Der Archäologische Park Carnuntum ist die größte archäologische
Landschaft Österreichs und somit die bedeutendste
Präsentationsstätte des Landes auf dem Gebiet der
Altertumsforschung. Carnuntum ist tief in der regionalen
Identität verwurzelt und somit auch ein integraler Bestandteil
der Kultur Niederösterreichs. Der Park
vereinigt drei eigenständige Museen: Das
Freilichtmuseum Petronell, das
Amphitheater Bad Deutsch Altenburg und das
Archäologische Museum Carnuntinum in Bad
Deutsch Altenburg.
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Vor mehr als
1.700 Jahren erstreckte sich
Carnuntum, die Hauptstadt der römischen Provinz
Oberpannonien, 10km² weit über die heutigen Gemeinden
Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg. Am Schnittpunkt
zwischen Bernsteinstraße und Limesstraße gelegen lebten in der
Colonia Septimia Aurelia Antoniniana Carnuntum zur Blütezeit im
3. Jh. n. Chr etwa 50.000 Einwohner. Der Aufenthalt mehrerer
römischer Kaiser zeigt die besondere Bedeutung Carnuntums. Unter
anderem war Carnuntum im Kampf gegen die Germanen Hauptquartier
Kaisers Marc Aurels.
Der
Archäologische Park liegt verkehrsgünstig zwischen Wien und
Pressburg (Bratislava). Er umfasst drei Teile: Herzstück ist das
Freilichtmuseum Petronell, das sich auf dem Boden der antiken
Zivilstadt befindet. Das römische Stadtviertel war ein
peripherer Teil der ehemaligen Zivilstadt, die sich von hier in
nordwestlicher Richtung zur Donau erstreckte. Das Zentrum (forum)
der Zivilstadt lag im Anschluss an die Reste der sogenannten
Große Therme (Palastruine). Etwas außerhalb befand sich das
größere der beiden Amphitheater, das etwa 15.000 Menschen Platz
bot. Neben Ruinen und Rekonstruktionen aus der römischen Antike
bietet es auch die Vollrekonstruktion eines altrömischen
Wohnhauses.
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Die ehemalige
Militärstadt befand sich im Bereich des Amphitheater Bad
Deutsch-Altenburg rund um ein befestigtes Legionslager. Das
zwischen der Zivil- und der Militärstadt gelegene
Auxiliarkastell am Ostrand von Petronell ist leider nicht mehr
erhalten.
Das 100 Jahre alte Museum Carnuntinum ist mit seinen 3.000
Exponaten das größte Römermuseum Österreichs. Im Stil einer
altrömischen Landvilla errichtet, gilt es als ein wahres
Schatzhaus.
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Wahrzeichen
Carnuntums ist das Heidentor, ein Monument, das einst für Kaiser
Constantius II. (354-361 n. Chr.) errichtet wurde und heute als
bekanntestes römisches Baudenkmal Österreichs gilt. Der
Archäologische Park ist auch eine hervorragende Kulisse für
aufregende Römerfeste. Unter dem Motto "Brot und Spiele" treten
Legionäre in schimmernden Rüstungen, betörende Hetären,
kunstfertige altrömische Handwerker und Händler auf. Dazu werden
erlesene Köstlichkeiten serviert, zubereitet nach überlieferten
Rezepten. Besucher können sich Im Amphitheater an
Gladiatoren-Kämpfe nach antikem Muster mit originalgetreuer
Ausrüstung erfreuen.
Am
Originalschauplatz geben die Vorführungen authentische Einblicke
in dieses Massenphänomen der Antike, das wesentlich unser Bild
der römischen Welt prägt. Der festliche Einzug der Gladiatoren,
die Anrufung der Schutzgöttin Nemesis sowie originalgetreue
Ausrüstung und Kampftechnik entführen in eine Zeit, die uns
heute fern und unverständlich erscheint.
Gladiatorenkämpfe
waren ein elementarer Bestandteil der römischen Kultur.
Ursprünglich Teil des etruskischen Totenkultes, mutierten die
Gladiatorenkämpfe unter den Römern zu jenen blutrünstigen
Spektakeln, die wesentlich unser Bild von der römischen Antike
prägen. Anders als in Hollywoodfilmen gerne dargestellt, waren
die Gladiatorenkämpfe allerdings trotz der blutigen und
tödlichen Realität kein regelloses Massengemetzel, sondern
unterlagen klaren Regeln mit dem Ziel, weitgehende
Chancengleichheit zu gewährleisten.
Abseits von
Hollywoodklischees zeigen die Vorführungen im Archäologischen
Park Carnuntum, wie der Ablauf von antiken Gladiatorenkämpfen
wirklich war. Die Vorführungen beginnen wie schon zur Zeit der
Römer mit dem feierlichen Einzug der Gladiatoren zu
originalgetreuer römischer Musik. Vor den kommentierten
Schaukämpfen wird nach einer überlieferten, Jahrtausende alten
Zeremonie die Schutzgöttin Nemesis um ihre Gunst angerufen.
Danach erfolgt die Bewaffnung der Gladiatoren. Anhand von
antiken Vorbildern wurden die prächtige Ausrüstung und die
ausgefeilte Kampftechnik bis ins kleinste Detail rekonstruiert
und geben authentische Einblicke in den Ablauf der Kämpfe.
CHRONOLOGIE
6 n. Chr.
Feldzug des römischen Feldherrn Tiberius gegen die Markomannen
unter Marbod. Erste Nennung des Namens Carnuntum durch römische
Historiker.
35-40 n. Chr.
Die legio XV Apollinaris errichtet im Raum Carnuntum ein
befestigtes Militärlager. Die ständige militärische Präsenz ist
die Voraussetzung für das spätere Aufblühen der Stadt zu einer
der wichtigsten römischen Städte nördlich der Alpen.
103-107 n.
Chr. Trennung Pannoniens in Ober- und Unterpannonien.
Carnuntum wird Hauptstadt von Oberpannonien (Pannonia Superior).
ca. 124 n.
Chr. Kaiser Hadrian erhebt Carnuntum zum Municipium (municipium
Aelium Carnuntum).
171-173 n.
Chr. Carnuntum ist das Hauptquartier von Kaiser Marc Aurel
im Kampf gegen die Markomannen.
9. April 193
n. Chr. Lucius Septimius Severus, Statthalter von
Oberpannonien, wird von seinen Truppen in Carnuntum zum Kaiser
ausgerufen. Bald darauf erfolgt die Erhebung in den Rang einer
colonia (colonia Septimia Aurelia Antoniniana Carnuntum).
11. November
308 n. Chr. Kaiserkonferenz in Carnuntum: Diokletian,
Galerius und Maximian versuchen die Tetrarchie zu retten.
Ab 400 n. Chr.
Beginn des Abzuges der Römer aus Carnuntum.
Der
Archäologische Park Carnuntum ist eine Attraktion für die ganze
Familie und lädt zu einer spannenden Zeitreise in die Antike
ein: einzigartige Baudenkmäler, lebendige und fachkundige
Führungen, authentische Rekonstruktionen, spektakuläre römische
Feste und Archäologie zum Anfassen - römische Geschichte
erleben!
Weitere
Informationen:
Archäologischer
Park Carnuntum
Hauptstr. 3
A-2404 Petronell-Carnuntum
Tel.: +43 (0)2163/3377-0
Fax.: +43 (0)2163/3377-5
info@carnuntum.co.at
www.carnuntum.co.at
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