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WIENER HOFBURG
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

WIENER HOFBURG


    Die Winterresidenz der Habsburger

 

Jahrhunderte hindurch war Wien eines des bedeutendsten Zentren der europäischen Geschichte. Die Hofburg war Regierungssitz der österreichischen Landesherren, seit dem 13. Jahrhundert; seit dem 15. Jahrhundert jener der deutschen Könige des "Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation" bis zu dessen Ende (1806) und schließlich Sitz der österreichischen Kaiser bis zum letzten Habsburger Karl I. und zur Ausrufung der Republik (1918).

Der Gebäudekomplex der Hofburg, 1279 erstmals urkundlich erwähnt hat mit dem nahezu quadratischen "Schweizer Hof" einen gotischen Kern, um den sich die mittelalterliche Wehrburg mit vier Türmen an den Ecken und mit einer gotischen Kapelle gebildet hat. Im 3. Viertel des 16. Jhs. kamen im Südosten die Stallburg hinzu und im Nordwesten der Amalienhof. Sie wurden erst in der Barockzeit durch zwei Quertrakte verbunden: den Leopoldinischen Trakt (1660), an den später Louis Joseph Montoyer (1749-1811) den Zeremoniensaal anbaute, und den gegenüberliegenden Reichskanzleitrakt. Dazwischen liegt der Innere Burghof (mit dem späteren Denkmal Kaiser Franz I.). Westlich der Alten Burg entstand 1723-1726 die Hofbibliothek und fast zeitgleich wurde der Trakt der Winterreitschule fertiggestellt. Später kam die Verbindung der Hofburg mit der Albertin durch einen Trakt des aufgelassenen Augustinerklosters hinzu.

Ein großzügig angelegtes Projekt des Baumeisters Gottfried Semper im letzten Drittel des 19. Jhs., als Kaiserforum geplant, sollte von der Alten Burg bis über das äußerer Burgtor zur 1865 eröffneten Ringstraße reichen. Das Vorhaben wurde aber nur im südöstlichen Teil (Neue Burg und Corps de Logis) realisiert und 1913 durch Kaiser Franz Joseph eröffnet.

Nahezu 2600 Räume befinden sich in dem wahrlich imposanten Gebäudekomplex mit insgesamt 18 Trakten Dem Hofzeremoniell entsprechend verfügte jedes Mitglied der kaiserlichen Familie über ein eigenes Appartement. Zudem gab es in der Wiener Hofburg zahlreiche Räumlichkeiten für das Personal, die Hofsilber- und Tafelkammer, die Wäschekammer, mehrere Küchensäle, Weinkeller, Festsäle und Ämter. Heute sind im Grossteil des Gebäudes Ministerien, Ämter, Museen und die Präsidentschaftskanzlei untergebracht.

Von den ehemaligen Kaiserappartements können heute die 22 Amts- und Wohnräume besichtigt werden, in denen Kaiser Franz Joseph I. und seine Gemahlin Elisabeth ("Sisi") lebten. Diese befinden sich im Reichskanzleitrakt und in der Amalienburg und wurden hauptsächlich während der Wintermonate genutzt. Den Sommer verbrachte das Kaiserpaar in Schönbrunn und verschiedenen anderen Landsitzen.

Kaiser Franz Joseph bezog sein Appartement 1857, drei Jahre nach der Hochzeit mit Elisabeth, und bewohnte es bis zu seinem Tod im Jahre 1916. In der Ausstattung der Privatgemächer spiegelt sich die Bescheidenheit des Kaisers wider. Sie sind sparsam eingerichtet, vermitteln zwar imperialen Glanz aber nicht verschwenderischen Prunk.

Franz Joseph verstand sich als erster Beamter seines Staates. Er war aber auch ein Familienmensch und umgab sich mit zahlreichen Bildern und Andenken. Im Rahmen intensiver Recherchen und reger Sammlungstätigkeit gelang es der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft, den Räumen Kaiser Franz Josephs wieder ihren ursprünglichen Charakter zu geben und dem Besucher einen authentischen Eindruck vom Lebensumfeld und Alltag des Kaisers zu vermitteln.

Im Appartement des Kaisers sind die beiden weltberühmten Porträts Kaiserin Elisabeths von Franz Xaver Winterhalter zu bewundern. Das eine zeigt die Kaiserin im Ballkleid mit diamantbesetzten Sternen im Haar, das andere stellt Sisi mit offenem Haar dar und war eines der Lieblingsporträts des Kaisers von seiner "Engels-Sisi", wie er seine über alles geliebte Frau zu nennen pflegte.

Der Audienzwartesaal des Kaisers wurde mit Figurinen in den Landestrachten der ehemaligen Kronländer ausgestattet. Eine Toninstallation verdeutlicht zudem die Sprachenvielfalt der Monarchie.

Kaiserin Elisabeths Appartement befand sich im Hauptgeschoss der Amalienburg, das unmittelbar an das Appartement des Kaisers anschloss. Durch das Wohn- und Schlafzimmer der Kaiserin gelangt man in das berühmte Turn- und Toilettezimmer, in dem die schönheitsbewusste Herrscherin viele Stunden ihres Lebens zubrachte. Eine Sprossenwand und Turnringe zeugen noch von ihrer sportlichen Natur und ihrem Bemühen, sich ihre jungmädchenhafte Figur zu bewahren.

Als erstes Mitglied der kaiserlichen Familie ließ sich Elisabeth ein eigenes Badezimmer nach heutigen Maßstäben einrichten. Die Toilette, das Badezimmer und die dahinter liegenden Berglzimmer, die 1760 von Johann Bergl mit exotischen Landschaften und üppigen Pflanzen- und Tierdarstellungen bemalt wurden, werden in den Rundgang miteinbezogen.

Ein weiterer Höhepunkt beim Rundgang ist der Speisesaal, der für Galadiners im kleineren Kreise genutzt wurde. Die Tafel ist mit Porzellan, Silber und Glas aus Beständen der Hofsilber- und Tafelkammer gedeckt und legt Zeugnis ab vom hohen Stellenwert der Tafelkultur am Wiener Kaiserhof.

Die ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer ist weltweit das grösste Museum, das ausschließlich die Kultur eines höfischen Haushalts zum Thema hat. Die Bestände der Silberkammer vermitteln dem Besucher einen Einblick in die kaiserliche Haushaltung, das höfische Zeremoniell und die Tafelkultur am Hof der Habsburger. Bis heute ist eine erstaunliche Vielfalt an Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken erhalten geblieben: Kochtöpfe aus der Hofküche, Backformen aus der Hofzuckerbäckerei, Tischwäsche aus der Hofwäschekammer, Glasservice, Tafelsilber, Porzellangeschirr und Tafelaufsätze aus vergoldeter Bronze.

Die Schatzkammer in der Wiener Hofburg: Scharen von Touristen werden hier in den Sommermonaten, durchgeführt. Goldene Reichsäpfel, Szepter, Kronen, fein geschliffene Juwelen, ein diamantbesetzter Säbel. Eine Pracht, dass einem die Augen übergehen und nach fast einer Stunde Führung auch schon beinahe wieder zufallen vor lauter Jahreszahlen und Herrschernamen.

Da die Hofburg ein so komplexes Bauwerk mit sehr vielen Einzelausstellungen, Vorführungen und Museen ist, sollte man einen halben evtl. auch ganzen Tag für den Besuch einplanen.


Weitere Informationen:

Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
Schloss Schönbrunn, A-1130 Wien
Tel.: +43-1-81113 0
Fax: +43-1-8121106
www.hofburg-wien.at


 

 

 

 

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