Mariazell, im nordsteirischen Alpengebiet gelegen, beherbergt
das wohl berühmteste Marienheiligtum Mitteleuropas - die
Basilika.
Die Legende
berichtet folgende Gründungsgeschichte: Abt Otker vom Benediktinerkloster St.
Lambrecht sandte im Jahre 1157 einen Mönch namens Magnus in die Mariazeller
Gegend, die zum Besitz des Klosters gehörte. Jener Mönch sollte die Seelsorge
der dort lebenden Menschen übernehmen. Mit Erlaubnis des Abtes durfte er seine
aus Lindenholz geschnitzte Marienstatue auf die weite Reise mitnehmen. Am Abend
des 21. Dezember versperrte ihm nahe des Zieles ein Felsblock den Weg. Magnus
wandte sich Hilfe suchend an die Muttergottes, worauf sich der Felsen spaltete
und den Weg freigab. Am Ziel angekommen, stellte der Mönch die Statue auf einen
Baumstrunk und begann eine “Zelle” zu bauen, die als Kapelle und gleichzeitig
als Unterkunft für ihn selbst diente. Maria in der Zelle gab dem Ort seinen
Namen.
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Die
Marienstatue wurde zum berühmten Gnadenbild, das noch heute als Magna Mater
Austriae, als große Mutter Österreichs, verehrt wird. Die ersten prominenten
Pilger waren Markgraf Heinrich von Mähren und seine Gattin, die sich auf eine
Weisung des heiligen Wenzel hin auf den Weg nach Mariazell machten und von einer
schweren Gichterkrankung geheilt wurden. Als Dank für diese Heilung ließ der
Markgraf im Jahre 1200 rund um die Zelle eine romanische Kapelle errichten. Der
Bau der gotischen Kirche steht in engem Zusammenhang mit
König Ludwig I. von Ungarn.
Er besiegte 1365 im Namen der Gottesmutter ein feindliches Reiterheer und
stiftete das wertvolle Madonnenbild, welches noch heute am Altar der
Schatzkammer vor allem von ungarischen Gläubigen verehrt wird. Vom gotischen Bau
sind noch der Mittelturm und das barock umgestaltete Langhaus erhalten.
Kaum eine
andere Wallfahrtsstätte der Welt kann auf eine derart beeindruckende
Vergangenheit zurückblicken. Der Überlieferung nach wurde Mariazell am 21.
Dezember 1157 gegründet. Eine Bauinschrift über dem Hauptportal mit der
Jahreszahl 1200 lässt diese Zeit als Baubeginn der romanischen Kapelle annehmen.
Die erste urkundliche Erwähnung von "Cell" finden wir 1243. Im Jahre 1330 ist
die Kirche Unserer Lieben Frau zu Zell in einer Ablassurkunde des Salzburger
Erzbischofs Friedrich III. als viel besuchter Wallfahrtsort quellenmäßig belegt.
Der
Pilgerstrom nahm ständig zu. Um 1400 gab es bereits an die zwei Dutzend
Verkaufsstände für Votivgaben, und etwa hundert Jahre später war Mariazell als
Wallfahrtsort international bekannt. Pilger aus der Gegend des heutigen Bayern,
Böhmen, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen, Deutschland, Schweiz, vor allem
aber aus Österreich und Ungarn suchten schon damals die Hilfe der Mariazeller
Gnadenmutter.
Die gotische
Kirche konnte die große Pilgerzahl nicht mehr beherbergen, daher entschloss sich
Abt Benedikt Pierin von St. Lambrecht zur barocken Erweiterung, die der Kirche
ihr charakteristisches Aussehen gab. Die Stadterhebung im Jahre 1948 ist nicht
der Größe des Ortes zu verdanken, sondern der Bedeutung als kirchliches und
kulturelles Zentrum weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
Die schlichte
romanische Gnadenstatue aus Lindenholz machte Maria zell als “Magna Mater
Austriae” zum berühmtesten Wallfahrtsort Österreichs. Nach altem Brauch wird die
Gnadenstatue mit Liebfrauenkleidern, meist Gaben adeliger Damen, geschmückt.
Ohne Liebfrauenkleid ist sie nur am Patroziniumstag, dem 8. September (Mariae
Geburt), und am 21. Dezember, dem Gründungstag von Mariazell, zu sehen.
Im Barockbereich steht auf der
Säule eine Marienstatue, die ebenfalls als Gnadenbild verehrt wird. Früher
fanden vor der “Muttergottes auf der Frauensäule” verschiedene Bußbräuche statt.
Die bemerkenswerte Statue mit einer Höhe von fast zwei Metern entstand um 1520.
Die Kronen sind aus vergoldetem Kupfer gearbeitet, der Strahlenkranz wurde 1709
dazugefügt. Maria als Himmelskönigin trägt auf dem rechten Arm das segnende
Jesuskind mit der Weltkugel, in der linken Hand hält sie ein Zepter.
Seit dem Fall
des Eisernen Vorhanges, ist es auch Pilgern aus den östlichen und südlichen
Nachbarstaaten Österreichs wieder ungehindert möglich, nach Mariazell zu kommen.
Bei einer Einwohnerzahl von knapp 2.000 rechnet man pro Jahr mit über einer
Million Pilgern und Besuchern Mariazells.
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