Singende Kellner, ewig schönes Wetter und Einheimische, die
in ihrer Lederhose wohnen – diesen Klischees kann man natürlich
nicht jederzeit gerecht werden. Aber die Inhaber des legendären
Hotels "Im Weißen Rössl" tun ihr Bestes, in der Rolle ihres Lebens als charmante,
liebenswürdige Operettenhoteliers für Gäste aus aller Welt.
Hier ist es zu Hause, das vertraute nostalgische Rössl-Ambiente mit viel warmem Holz,
behaglichen Gästezimmern ohne aufgesetzten Schnickschnack, dem Pianisten schon
zum Frühstück, der großen Torten-Auswahl zur Kaffeezeit und selbstverständlich
dem Oberkellner, der allzeit „Herr Leopold" heißen muss.
Seit über 500 Jahren werden
unterhalb der Wallfahrtskirche St. Wolfgang Gäste bewirtet. Der eigentliche Gasthof „Im Weißen Rössl" entsteht 1878; Oskar Blumenthal und
Gustav Kadelberg schreiben 1896 während ihres Aufenthalts das romantische
Lustspiel vom liebenden Oberkellner und der feschen Rösslwirtin. Am 8. 11. 1930
ist Premiere des Singspiels „Im Weißen Rössl" mit Ralph -Benatzkys mitreißender
Musik im Großen Schauspielhaus in Berlin: der Kinofilm mit Peter Alexander und
Waltraud Haas in den sechziger Jahren frischt den Ruhm auf. Zeitlos galoppiert
das Rössl und sein heiterer Ruf rund um die Erde, übersetzt in zahlreiche
Sprachen, auch ins Japanische, und wirbt für die Urlaubsromantik am Wolfgangsee
für den speziellen „Zauber der Saison".
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Wir möchten allerdings eher den Zauber der Vor- oder der Nachsaison
empfehlen. Im Mai und Juni, dann wieder im September und Oktober, ist die Luft
rein und mild, ruht der See stiller vor der traumhaften Kulisse aus
Tennengebirge und Dachsteingruppe, sind die Gaststätten, die Wanderwege, die
Schiffe und die Straßen etwas leerer als im Hochsommer, und hin und wieder winkt
sogar ein freier Parkplatz. Im Juli und August aber „brummt" St. Wolfgang.
An Spitzentagen rollt Bus auf Bus heran, strömt eine Invasion von bis zu 12 000
Tagesgästen durch den 3.000 Einwohner zählenden Ort. Sie verspeisen Pizza, Gyros,
Kaiserschmarrn (lt. Speisekarte „Pancakes, broken into small pieces"), kaufen
Kuckucksuhren, Filzhüte oder Rössl aus Porzellan, blitzlichtern vor dem
Pacher-Altar von 1481 in der Wallfahrtskirche, entern die Dampfzüge auf den
aussichtsreichen Schafberg (1.783 Meter), unternehmen Seerundfahrten mit der
weißen Flotte, hocken hernach bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Rössl
sowie anderer gut gehender Lokale und finden den Tag hörbar „Klasse, wonderful,
très jolie".
Getümmel, Preis des Ruhmes, muss man billigend in Kauf nehmen als Feriengast
an einem so prominenten Gestade. Immerhin registriert St. Wolfgang über das
Tagesgeschäft hinaus knapp eine halbe Million Übernachtungen im Jahr. Beweis,
dass man auch in einem Pilgerziel Urlaub machen kann. Mit dem Abendläuten,
spätestens, kehrt Frieden ein, sind Gäste und Gastgeber wieder unter sich. Sich
vergnügen, sich erholen, „genusswandern" statt hiken, biken,
raften, climben, mit der Seele baumeln wie in der guten alten Sommerfrische, die
ja gerade im Salzkammergut erblühte: Reich ist die Auswahl, hier im
postkartenschönen Herzen, der geographischen Mitte Österreichs. 76 Seen, große
und kleine und Tümpel, hat man gezählt, saubere Seen mit Trinkwasserqualität
dank Ringkanalisation, bis zu 27 Grad badewarm (Mondsee!) und gesegnet mit
verblüffend naturbelassenen Ufern.
Die Gastronomie hat hervorragendes Niveau, zartester
Tafelspitz, lockere Nockerln, paradiesische Mehlspeisen . . . Und 101
Sehenswürdigkeiten blieben aus reichhaltiger Geschichte. Die ersten Menschen
siedelten, mit Pfahlbauten am Mondsee, schon in der Jungsteinzeit vor über 4.000
Jahren. In der Eisenzeit, zwischen 800 und 400 v. Chr. die Hallstatt Kultur,
Salzbergbau, Salzhandel, früher Reichtum. Im 19. Jahrhundert gerät das kleine
Bad Ischl zum Zentrum einer Weltmacht, als Sommerhauptstadt der Donau-Monarchie,
Residenz, Kurbad, Jagdrevier von Kaiser Franz
Joseph I. und seiner „Sissi".
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Ziele, die man bei einem
"Rösslbesuch" gesehen haben muss: Kaiservilla und Lehárvilla in Ischl, die
Stiftskirche von Mondsee, die Dachstein-Eishöhlen und das Weltkulturerbe
Hallstatt samt See, Gosau, Obertraun, Bad Goisern. Zauberhaft auch die
Schiffsrundfahrt auf dem Türkisjuwel namens Attersee; der Promenadebummel in
Gmunden am Traunsee mit Rosen, Palmen, Mittelmeerflair, der nächtliche Blick vom
feinen „Seehotel Königshof" über den Mondsee, pures Silber bei Vollmond; der
Forellenschmaus im jede Anreise lohnenden „Seehaus" am Almsee, den nicht arg
viele Urlauber kennen. Oder der Ausflug zum noch weniger besuchten Offensee. Das
alte Jagdschloss dort ist noch bewohnt von einem Habsburg-Lothringer
Kaiser-Urenkel, ansonsten nichts als Wald und Wasser, Schilf, Fels, Stille. Und
jener Pfad, auf dem einst eine hohe
Sommerfrischlerin, die junge, schöne Elisabeth, frühmorgens und allein ihre
Jogging-runden absolvierte . . .
Kitsch? Aber wahr! Diese unsterbliche Romantik ist es, die das Salzkammergut
ausmacht. Auf Schritt und Tritt bewegt sich der Gast in einer Operette, im
Heimatfilm, im Musical. Wir erlauben uns, Majestät zu zitieren: „Es war sehr
schön, es hat uns sehr gefreut."
Weitere
Informationen:
Romantikhotel Im Weissen Rössl
A-5360 St. Wolfgang
Tel.: ++43 (0) 6138 2306 0
Fax: ++43 (0) 6138 2306 41
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