Durch das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum wird Tirols
Geschichte wieder lebendig! Archäologische Bodenfunde aus der
Stein-, Bronze-, Eisen- und Römerzeit, des Mittelalters und der
Neuzeit aus Keramik, Metall, Glas der verschiedensten Kategorien
und noch vieles mehr zeugen von Tirols Vielfalt.
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Die Tätigkeiten
des Tiroler Landesmuseums sind ebenso vielfältig wie die
Kunstschätze, die hier zu besichtigen sind. Seit seiner Gründung
1823 nimmt sich das Ferdinandeum der Aufgabe der Dokumentation,
der Sammlung und Vermittlung der kulturellen und
landeskundlichen Situation in Tirol an und ist ein Beispiel
dafür, dass Kunst lebt und Grenzen überschreiten kann. Somit
reicht das Tätigkeitsfeld vom Sammeln von prähistorischen,
römischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Bodenfunden über
die Dokumentation der Stein-, Bronze-, Eisen- und Römerzeit bis
hin zu Musiksammlungen, Restaurierungswerkstätten,
Forschungsprojekten, Forschungs- und Rettungsgrabungen,
Sonderausstellungen, Konzerten und museumspädagogischen
Aktionen. Im Ferdinandeum wird die Kunst und Geschichte nicht
besichtigt, sondern gelebt.
Im
Gründungsstatut des Ferdinandeum sind in "artistischer Hinsicht"
folgende Tätigkeitsbereiche vorgesehen: "Eine Bildergalerie
vaterländischer Maler, ein Kunstkabinett mit den Produkten
tirolischer Künstler, ohne selbst die glücklichen Versuche
junger sich selbst überlassender Genies davon auszuschließen,
ein Produkten-Saal, worin alle vaterländischen
Manufaktur-Erzeugnisse und Erfindungen oder deren Modelle
aufbewahrt werden."
Über Schenkungen
und Legate wurde die Ausrichtung des Hauses noch im 19.
Jahrhundert dann doch internationaler: Gotisches aus Italien
fand ebenso in die Sammlung, wie niederländische Malerei mit
Rembrandt, Aelbert de Cuyp oder Gerard ter Broch. Und natürlich
kommt an den kunsthistorischen Sammlungen des Tiroler
Landesmuseums nicht vorbei, wer Albin Egger-Lienz studieren,
oder Max Weiler erleben will.
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Als klassisches
Mehrspartenmuseum, das sieben Sammlungen (Vor- und
Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Grafik, Musik, Geschichte,
Naturwissenschaften, Bibliothek) an drei Standorten umfasst, ist
der Anteil zeitgenössischer Kunst, und damit die Rolle im
diesbezüglichen Ausstellungsgeschehen entsprechend klein. Zwar
wurde das Haus mit dem Umbau entstaubt und gelüftet, und eine
Moderne Galerie im 2003 eröffneten Erweiterungsbau eingerichtet,
das Programm bleibt aber stark in der Region verhaftet. 1973
wurde die Sammlung der Moderne erstmals präsentiert. Ermöglicht
wurde das Sammeln von Zeitgenossen durch eine 1964 initiierte
"Olympiastiftung".
Die Musiksammlung
des Ferdinandeum ist heute ein eigener, den anderen sechs
Abteilungen des Tiroler Landesmuseums gleichrangig bewerteter
Sammlungsbereich im Rahmen seiner Aktivitäten in Forschung,
Dokumentation und Präsentation. Dies kommt organisatorisch schon
dadurch zum Ausdruck, dass die Leiterfunktion der Musiksammlung
wie bei den anderen Sammlungen mit einem Kustos besetzt ist.
Das Ferdinandeum
erhielt seinen Namen nach seinem Protektor, dem Kronprinzen und
späteren Kaiser Ferdinand. Zu dieser Zeit waren die wenigen,
eher zufällig in das Ferdinandeum gelangten Musikinstrumente und
Musikalien bezeichnenderweise in einer Abteilung Altertümer,
historische Erinnerungen und Kuriositäten untergebracht.
Es ist vornehmlich
das Verdienst von Franz Waldner (1843-1917), dass 1907 die
Musikinstrumente und Musikalien in einem eigens dafür
errichteten Musikalien-Kabinett untergebracht und teilweise auch
ausgestellt wurden. Darüber hinaus sorgte er dafür, den Bestand
konsequent zu erweitern. Waldner, der eigentlich im Hauptberuf
Arzt war, hat daneben eine Reihe durchaus beachtlicher und
grundlegender musikhistorischer Abhandlungen verfasst, die ihn
als begabten Kenner von Rang ausweisen.
Obwohl Franz Waldner
mit großem Engagement und wegen der geringen Mittel vor allem
auch auf Schenkungen angewiesen, eine Musikinstrumentensammlung
von internationaler Bedeutung zustande gebracht hatte, war für
dieses Glanzstück der Tiroler Kulturgeschichte nach seinem Tod
im Jahr 1917 von Museumsseite keine weitere fachliche Betreuung
vorgesehen. Erst vierzig Jahre später, im Jahr 1956, hat der
bedeutende Tiroler Musikhistoriker Walter Senn sich dieser
teilweise verwahrlosten Sammlung angenommen und bis zu seinem
Tod, 1981, sachkundig und äußerst erfolgreich betreut. Ihm war
besonders die Erwerbung einer Vielzahl wichtiger Instrumente für
die Kulturgeschichte Tirols gelungen, ein Umstand, der umso mehr
zu bewundern ist, wenn man die immer noch karge finanzielle
Zuwendung in Betracht zieht. Er begann auch mit der
wissenschaftlich korrekten Bestandsaufnahme der Sammlung und hat
erstmals die teilweise wertvollen Notenhandschriften und
Notendrucke gesichtet und geordnet.
Die Musiksammlung
verwahrt viele Musikinstrumente und Musikalien von
außerordentlicher Seltenheit und auch außergewöhnlicher
Schönheit. Der größte Reichtum der Sammlung ist der Bestand an
Streichinstrumenten des genialen Geigenbauers Jakob Stainer (um
1617-1683). Seine Instrumente wurden bis ins 19. Jahrhundert
sogar mehr geschätzt und höher bewertet als die Erzeugnisse der
großen italienischen Meister wie Amati, Guarineri und
Stradivari. Gegenwärtig im Zuge der Renaissance der
Aufführungspraxis alter Musik, wo der feine anmutige Klang der
Instrumente Stainers gegenüber dem fülligeren Ton der
italienischen Geigen wieder bevorzugt wird, haben die
Erzeugnisse des Absamer Meisters ihre einstige Geltung wieder
zurückerlangt. Viele arrivierte Ensembles sind schon stolz
darauf, wenn sie auch nur nachgebaute Instrumente Stainers
spielen. Das Ferdinandeum besitzt weltweit die größte Anzahl von
Zeugnissen der überragenden Kunst Stainers, darunter auch seine
in Fachkreisen berühmte letzte, im Jahr 1682 gefertigte Geige,
die als sein bestes Werk gilt, jedoch leider nicht im
Originalzustand erhalten geblieben ist.
Auch der zweite große Geigenbauer Tirols, der aus Kaltern
gebürtige und in Bozen tätige Matthias Alban (1634-1712), der
bisweilen fälschlich italienisiert Albani genannt wird, ist in
der Sammlung mit einem besonders prächtigen und klangschönen
Violine aus dem Jahr 1706 vertreten. Aber auch meisterhafte
Instrumente aller anderen wichtigen Geigenbauer Tirols, die in
Summe die Tiroler Schule bilden, sind in repräsentativer Anzahl
und Qualität in der Musiksammlung vereint.
Weitere Informationen:
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumstraße 15
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 / 512 / 59489
www.tiroler-landesmuseum.at
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