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STIFT ST. FLORIAN


    Zu Besuch beim "Musikant Gottes"

 

Im oberösterreichischen Zentralraum erhebt sich das Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Entstanden am Grabe des bekannten Märtyrers, ist es heute einer der bedeutendsten Barockbauten in Österreich. Das Augustiner Chorherrenstift in St. Florian ist das kulturelle Zentrum der gesamten Region und ein Ort der Begegnung und Andacht. Neben Melk ist das Augustiner Chorherrenstift, in dem Anton Bruckner, der "Musikant Gottes", wirkte und auch begraben liegt, die eindrucksvollste Klosteranlage Österreichs.

304 n. Chr. erlitt Florian den Martertod wegen seines Bekenntnisses zu Christus. Sein Leichnam wurde hier begraben. An seinem Grab entstanden Kultstätte und Kloster. Dieses wird Ende des 8. Jh.s schon als bestehend erwähnt. Bis 1071 lebten in St. Florian weltliche Chorherren. 1071 hat Bischof Altmann von Passau die Augustinusregel eingeführt und die Chorherren zu Ordensleuten gemacht. Die Seelsorge, die Pflege der Liturgie und Wissenschaft sind die Aufgaben der Augustiner-Chorherren.

Florian war der Überlieferung aus dem 8. Jahrhundert nach Amtsvorsteher des Statthalters der römischen Provinz Ufernoricum, Aquilinus. Nach seiner Pensionierung - möglicherweise erfolgte sie, weil Florian Christ geworden war - lebte er in Aelium Cetium - dem heutigen St. Pölten. In der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian kam Statthalter Aquilinus nach Lauriacum - dem heutigen Lorch - , um die Christen auszuforschen. 40 Christen wurden ergriffen und nach vielen Martern eingesperrt. Florian eilte nach Lauriacum, um ihnen gegenüber seinem früheren Vorgesetzten beizustehen. Aber Aquilinus ließ auch ihn verhaften, da er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören. Er wurde mit Knüppeln geschlagen, seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen, schließlich wurde er zum Tod verurteilt und mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt. Die 40 Bekenner starben im Kerker.

Die Überlieferung berichtet, dass zunächst niemand bereit war, die Hinrichtung an Florian zu vollziehen. Schließlich stieß ein Soldat ihn doch mit einem Mühlstein um den Hals ins Wasser; als er dem Ertrinkenden nachschauen wollte, erblindete er - in der Überlieferung des 5. Jahrhunderts erblindete allerdings nicht der Henker, sondern Florian. Florian sei dann wieder aufgetaucht, die Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht worden, um sie vor Schändung durch die Heiden zu bewahren. In der folgenden Nacht erschien Florian demnach Valeria, einer frommen Frau, mit der Aufforderung, ihn zu bestatten, was diese auf ihrem Landgut umgehend tat. Die Ochsen, die den Leichnam beförderten, seien vor Durst völlig ermattet, worauf auf wunderbare Weise eine Quelle entstand - der noch heute fließende "Floriansbrunnen".

Am Ort der Quelle sollen viele Wunder geschehen sein: böse Geister wurden ausgetrieben, Fiebrige geheilt, Kranke, die hofften, erlangten Barmherzigkeit. An die Überlieferung von der Quelle schließt sich die Tradition vom "Wasserheiligen" Florian an, als solcher wurde er zum Patron gegen Feuergefahren. Erst im 15. Jahrhundert setzte sich daran anschließend die Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung begründet: dass er in seiner Jugend ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben soll. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist einer der 14 Nothelfer. Zu seinen Ehren wurden in Österreich und den Nachbarländern zahlreiche Kirchen erbaut.

Über Florians Grab wurde wohl eine Holzkapelle erbaut. Im 8. Jahrhundert entstand über der vermutlichen Grabstätte das Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Eine Sehenswürdigkeit für sich ist die gesamte barocke Klosteranlage, mit deren Bau 1686 begonnen wurde. Der Stiftskomplex wurde von den Architekten Carlo Antonio Carlone aus Mailand und dem Österreicher Jakob Prandtauer erbaut.

In der Apsis und in der Kuppel der Stiftskirche erlebt man in den herrlichen Fresken der Münchener Maler Gumpp und Steidl die Krönung Mariens, im Hauptschiff das Martyrium des hl. Florian. Unter der großen Orgel, bekannt als Bruckner-Orgel, ruht der große Musikant Anton Bruckner. Besonders sehenswert sind die Kaiser-Zimmer, als Quartier für den Kaiser und sein Gefolge angelegt. Diese 16 Zimmer sind noch eingerichtet wie vor 250 Jahren. Eindrucksvoll auch die Bibliothek (ca. 140.000 Bände) und der Marmorsaal mit den Altomonte-Fresken. Aus der Kunstsammlung ist beachtenswert die Bildergalerie mit den bedeutendsten Werken des Meisters der Donauschule Albrecht Altdorfer und die Gedächtnisräume des Musikanten Anton Bruckner.

Dem Augustiner Chorherrenstift ist es gelungen, seine internationale Bedeutung auf dem Gebiet der Musik aufrechtzuerhalten und weiterhin zu pflegen: Die Stiftskirche (aufgrund des Dekrets von Rom seit 1999 zur Basilika erhoben) mit der großen Orgel ruft das Schaffen von Anton Bruckner, dem bedeutenden Komponisten und Organisten, in Erinnerung.


Weitere Informationen:

Augustiner Chorherrenstift St. Florian
Adresse: A-4490 St. Florian, Stiftsstraße 1
Tel.: +43 7224 8902-0 (Portier, Führungen)
Fax: +43 7224 8902-23
info@stift-st-florian.at
www.stift-st-florian.at

 

 

 

 

 

 

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