Österreich
besitzt
zahlreiche Alpen- und Passstrassen
mit
zum Teil
erheblichen Steigungen. Die
Alpenstrassen sind vor allem auf Nebenstrecken teilweise
einbahnig und reich an Kehren. Die Passstrassen sind im Winter
häufig gesperrt. Ganzjährig geöffnet sind die Alpenübergänge:
Brennerpass, Fernpass, Reschenpass, Arlbergpass. Die
bekanntesten haben wir für Sie aufgeführt und teilweise
beschrieben:
|
Achenpass,
Arlbergpass,
Brenner,
Fernpass,
Flexenpass,
Furkajoch,
Gerlopass,
Grossglockner Hochalpenstrasse,
Hahntennjoch,
Kaunertaler Gletscherstrasse,
Kühtaisattel,
Maltatal-Hochalm-Strasse,
Nockalm - Strasse,
Pfänder,
Piller
Höhe,
Reschenpass,
Silvretta Hochalpenstrasse,
Timmelsjoch,
Turracherhöhe,
Wurzenpass |
1495 begann man, den Saumweg
über den Achenpass zu einer Fahrstrasse auszubauen, Gleichzeitig wurden
entlang der Fahrstrasse einige Befestigungsanlagen errichtet. Transportiert
wurde vor allem Salz aus der Saline Hall nach München und war so eine wichtige
Handelsverbindung. Über den Achenpass führte eine der wichtigsten militärischen
Transitrouten für die Bayern, als diese zur Zeit von Napoleon (va. 1809) über
Tirol regierten. Wer diesen Pass und die Festungen im Gemeindegebiet von
Achenkirch kontrollierte, konnte entscheidende Vorteile erringen. Im 19.
Jahrhundert verlor der Warentransfer über den Achenpass an Bedeutung, jedoch
ergab sich für das ruhige Tal ein neuer Aspekt: der Tourismus.
Die Route über den Achenpass ist eine landschaftlich
schöne Alternative, um vom Münchener oder Salzburger Raum in die
österreichischen Alpen zu gelangen. Während sich aus dem Norden mehrere
Anfahrtsmöglichkeiten zum Stausee bieten, wie z.B. über den Sylvensteinsee oder
den Tegernsee, gelangt man auf der Südseite nur über Jenbach im Inntal auf die
Strecke.
Der Arlbergpass
liegt im Südwesten Österreichs, parallel zur Silvretta - Hochalpenstrasse und
bildet ebenfalls die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol. Eingeschlossen wird
der Pass von der Verwallgruppe im Süden, den Lechtaler Alpen im Nordosten und
dem Flexenpass im Norden. Bei schönem Wetter kann man die Kuchen-Spitze (3170
m), die Parseier Spitze (3038 m) und den Valluga (2811 m) bewundern.
Der Arlbergpass gehört wohl eher nicht zu den schönsten oder besten Alpenpässen,
obwohl er landschaftlich genauso viel zu bieten hat wie andere Pässe auch. Man
merkt der Natur und den Ortschaften jedoch den (Winter-) Tourismus deutlich an,
und auch der lästige Verkehr vor und nach dem Arlberg-Tunnel trüben den
Gesamteindruck vom Arlberg enorm.
Der Brenner ist ein
Grenzpass in den Alpen zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der zu
Italien gehörenden Region Südtirol sowie eine der wichtigsten Verbindungen
zwischen beiden Ländern. Außerdem ist er mit 1.372 m über dem Meeresspiegel
einer der niedrigsten Alpenübergänge. Die Verkehrsverbindung umfasst eine
4(+2)-spurige Autobahn mit zahlreichen Brücken, eine Eisenbahnstrecke und eine
Bundes- bzw. Staatsstraße.
Sie verbindet Innsbruck (A 13, 575 m) über Bozen
(262 m, Südtirol) mit der Poebene; die Autobahn ist mautpflichtig. Zusätzlich
soll bis zum Jahre 2015 ein Eisenbahntunnel, der so genannte Brennerbasistunnel
(BBT), der die Alpen zwischen Innsbruck und Franzensfeste unterqueren soll,
fertiggestellt sein.
Der Fernpass liegt
zwischen Wettersteingebirge und Lechtaler Alpen, die Passhöhe ist auf 1212m über
NN. Der Pass führt über einen vor ca. 10.000 Jahren entstandenen Bergsturz und
ist geprägt von einer Reihe von Seen, deren größter der Blindsee ist. Über den
Pass verläuft eine viel befahrene Autostraße, die Reutte mit Imst verbindet und
zu den vielbefahrensten Alpenpässen der Ostalpen zählt. Die maximale Steigung
beträgt acht Prozent, der zu überwindende Höhenunterschied 371 Meter.
Der Fernpass war bereits in historischen Zeiten als Alpenübergang bekannt. Die
Via Claudia Augusta war in der Römerzeit die wichtigste Route zwischen Germanien
und Norditalien. Auch während der Blüte der Augsburger Fugger war er eine
wichtige Alpenüberquerung.
Der Flexenpass
befindet sich noch auf Vorarlberger Gebiet, jedoch nahe der Grenze zu Tirol. Er
liegt damit zwar nur vier Kilometer nordwestlich vom berühmten Arlbergpass, doch
ist er bei weitem nicht so bekannt wie jener. Dies hat zwei Gründe: Zum einen
verlaufen die Hauptverkehrsströme innerhalb Österreichs in Ost-West Richtung
(der Flexenpass hingegen führt von Norden nach Süden) zum anderen wurde die
Flexenstraße erst 1895 erbaut (also im Vergleich mit anderen traditionsreichen
Alpenübergängen relativ spät).
Der Flexenpass verbindet das Lechtal mit der
Westrampe zum Arlbergpass und ist somit Teil der europäischen Wasserscheide
zwischen Donau und Rhein.
Das Furkajoch, nicht
zu verwechseln mit dem schweizerischen Furkapass ist der westlichste Alpenpass
Vorarlbergs und somit Österreichs. Die Silvretta-Hochalpenstraße und der
Arlbergpass sind weitere Höhepunkte Vorarlbergs. Von Westen her durchfährt man
das schöne Laternser Tal, im Osten trifft man auf die Bregenzerach. Umgeben ist
die Passhöhe von Löffel-Spitze (1962 m), Glatthorn (2134 m) und Hoher Freschen
(2006 m).
Der Gerlospass ist
die wichtigste Straßenverbindung zwischen dem Zillertal in Tirol und dem
Oberpinzgau in Salzburg, ist aber weniger stark frequentiert als beispielsweise
der Pass Thurn. Der Pass war bereits wiederholt Bestandteil der
Österreichrundfahrt.
Das
Hochtor (2504 m) ist der höchste Punkt der Großglockner Hochalpenstrasse.
Diese verbindet Bruck (755 m) im Salzachtal (im Norden) mit Heiligenblut (1301
m) bzw. Winklern (965 m) im Mölltal (im Süden). Für alle Kfz wird eine
Mautgebühr erhoben. Weiterhin gibt es noch eine Stichstrasse vom Fuschertörl
(2428 m) zur Edelweißspitze (2571 m) und eine weitere Stichstraße auf der
Südseite zur Franz-Josephs-Höhe (2362 m) mit Blick auf den Großglockner und den
Pasterzengletscher.
Das Glocknergebiet liegt im österreichischen
Nationalpark "Hohe Tauern". Der Großglockner selbst ist mit 3798 m der höchste
Berg Österreichs.
Das Hahntennjoch
ist der nördlichste Alpenpass, der vom Lechtal im Westen ins Bschlaber Tal
abzweigt und nach Imst Richtung Osten führt. Der Pass liegt mitten in den
Lechtaler Alpen (bis zu 2777m hoch), die an die Ammergauer Alpen anschließen,
und somit nahe an der deutschen Grenze.
Die
Kaunertaler Gletscherstrasse liegt in Österreich in den Ötztaler Alpen und
beginnt in Prutz, welches am oberen Inntal in Nordtirol liegt. Die Straße
verläuft zunächst in östlicher Richtung und folgt dann dem Talverlauf des
Kaunertals direkt nach Süden. Auf dem Weg zum Gletscher "Weißseeferner" in 2750m
Höhe liegt bei km 23 der Gepatsch-Stausee (1765m). Am Talende befindet sich ein
Restaurant und man ist nur einen Schritt weit vom Weißseeferner entfernt. Die
Berge Glockturm (3355m), Weißkugel (3739m) und Wild-Spitze (3772m) rahmen das
Tal ein.
Der Kühtaisattel
ist ein Pass des Nordens, denn neben dem Hahntennjoch ist dies der nördlichste
Alpenübergang. In mitten der Stubaier Alpen durchquert man von Westen aus das
Nedertal und gelangt Richtung Kematen ins Sellraintal. Bei klarem Himmel sind
der Gipfel des Pirchkogel (2828m) und des Gaißkogel (2820m) zu bewundern. Hohe
Durchschnittssteigung auf der Westseite gespickt mit Steilpassagen und endlos
lange Geraden auf der Ostseite machen diesen unscheinbaren Pass zu einem der
anspruchsvollen Alpenübergänge. Achten sollen man auf Kühe und deren
Hinterlassenschaften, welche hier zahlreich vorhanden sind, aber dies sagt einem
eigentlich schon der Passname.
Die
Malta-Hochalm-Strasse liegt in Kärnten in Österreich und ist ab der
Mautstation 18 km lang. Als sinnvoller Startort ist Gmünd (740 m) zu empfehlen,
von dort sind es 30 km.
Die Strasse durch das Maltatal führt in
nord-westlicher Richtung an den Gebirgskamm der Hohen Tauern und wird von den
Bergen Hochalmspitze (3360 m) im Westen und Grosser Hafner (3026 m) im Norden
eingerahmt. Am Ende der Strasse, in einer Höhe von 1920 m, befindet sich der
Stausee Kölnbreinsperre, die größte Talsperre Österreichs, und das
Bergrestaurant Hotel Malta.
Die Nockalm-Straße
durchzieht den Naturpark Nockberge in Kärnten von Süd-Ost nach Nord-West, oder
andersrum. Sie ist mautpflichtig, hat von Innerkrems bis Ebene Reichenau eine
Länge von 34 km und überwindet auf ihrem Weg die Schiestlscharte (2024 m) und
die Eisentalhöhe (2042 m) und insgesamt 1035 Höhenmeter von NW nach SO, 1490
Höhenmeter von SO nach NW.
Seinen Namen hat dieses Gebiet wegen der sanften,
runden Berge, die allesamt grasbewachsen sind und "Nockn" genannt werden.
Höchster Berg in dieser Region ist der Große Rosennock mit immerhin 2440 m.
Insgesamt enthält diese Straße 52 Kehren, was wohl insbesondere die
Motorradfahrer anlockt. Aber auch viele Busse und PKW befahren die Route.
Der Pfänder liegt
östlich des Bodensees in Österreich, knapp hinter der Grenze zu Deutschland. Vom
oben gelegenen Waldparkplatz aus kann man den Turm auf dem Gipfel und die
Pfänderspitze erreichen, von der man eine großartige Aussicht über den Bodensee
hat. Doch auch vom Waldparkplatz aus ist die Sicht auf den Bodensee und Lindau
überragend. Die Pfändersteigung besitzt auf ihren 5,7 km Länge eine
Durchschnittssteigung von ca. 10,5% und ist damit trotz seiner niedrigen Höhe
mächtig steil.
Die 1558 m hohe Piller
Höhe verbindet das obere Inntal mit dem Pitztal und stellt eine reizvolle
Alternative zur stark befahrenen Strecke Landeck - Imst durch das Inntal dar,
zum Beispiel vom Reschenpass zum Hahntennjoch fahrend. Die schmale und wenig
befahrene Straße führt durch eine naturparkähnliche Landschaft und bietet vom
sogenannten "Gacher Blick" einen überwältigenden Ausblick auf das 700 m tiefer
gelegene Inntal sowie auf die Berge des Kaunergrats. Die Piller Höhe kann auf
vier verschiedenen Wegen erreicht werden. Die nördliche Anfahrt beginnt in Wenns
im unteren Pitztal und führt durch ein besiedeltes Tal. Von Süden aus erreicht
man die Passhöhe von Kauns am Beginn des Kaunertals mit der
Kaunertaler Gletscherstraße. Weiterhin gibt es die
Möglichkeit zur Auffahrt von Westen direkt aus dem oberen Inntal über Fließ.
Der Reschenpass ist
sicherlich der nach dem Brenner wichtigste und bekannteste Alpenübergang im
Verkehr zwischen Deutschland und Italien. Generell ist der Reschenpass deshalb
sehr stark befahren. Er führt über den Alpenhauptkamm und ist somit gleichzeitig
auch eine bedeutende Wetterscheide: während man auf Südtiroler Seite oft noch
die warme Sonne genießen kann, kann es nur wenige Kilometer weiter nördlich im
Inntal gleichzeitig kalt und regnerisch sein. Trotz der geringen absoluten Höhe
des Reschenpasses befinden sich in der unmittelbaren Umgebung auch einige
Dreitausendergipfel. Dazu gehören etwa der Wildnördererkogl (3016 m), der
Matscher Winkel Kogel (3030 m), der Danzebell (3148 m) und der Piz Schalambert
(3029 m), der schon in der nahen Schweiz liegt. Im Gegensatz zur Darstellung auf
manchen Straßenkarten stellt der Reschenpass jedoch nicht die Staatsgrenze
zwischen Österreich und Italien dar, sondern liegt etwa einen Kilometer südlich
der Grenzlinie. Die Passhöhe selbst bietet keinerlei Grund zum Verweilen, der
touristische Rummel verlagert sich eher in den Bereich des ehemaligen
Grenzübergangs sowie in die Ortschaft Reschen / Resia. Im Vergleich der beiden
Passrampen ist die Südanfahrt (Vinschgauer Seite) landschaftlich eindeutig
schöner, vor allem, weil man auf dieser eher einen Blick auf die umliegenden
Bergriesen werfen kann. Die Nordanfahrt auf österreichischer Seite bietet
hingegen fast keinerlei Ausblicke auf die alpine Bergwelt.
Die Silvretta
Hochalpenstrasse befindet sich im Südwesten Österreichs
zwischen den Gebirgszügen der Silvrettagruppe mit dem Piz Buin
(3312 m) und dem Fluchthorn (3399 m) und der Verwallgruppe mit
der Kuchen-Spitze (3170 m) als höchste Punkte. Die Passstrasse
wird auch Bieler Höhe genant und bildet die Grenze zwischen den
österreichischen Bundesländern Vorarlberg (Westen) und Tirol
(Osten). Die Westseite wird durch das Montafon in Angriff
genommen, die Ostseite durch das Paznauntal. Die Silvretta
Hochalpenstrasse ist im Sommer eine der beliebtesten und
schönsten Gebirgsstrassen der Alpen und führt auf die 2.030 m
hoch gelegene Bielerhöhe.
 |
Das herrliche Panorama der
Silvretta mit dem gleichnamigen See zieht Ausflügler und
Alpinisten gleichermaßen in Bann. Zahlreiche Hüttentouren und
imposante Gipfel inmitten der Drei-Länder-Region Schweiz, Tirol
und Vorarlberg machen die Silvretta zum idealen Gebiet für
Bergbegeisterte. Im Silvrettasee ist aber auch angeln möglich
und die höchstgelegene Motorboot-Schifffahrt Europas ist
sicherlich eine Besonderheit in hochalpinen Lagen.
Das
Timmelsjoch bildet die Grenze zwischen Österreich und
Italien und verbindet das Ötztal mit dem Passeiertal.
Eingelagert ist das Timmelsjoch in die Ötztaler Alpen, umgeben
von der Hohe Kreuz-Spitze (2744m), dem Jochköpfl (3141m) und dem
Zuckerhütl (3507m) im Norden bzw. dem Granatenkogl (3304m), dem
Wurmkogl (3082m) und dem Nörderkogl (3166m) im Süden. Östlich
verläuft die Strasse parallel zum Passer-Oberlauf, westlich
dagegen entlang des Timmels-Bachs.
Die
Turracherhöhe selbst liegt in Kärnten, der nödliche Startort
Predlitz-Turrach ganz knapp in der Steiermark, direkt an der
Landesgrenze zum Salzburger Land.
Der
Wurzenpass (slowenisch Korensko Sedlo) ist ein Alpenpass
über die Karawanken zwischen Kärnten in Österreich und Slowenien
auf der Strecke Ljubljana - Jesenice - Villach.
Mit einer Passhöhe von 1.073m ü. NN ist er der höchste Pass
Sloweniens. Bis zur Eröffnung des Karawankentunnel 1994 war der
Wurzenpass mit seiner engen kurvenreichen Passtrasse und 18%
Steigung einer der wichtigsten Grenzübergänge nach Slowenien,
hat aber seit der Tunneleröffnung (Mautpflicht) nur noch
touristische Bedeutung.
|