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STEPHANSDOM

    Der Steffl

 

Keine Kirche Wiens ist sosehr mit Geschichte und Politik verbunden wie der Stephansdom. Schon 1137 schafft ein Vertrag mit dem Passauer Bischof die Voraussetzung für den Bau der romanischen Stephanskirche, die damals noch außerhalb der Stadtmauern liegt.

Heute stammen die ältesten romanischen Teile der Fassade (Heidentürme und Riesentor) aus der Regierungszeit König Ottokars II von Böhmen (um 1260). Den entscheidenden Schritt zum Ausbau tat der Habsburger Rudolf der Stifter 1359 mit der Grundsteinlegung des Langhauses und der Lösung von St. Stephan aus der Abhängigkeit der Passauer Bischöfe. 1440 wird das gotische Langhaus rund um die romanische Basilika eingedeckt.

Die barocke Ausstattung erhielt St. Stephan nach den Türkenkriegen. Der marmorne Hochaltar – von den Gebrüdern Prock geschaffen – und die reichverzierten Seitenaltäre geben dem Raum eine fast heitere Würde.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als die sowjetischen Kampftruppen bereits nach Wien vorrückten, erhielt eine in Floridsdorf stationierte SS-Truppe den Befehl, den Turm zu zerstören. Der Stephansdom wurde von der Deutschen Artillerie mehrfach getroffen und brannte. Am Ende des verlorenen Krieges stürzte die Pummerin, die 20.000 kg schwer, 1711 aus dem Metall türkischer Beutekanonen gegossene Glocke, in die Tiefe und zerbrach. 45% des Stephansdomes waren 1945 zerstört. Die Bewohner Wiens, die insgesamt 130.000 Kilogramm Schutt mit Schaufeln, Kübeln und primitiven Schubkarren aus dem Dom schafften, und alle Österreichischen Bundesländer beteiligten sich am Wiederaufbau von St. Stephan. 1948 wurde der Dom feierlich wiedereröffnet, 1952 hielt die neue Pummerin Einzug in den Dom.

Leben und Sterben der Stadt sind mit St. Stephan verbunden. Links vom Hauptaltar befindet sich das Grabmahl von Rudolf IV (der Stifter) und seiner Gemahlin Katharina, rechts davon der prachtvolle Marmorsarkophag von Kaiser Friedrich III. Hinter dem reich verzierten Barockgitter der Tirnakapelle links vom Haupteingang liegt Prinz Eugen von Savoyen begraben, Österreichs ruhmreichster Feldherr, der die Türkengefahr beendete. Unter der Kirche liegen die Katakomben, wo bis 1783 Wiens Tote bestattet wurden. Hier werden auch die Eingeweide der Habsburger Herrscher aufbewahrt, deren Körper in der Kapuzinergruft bestattet wurden und deren Herzen im "Herzgrüftel" in der Augustinerkirche in 54 Silberurnen beigesetzt sind. Erst 1878 endete der Brauch der getrennten Bestattung der Habsburger Herrscher.


Weitere Informationen:

Stephansdom Wien
Stephansplatz
1010 Wien
www.stephansdom.at

 

 

 

 

 

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