Es ist eines der traditionsreichsten Hotels Österreichs und
war sogar Schauplatz einer populären Fernsehserie, das Hotel Sacher gegenüber
der Wiener Staatsoper.
Vor allem aber die
Sachertorte hat das 1876 erbaute Haus im Herzen Wiens weltberühmt gemacht.
Vor 160 Jahren hatte Fürst Metternich die Idee, für seine Gäste ein ganz
besonderes Dessert kreieren zu lassen. Das Kunststück, den Fürsten zufrieden zu
stellen, gelang schließlich dem 16-jährigen Kochlehrling Franz Sacher.
Seine Schokoladentorte eroberte nach und nach die ganze Welt. Heute werden rund
270 000 Torten pro Jahr hergestellt und in alle Welt verschickt. Das Rezept
freilich wird im Hause Sacher streng gehütet – und tatsächlich haben zahlreiche
Konditoren versucht, die Sachertorte zu kopieren. Aber niemand ist bis jetzt an
das Original herangekommen.
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Franz Joseph I. hat das Hotel Sacher in Wien in seinem langen Leben kein
einziges Mal von innen gesehen. Trotzdem war er froh, als die Stadt im Jahr 1876
ein so nobles und luxuriöses Hotel bekam. Für Franz Joseph I. von Habsburg,
Kaiser von Österreich und König von Ungarn, waren die vielen Besuche im Schloss
Schönbrunn nämlich "eine große Plage". Aber damit war nun Schluss! Er konnte
seine Gäste endlich komfortabel unterbringen. "Sie werden auf meine Kosten
Millionäre*", sagte er zur Kaiserin. Mit ‚sie’ meinte er die Familie Sacher, der
das Hotel gehörte.
Eine Büste der superdünnen Kaiserin Elisabeth - auch als Sissi bekannt -
steht in der Ecke des Frühstückssaals direkt vor den Hörnchen. Ein Tribut des
Hotels ans Kaiserhaus, weiß man doch im Sacher, was man Kaiser Franz Joseph
verdankt. Die hohen Herrschaften gehörten zur besten Klientel des Sacher. Bei
den Habsburgern herrschte nämlich ein strenges Regiment. Gäste des Hofes gingen
hungrig nach Hause, denn sie mussten aufhören zu essen, wenn der Kaiser fertig
war. So dinierte man vor Einladungen bei Hofe ausgiebig im Sacher.
Die Sacher hatten tatsächlich großen Erfolg. Dafür waren aber
nicht so sehr der Kaiser und seine vielen Gäste verantwortlich, sondern vor
allem die Familie selbst. Franz Sacher hatte schon 1832 als Kochlehrling eine
Torte aus wenig Mehl, viel Ei, Zucker, Marillenmarmelade und Schokolade
erfunden. Unter dem Namen Original Sacher-Torte ist sie heute auf der ganzen
Welt bekannt. 1849 gründete Franz Sacher einen Delikatessenladen in Wien. Dort
lernte sein Sohn Eduard das Gastronomiegeschäft schon von Kindheit an kennen.
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Im Jahre 1864 weilte Eduard
Sacher im kühlen London und beobachtete den Bau eines Luxushotels mit einer
Vielzahl an Zimmern und mehreren Restaurants. Staunend sah er sich das an und
dachte sich dabei, dass es so etwas ähnliches in Wien auch geben sollte. Damals
gab es in Wien bloß einige wenige gepflegte Gaststätten, die jedoch ohne
nennenswerten Luxus waren. Und jetzt, wo Wien sich zusehends zu einer
Weltmetropole entwickelt, sollte so etwas wie da in London nicht fehlen, das den
allerhöchsten Ansprüchen gerecht wird. Eduard kehrte nach Wien zurück, wo er die
Tätigkeit seines Vaters Franz als Gastronom fortführte.
Mit 21 Jahren hatte er bereits seine erste eigene Gaststätte in einem Wiener
Vorort, mit 23 kam ein Restaurant im Zentrum Wiens dazu und bald darauf gründete
er weitere Betriebe. Er verdiente so gut, dass er 1876 ein großes neues Haus
gegenüber der Staatsoper kaufen und darin ‚Eduard Sacher’s Hotel de l’Opera’
eröffnen konnte. Weil der Name Sacher in Wien inzwischen so bekannt war, hieß
das Haus bald nur noch ‚Hotel Sacher’.
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1892, nach Eduards frühem Tod, übernahm seine Frau Anna das Hotel. Über 40 Jahre
lang war sie die alleinige Chefin und unter ihrer Führung wurde ‚das Sacher’ zur
weltbekannten Wiener Institution. Anna Sacher war eine sehr energische und
selbstbewusste Frau. Sie rauchte Zigarre und liebte ihre ‚Bullis’, kleine Hunde,
von denen sie zeitweise bis zu hundert hatte. Vor allem aber war sie eine
hervorragende Gastronomin, die im Hotel Sacher immer für den höchsten Komfort
und den besten Service sorgte. Trotzdem ging es dem Hotel nicht mehr gut, als
Anna Sacher 1930 starb. In den Zeiten der großen Wirtschaftskrise mit ihrer
hohen Arbeitslosigkeit konnten sich immer weniger Menschen eine Übernachtung im
Luxushotel leisten.
1934 kauften die Familien Gürtler und Siller das
Traditionshotel. Nach der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus und des
Weltkriegs begann dann die zweite große Zeit des Hauses, die bis zum heutigen
Tag dauert. Für viele Wien-Besucher gehört das Sacher zum Standardprogramm ihres
Wienbesuchs, genau wie die Spanische Hofreitschule, die Staatsoper, das
Riesenrad im Prater oder die Fahrt mit dem Fiaker.
Legendär sind im Sacher die Separees. Der berühmteste
Separee-Besucher war König Edward von England, natürlich mit der geschiedenen
Wallis Simpson. Ob Edward auch von der berühmten Torte probiert hat? An
Festtagen verschickt das Sacher einige tausend dieser Schokoladenwunder bis
Tokio und Texas!
Die Original Sacher-Torte ist der perfekte Botschafter für
den Tourismus-Standort Wien. Sie vereint Kultur, Tradition und exquisiten Genuss
in sich – drei Eigenschaften, die maßgeblich sind für den Erfolg des
Tourismusstandortes Wien. Überall auf dem Globus versuchen sich Nachahmer der
wohl wienerischsten aller Torten – und sie alle teilen ein Schicksal: zu
scheitern. Als „Original Sacher-Torte“ darf nämlich nur jene bezeichnet werden,
die vom Hotel Sacher nach streng geheimem Original-Rezept hergestellt wurde.
300.000 sind das pro Jahr, in den Spitzenzeiten von Mitte November bis Mitte
Januar 3.000 Torten pro Tag. Von den 323 Hotel-Mitarbeitern sind 35 für die
Produktion und 11 für den Verkauf der Sacher-Torte zuständig. Ein Drittel der in
Holzkistchen verpackten Torten, für die es weltweit kein Weiterverkaufsrecht
gibt, wird exportiert, ein weiteres Drittel gelangt in der Confiserie in den
Verkauf, und die verbleibenden Köstlichkeiten werden in den Cafés und
Restaurants des Hauses Sacher Portionsweise abgesetzt. Berühmt wurde der Wiener
Tortenstreit, als eine andere Konditorei reklamierte, sie besitze das einzig
wahre Rezept. "Sacher und Wider-Sacher" nannten die Wiener das ironisch.
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Wie vor hundert Jahren gibt es auch heute Dauergäste im
Sacher. Zu den berühmtesten zählte Graham Greene. Er sollte ein Filmskript
schreiben, doch er verzweifelte langsam: Ihm fiel nichts ein. Zum Glück erzählte
ihm ein englischer Offizier von geheimnisvollen Gängen unter der Stadt, die das
Kanalnetz verbanden. Die beiden schlüpften in Gummistiefel und stiegen hinunter.
Hier blühte der Schwarzhandel mit dem lebensrettenden Penicillin: Greene hatte
seine Geschichte. In der Bar des Sacher schrieb er noch am selben Abend die
ersten Kapitel des Drehbuchs zu einem der berühmtesten Filme der Filmgeschichte:
Der Dritte Mann.
Sogar Romy Schneiders Karriere begann wohl im Sacher. "Schaut's
euch das an", soll der Filmproduzent Mariscka gesagt haben, "die schaut's
ja aus wie die Romy", als sein Blick auf die Sissi-Büste im Frühstückssaal fiel.
Das Sacher-Personal ist stets untadelig. Sie haben schon
soviel erlebt, das sie eigentlich nichts mehr schocken kann. Nur einmal
verschlug es sogar dem Personal incl. Portier die Sprache: als John Lennon und
Yoko Ono im Sacher-Doppelbett für den Frieden kämpften.
Das
Sacher ist bis heute weltweit eines der traditionsreichsten Häuser und in Wien
die absolute Topadresse. Ob in der „Roten Bar“, der „Blauen Bar“, dem Restaurant
„Anna Sacher“, der Confiserie oder dem „Café Sacher“ – der Service und die
Betreuung sind stets exzellent, was einen ganz besonderen Charme auf den
Besucher ausübt. Das luxuriöse Haus ist aus den Assoziationen des Namens Wien
nicht mehr wegzudenken.
Weitere Informationen:
Hotel Sacher
Philharmonikerstraße 4
A-1010 Wien
Telefon: ++43 (0)1 - 51 456 0
Telefax: ++43 (0)1 - 51 456 810
wien@sacher.com
www.sacher.com
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