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STIFT KREMSMÜNSTER


    Vorposten der Christenheit

 

Südlich von Sattledt, im Kremstal, liegt die beeindruckende Benediktinerabtei Kremsmünster. Das Benediktinerstift Kremsmünster kann mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten und eine volle Besichtigung würde wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen. Es blickt auf unglaubliche 1.200 Jahre Vergangenheit zurück und ist dennoch ein lebendiger Ort der Begegnung.

Alles begann mit einem unglücklichen Jagdunfall - zu einer Zeit als die Region dicht bewaldet, dünn besiedelt und fernab der großen Welt lag. Aus einer Schenkung des Bayernherzogs Tassilo erwuchs das bedeutende Stift Kremsmünster, das zum Zentrum der Region wurde. Es bewahrt seine Tradition und beherbergt Kunstsammlungen, an denen sich heute alle Gäste erfreuen dürfen.

Das Stift Kremsmünster wurde 777 von Bayernherzog Tassilo III. gegründet, der Sage nach an dem Ort, wo sein Sohn Gunther während einer Jagd durch einen wütenden Eber den Tod fand. Geschichtlich war diese Gründung als Vorposten der Christenheit im Grenzland gegen die Awaren und Slawen gedacht. Nach dem Sturz Tassilos 788 wurde Kremsmünster karolingische Königsabtei und erlebte eine Blütezeit bis zum Ungarnsturm 907.

Das Stift wurde dann passauisches Eigenkloster. Seine Blütezeit erlebte es unter Abt Friedrich von Aich (1275–1325): Stiftskirche, Schreibschule, Glasmalerei. Die schweren Folgen der Reformationszeit wurden überwunden durch die Äbte, die in der ersten Hälfte des 17. Jh.s regierten. In der Barockzeit erfolgten die Barockisierung der Stiftskirche, der allmähliche Neubau des Klosters, der Bau des Fischbehälters und der Sternwarte.

In der Zeit von 1623 bis 1810 wirkten 29 Patres von Kremsmünster als Professoren an der alten Benediktineruniversität Salzburg. Der Josefinismus und die Franzosenkriege brachten schwere spirituelle und materielle Schäden, die erst allmählich im Laufe des 19. Jh.s beseitigt werden konnten. 1941–1945 war das Stift durch das NS-Regime enteignet. Von 1964 bis 1977 wurde der ganze Stiftsbereich gründlich restauriert.

Vielen ist Kremsmünster wegen seiner Sammlungen (sie enthalten unter anderem den Tassilo-Kelch) und seiner Fischbecken ein Begriff; doch mehr und mehr steht der Name Kremsmünster auch für die älteste Sternwarte Österreichs und ein frühes Zentrum der Naturwissenschaften allgemein. Der "Mathematische Turm", in dem sich die bemerkenswerten naturwissenschaftlichen Sammlungen und die Sternwarte befinden, gilt als das älteste Hochhaus Europas - der 44m und 7 Stockwerke hohe Turm wurde 1749-58 errichtet.

Im Mathematischen Turm befinden sich bemerkenswerte Sammlungen aus den Bereichen Geologie, Paläontologie, Frühgeschichte, Mineralogie, Physik, Zoologie und Botanik, Kulturgeschichte, Volks- und Völkerkunde sowie eben Astronomie. Im Dachgeschoß des Mathematischen Turms befindet sich die heutige Sternwarte (ursprünglich war aus den Fenstern jener Räume beobachtet worden, die heute die astronomische Sammlung beherbergen). Sie ist bei Führungen normalerweise nicht zu besichtigen und wird nur im Rahmen von Spezialführungen nach Vereinbarung gezeigt. In einer der drei kleinen Kuppeln, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden, befindet sich ein Refraktor, der auch heute noch fallweise für Beobachtungen verwendet wird.

Die Kuppelbauten sind natürlich jüngeren Datums als das restliche Gebäude, denn im 18. Jahrhundert war die Sternwartekuppel noch nicht gebräuchlich. Man beobachtete damals aus hohen Fenstern oder im Freien. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Drehkuppel auf, in Verbindung mit neueren Fernrohrtechniken, die auch kürzere Bauweisen der Instrumente erlaubten. Von der Dachterrasse des Mathematischen Turms bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über das Kremstal bis zum Toten Gebirge.


Weitere Informationen:

Stift Kremsmünster
A-4550 Kremsmünster
Tel.: +43 (07583) 52 75-0
Fax: +43 (07583) 52 75-288
www.stift-kremsmuenster.at

 

 

 

 

 

 

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