LÄNDERAUSWAHL

DACH F   SIE SIND HIER: ÖSTERREICH > KULTUR > SISI

        
 

magellanworld
 

SISI
 
BUNDESLÄNDER
KULTUR
PARK CARNUNTUM
EVENTS
GOLDENES DACHL
JOSEPH HAYDN
HUNDERTWASSER HAUS
HOFREITSCHULE
KUNSTHAUS BREGENZ
MOZARTS GEBURTSHAUS
MOZARTS WOHNHAUS
SISI
WIENER FIAKER
 
 
 
 
 
 
 

SISI

    Die Sisi, die nicht Romy war

 

Sissi? Das war doch Romy Schneider, oder? So kennen sie Millionen, wer denkt da nicht an den schönen Wildfang aus Bayern, dieses natürliche, romantische Mädchen, das wunderbar reiten kann, mit 16 Kaiserin von Österreich wird, sich heftig für die Ungarn einsetzt und bis zu seinem tragischen Tod eine glückliche Ehe führt - bloß etwas getrübt durch die herrschsüchtige Schwiegermutter und die furchtbar vielen Pflichten des Kaisers?

Gespielt von der damals noch unbekannten Romy Schneider eroberte diese "Sissi" in der gleichnamigen Trilogie von Ernst Marischka in den 50er-Jahren die Herzen der Deutschen. Doch die glückliche Film-Sissi verrät mehr über die Träume und das Harmoniebedürfnis der Nachkriegsdeutschen als über die wirkliche Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi - mit einem s in der Mitte. Obwohl inzwischen oft als "Kaiserschmarren" verspottet, bestimmt die weltberühmte Sissi-Trilogie unser Bild von der Kaiserin.

Elisabeth von Bayern, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

Die Liesl von Possenhofen, später bekannt geworden als Kaiserin Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn, wurde am 24.12.1837 als Elisabeth Amalie Eugenie, Tochter Maximilians, Herzog von Bayern in München geboren, wuchs in München und Possenhofen am Starnberger See auf und wurde später die Gemahlin von Kaiser Franz Josef und damit Kaiserin von Österreich.

Eines der ältesten Fürstenhäuser des Abendlandes sind die Wittelsbacher. Einem Nebenzweig dieser Familie gehörte auch der bayerische Herzog Maximilian von Bayern an. Dieser heiratete nach Beschluss der königlichen Familie aus dem Jahre 1808 seine Frau Ludovika. So geschehen im Jahr 1828. Diese Ehe war nie glücklich und doch schenkte Ludovika ihrem Mann neun Kinder. Eines davon war "Sisi", geboren in der Weihnacht des Jahres 1837 als Prinzessin Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach, die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn.

Elisabeth wurde in der Ludwigstrasse in München im "Palais Biederstein", dem heutigen Sitz der Landeszentralbank, am 24.12.1837 geboren.

Das Geburtshaus von Elisabeth in der Ludwigstrasse in München

Hier in München war es auch, wo die Familie die Wintermonate verbrachte und Elisabeth zur Schule ging bzw. von Privatlehrern unterrichtet wurde. Um die Erziehung kümmerte sich in erster Linie die Mutter Ludovika. Der Vater Max zog gerne durch fremde Länder, oder verkleidet, um nicht erkannt zu werden, mit seiner Zither durchs Land.

In Possenhofen am Starnberger See verbrachte Elisabeth und ihre Familie meist die Sommerfrische. Hier verlebte sie die glücklichste Zeit ihres Lebens. Schloss Possenhofen (heute in Privatbesitz und nicht zu besichtigen) entsprach nie den Vorstellungen eines herzoglichen Hofes. Hier grasten Kühe, es liefen Hunde durch die Salons, und Sisi und ihre Geschwister machten lange Ausritte.

Sisi im Alter von 15 bei Ihrem liebsten Hobby: dem Reiten

Besonders gerne ritt Elisabeth mit ihrem Cousin Ludwig von Bayern, dem späteren König Ludwig II, aus. Mit ihm zusammen besuchte sie auch oft die Roseninsel. Elisabeths Vater Max ließ sich hier nur selten sehen und doch wurde er von seinen Kindern sehr geliebt. In Possenhofen lernte Elisabeth reiten. Ein Sport, dem sie ein Leben lang aus Passion nachging. Sie zählte schon bald zu den besten Reiterinnen der Welt und war auch sonst sehr von sportlichem Ehrgeiz geprägt.

Elisabeth war bekannt für ihre bemerkenswerte Wespentaille

Elisabeth hatte schon in jungen Jahren eine Begegnung mit ihrem späteren Ehemann Franz Josef. Sie lernte ihn mit elf Jahren kennen, als die Familie wegen politischer Unruhen nach Innsbruck fliehen musste, wo sich auch weitere Verwandte zum Schutz einfanden. Franz Josef, der schon in Italien im Krieg kämpfte, hatte zu dieser Zeit keine Augen für die um sieben Jahre jüngere Elisabeth Amalie. Als sich die Unruhen beruhigten, kehrte man wieder nach Possenhofen zurück und auch das Leben nahm wieder seinen gewohnten Lauf. Von hieran sollten noch sechs Jahre vergehen, bis Elisabeth die Frau von Franz Josef, dem Kaiser von Österreich, wurde.

Eigentlich sollte Franz Josef ja Elisabeths ältere Schwester Helene, auch Nene genannt, heiraten. So war jedenfalls der Plan von deren Mutter Ludovika und deren Schwester Sophie. Eine Heirat zwischen Hohenzollern und Wittelsbachern wäre wünschenswert gewesen. Bald darauf wurde man nach Wien eingeladen, was Sisi's Vater sehr widerstrebte. Statt lange zu fackeln, nahm seine Frau Ludovika nicht ihn, sondern Tochter Elisabeth mit auf die Reise.

In Bad Ischl verliebte sich Franz Josef überraschend in Elisabeth

Die Fahrt ging nach Ischl im Trauntal und dort angekommen wurde auch alles unternommen, um Franz Josef und Helene einander näher zu bringen. Doch Franz Josef hatte nur Augen für Elisabeth. Alle Versuche, ihn wieder auf Helene einzustimmen, schlugen fehl. Da er am 18. August seinen Geburtstag feierte, unterblieben die Versuche an diesem Tag, um ihn nicht aus der Stimmung zu bringen. Nach einem Tagesausflug, der noch als letzter Versuch galt, hielt Franz Josef endgültig um Elisabeths Hand an. Elisabeth brach bei seinem Heiratsantrag vor Rührung in Tränen aus und soll auf die Frage, ob sie den Kaiser denn liebe, sogar gesagt haben: "Ja, wie solle man diesen Mann denn nicht lieben können". Am 20. April 1854 brach Elisabeth nach Wien auf.

Elisabeth und ihr Ehemann Kaiser Franz Josef von Österreich

Die Hochzeitsfeierlichkeiten waren umwerfend. Elisabeth wurde einige Tage lang in Wien begrüßt. Am 24. April 1854 heiratete sie Kaiser Franz Josef von Österreich und wurde Kaiserin.

Nach ihrer Hochzeit mit Kaiser Franz Josef von Österreich wurde der bayerischen Prinzessin die unbeschwerte Lebensfreude, die sie in ihrer Jugend erlebte, stark eingeschränkt. Das steife Hof-Protokoll und die gesellschaftlichen Aufgaben machten ihr das Leben schwer. Sie, die mit so vielen Freiheiten aufgewachsen war, konnte sich diesem Zwang nie ganz beugen. Schon vom ersten Tag an bekam Elisabeth in Wien das strenge Protokoll des Wiener Hofes zu spüren, unter dem sie Zeit ihres Lebens litt.

Die Hofburg in Wien war die Residenz von Elisabeth

Wirkliches Glück hatte Elisabeth in Wien nie gefunden. Sie hatte am österreichischen Hof anfangs auch keine Verbündeten, da sie ihre Vertrauten nicht mit nach Wien nehmen konnte. Schon schnell fühlte sie sich nicht nur alleine, sondern auch von ihrem Mann, dem Kaiser, im Stich gelassen.

Ihre erste Schwangerschaft erlebte Elisabeth als Tortur und verfiel immer wieder in Depressionen. Sie hoffte, einen Jungen zu bekommen, um so die Thronfolge zu sichern. Doch ihr Erstgeborenes war ein Mädchen. Das Kind kam unmittelbar nach der Geburt in die Hände der Erzherzogin. Elisabeth hatte zu ihren Kindern nie einen innigen Kontakt und legte deren Erziehung gerne in andere Hände. Da sich Elisabeth Zeit ihres Lebens nicht mit den Gewohnheiten und Pflichten des Lebens bei Hofe anfreunden konnte, trieb es sie sehr oft auf Reisen. Sie besuchte viele Länder des heutigen Europas und keine Strapazen waren ihr zu groß, um ihr Ziel zu erreichen. Kaiser Franz Josef war von den Regierungsgeschäften sehr in Anspruch genommen, da es viele politische Spannungen gab.

So glücklich wie auf diesem Bild war das Familienleben nur selten

Als Franz Josef sich für die Schauspielerin Katharina Schratt interessierte, war das seiner Frau gar nicht so unrecht. Konnte sie doch dem höfischen Leben so noch besser entfliehen und sich an ihren Reisen erfreuen. Die Kritik über ihr Fernbleiben bei Hofe blieb jedoch nicht aus.

Nachdem Elisabeth von einem Ausschlag im Gesicht befallen wurde, kapselte sie sich immer mehr ab. Als dann auch noch ihre Schwester Sophie bei einem Brand in Paris auf tragische Weise ums Leben kam, brach die Kaiserin völlig zusammen. Auch eine Kur in Bad Kissingen konnte sie nicht wieder auf die Beine bringen. Elisabeth ging wiederum zur Kur, diesmal nach Bad Nauheim. Als diese abgeschlossen war, traf sie sich mit ihrem Mann in der Schweiz.

 
Am 10.6.1898 erstach der italienische Anarchist Luigi Lucheni mit einer Tischlerfeile die Kaiserin. "Nur wer arbeitet, darf essen!" Mit diesem Spruch rechtfertigte er den Mord.

Elisabeth war nach Genf gereist, ihr Ausschlag war verschwunden, und die Kaiserin machte einen stabilen, sicheren Eindruck. Am 10. September gingen Elisabeth und ihre Hofdame Irma Sztáray auf dem Quai du Mont-Blanc in der Nähe ihres Hotels Beau Rivage in Richtung Anlegestelle, um mit dem Schiff von Genf nach Montreux zu fahren. Fast am Steg der Schiffe angekommen, kam ein Fremder auf Elisabeth zugerannt und versetzte ihr einen heftigen Stoß. Sein Name: Luigi Lucheni. Elisabeth brach kurz zusammen, stand aber gleich wieder mit Hilfe ihrer Hofdame auf und ging, nachdem sie ihre Haare in Ordnung gebracht hatte, zum Schiff. Auf dem Schiff brach Elisabeth zusammen, was erst dem Schreck zugeschrieben wurde. Später stellte man fest, dass der Fremde ihr mit einer Feile ins Herz gestochen hatte.

Da der Stich nur sehr klein war, dauerte es eine Weile, bis Elisabeth wirklich starb. Der Kapitän des Schiffes wurde informiert und man fuhr zurück. Auf einer improvisierten Bahre wurde Kaiserin Elisabeth zurück ins Hotel getragen, wo ein Arzt nur noch den Tod feststellen konnte.

Hotel Beau Rivage - hier logierte Elisabeth am Tage ihres Todes

Obgleich die Nachricht vom Tod der Kaiserin wie ein Schock die Familie traf, so war es nicht so dramatisch, wie die Zeitungen es meldeten. Wenn es auch ein gewaltsamer Tod war, so schien es doch für Elisabeth in gewisser Weise eine Erlösung gewesen zu sein.

 

'Unsere Träume sind immer schöner, wenn wir sie nicht verwirklichen.'
(Sissi, Kaiserin Elisabeth von Österreich)

 

 

 

Seitenanfang

 


 

 
 

 

 

 

HOME