Prinzip, das in der parlamentarischen Demokratie nicht vorgesehen, manchmal aber durchaus hilfreich wäre.

Klimatisch bietet der für seine Schneesicherheit bekannte Bregenzerwald einige Vorteile: Auf der einen Seite scheint hier oben häufiger die Sonne, während die benachbarte Bodensee-Region im Nebel steckt. Andererseits sind die höchsten Berge des Bregenzerwaldes für die ankommenden Schneewolken das erste Hindernis.


Weitere Informationen:

Bregenzerwald Tourismus GmbH
Impulszentrum 1135,
6863 Egg, Vorarlberg,
Telefon: +43 (05512)2365
Fax: +43 (05512)3010
info@bregenzerwald.at
www.bregenzerwald.at

 


 

 

 

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