Schloss Schönbrunn ist eines der bedeutendsten Kulturgüter
Österreichs und seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts eine
der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens.
Nach dem Ende der
Monarchie wurden die Parkanlagen und später auch das Schloss,
das pro Jahr circa 1,5 Millionen Gäste besuchen, als
Naherholungsgebiet für das nationale wie internationale Publikum
geöffnet. Heute besuchen jährlich rund 6,7 Millionen Besucher
die Schlossanlage. Im Dezember 1996 wurde Schloss Schönbrunn
anlässlich der 20. Sitzung des World Heritage Komitees in das
Verzeichnis des Welterbes der UNESCO aufgenommen. Die Eintragung
in diese Liste bestätigt die Bedeutung des Schlosses und der
gesamten Gartenanlage als barockes Kunstwerk.
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Besonders eindrucksvoll ist ein
Besuch bei schönem Wetter, da das Schloss und die dazugehörige Parkanlage dann
besonders prächtig erscheinen. Zu der Anlage gehören das Schloss Schönbrunn, ein
großer Schlosspark, ein Palmenhaus und der Tiergarten. Dass die Namensgebung des
Schlosses nach dem 'Schönen Brunnen' erfolgte, den Kaiser Matthias bei einem
seiner Jagdaufenthalte entdeckte, ist zwar nur eine Legende, aber eine populäre.
Seit seiner Entdeckung wurde das Brunnenwasser am kaiserlichen Hof hochgeschätzt
und diente bis Ende des 19. Jahrhundert als Trinkwasser der kaiserlichen
Familie.
Die Geschichte Schönbrunns und seiner Vorgängerbauten reicht bis in das
Mittelalter zurück. Das gesamte Anwesen wurde seit Beginn des 14. Jahrhunderts
als „Katterburg“ bezeichnet. In den folgenden Jahrhunderten wechselten sich
zahlreiche Pächter ab. Eleonora von Gonzaga ließ um 1642 ein Lustschloss
errichten, das mit der Umbenennung der Katterburg auf den Namen Schönbrunn
einherging - zu dieser Zeit wurde "Schönbrunn" auch erstmals urkundlich erwähnt.
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Im Jahre 1683 fielen Lustschloss
und Tiergarten den Verwüstungen der Türkenbelagerung Wiens zum Opfer. Seit 1686
im Besitz des Kaisers Leopold I. fasste dieser den Entschluss, Schönbrunn dem
Thronfolger Joseph zu überlassen und für diesen einen repräsentativen Neubau zu
errichten. Im Frühjahr 1700 war der Mitteltrakt des Schlosses fertig gestellt
und bewohnbar.
1728 erwarb Kaiser Karl VI. Schönbrunn, der das Anwesen jedoch lediglich zum
Fasanschießen aufsuchte. Schließlich schenkte er die Anlage seiner Tochter Maria
Theresia, die den Quellen zufolge schon immer eine Vorliebe für das Schloss mit
den umliegenden Gärten hatte. Die Regierungszeit Maria Theresias bedeutete für
Schönbrunn eine glanzvolle Epoche und das Schloss wurde zum Mittelpunkt des
höfischen und politischen Lebens.
Da Maria Theresia einen unersättlichen Kinderwunsch besaß, immerhin 16 Söhne und
Töchter, wurde im Schloss dringend Platz gebraucht. Sie ließ also von ihrem
italienischen Hofarchitekten Nikolaus von Pacassi (1716-1790) ein zusätzlichen
Stockwerk einbauen, wie man heute noch an den liegenden rechteckigen Fenstern
mit den angestückelten unteren Blindjalousien erkennen kann.
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Ebenso vorhanden sind einige
Reste des Rokoko-Dekors, da Kaiser Franz I. das Geld ausging, um die
architektonischen Fassadenveränderungen im Sinne des strengen Klassizismus zu
vollenden. Nach dem Tod Maria Theresias blieb Schloss Schönbrunn unbewohnt und
wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Franz II./I. wieder als
Sommerresidenz genutzt. In diese Epoche fällt auch die zweimalige Besetzung
Schönbrunns durch Napoleon in den Jahren 1805 und 1809. Im Jahre 1830 wurde
Franz Joseph im Schloss geboren. Von seiner Mutter seit den ersten Lebensjahren
auf die Rolle als zukünftiger Thronfolger erzogen, verbrachte Franz Joseph die
Sommermonate seiner Kindheit und Jugend in Schönbrunn. Als er 1848 den Thron
bestieg, sollte das Schloss wiederum eine glanzvolle Epoche erleben, da er
Schönbrunn in der Folge zu seinem Lieblingswohnsitz erkor, in dem er den
Großteil seines Lebens verbrachte.
Als Besucher betritt man das Schloss über den sehr schön gestalteten Ehrenhof.
Mit seinen über 1000 Zimmern wirkt das Schloss Schönbrunn einfach riesig. Einige
Teile davon sind für öffentliche Besucher geöffnet. Dazu gehören beispielsweise
viele der prunkvollen oder auch sehr privaten Räume.
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Das Sterbezimmer Franz Josephs,
ist z.B. ein einfacher Raum mit Soldatenbett und Stehpult. Hier starb der Kaiser
nach 68jähriger Regierungszeit mitten im 1. Weltkrieg am 21. November 1916. Der
Zugang erfolgt über den Ehrenhof. Der Eingang in den Ehrenhof wird von zwei
mächtigen Obelisken flankiert, auf deren Spitze je ein großer Messing-Adler
sitzt. Aus alten Bildern ist ersichtlich, dass sie schon immer dort ihren Sitz
hatten, obwohl ein Gerücht besagt, sie seien 1809 von Napoleon angebracht
worden. Dessen Schwiegervater wider Willen, Kaiser Franz I., meinte nach
Napoleons Abzug aus Wien, man solle die beiden 'Andenken' an seinen
Schwiegersohn nicht entfernen, vielleicht käme er doch noch einmal ... - so die
Legende.
Außer diesen beeindruckenden Zimmern besichtigt man am besten auch die Galerien
des Schlosses und die prächtige Freitreppe.
Außerhalb der ehemaligen Wohnräume von Schloss Schönbrunn kann man zudem die
Wagenburg mit den kaiserlichen Kutschen und Wagen besichtigen. Auch ein im
Rokokostil eingerichtetes Schlosstheater findet man hier. Sehr schön ist
außerdem die barocke Schlosskapelle. Leider ist diese Kapelle nicht immer
geöffnet.
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Zeit nehmen sollte man sich für
einen ausgiebigen Spaziergang durch den Schlosspark von Schönbrunn. Außer den
kunstvoll verzierten Blumenbeeten, den zurecht gestutzten Bäumen und Hecken
sowie den hindurch führenden Alleen, findet man eine Römische Ruine, einen
Botanischen Garten, mehrere schöne Brunnen und das imponierend verglaste
Palmenhaus mit vielen exotischen Pflanzen.
Schließlich befindet sich auf der Schlossanlage von Schönbrunn auch ein
Tierpark. Der stammt bereits aus dem 18. Jahrhundert und ist damit der älteste
Zoo der Welt.
Weitere Informationen:
Schloss Schönbrunn
Schönbrunner Schlossstraße
1130 Wien
www.schoenbrunn.at
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