Das Mozart Wohnhaus in Salzburg am Makartplatz, rechtes
Salzachufer, wurde 1773 das neue Domizil der Familie Mozart.
Mozarts Wohnhaus diente als Begegnungsstätte vieler namhafter
Künstler unter anderem auch der Schauspieler, Theaterdirektor
und „Zauberflöten“-Librettist Emanuel Schikaneder.
Das "Tanzmeisterhaus", besser bekannt als "Mozart-Wohnhaus", beherbergt
Ausstellungen über das Leben der Familie Mozart und die Geschichte des Hauses.
1617 wurde das Haus erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1685 bestand es aus zwei
Häusern. Die nächste urkundliche Eintragung erfolgte am 3. August 1711, als
Lorenz Speckner per Dekret die Erlaubnis erhielt, in diesem Haus Tanzstunden für
Adelige abzuhalten. Ein Tanzmeister war in der damaligen Zeit ein angesehener
Beruf. Schließlich lernte man hier nicht nur das Tanzen, die jungen Adeligen
wurden auch auf das Hofzeremoniell vorbereitet und erlernten die strenge
Etikette.
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Franz Gottlieb Speckner, Sohn des Lorenz, war am 15. November 1747 einer der
Trauzeugen der Eltern Mozarts. Daher ist es auch naheliegend, dass die Mozarts
bei ihren Freunden eine größere Wohnung als die in der Getreidegasse Nr. 9
bezogen. Die bestand nämlich nur aus einer Küche, einem Kabinett und je einem
Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer. Nach ihrer dritten Reise nach Wien
(Juli
bis 25. September 1773) bezogen die Mozarts ihr neues Domizil am damaligen
Hannibalplatz, dem heutigen Makartplatz Nr. 8.
Kurzbiographie
Wolfgang Amadeus Mozart
Komponist
Geboren 27.01.1756, Salzburg
Gestorben 05.12.1791, Wien
Seit dem Kinofilm "Amadeus" hat man ihn bildlich vor Augen: Wolfgang Amadeus
Mozart - Kindskopf und Genie in einem - steht für das uneingeschränkt Schöne in
der Musik. Doch was man damals wie heute als so überaus "schön" empfand, war
kein Produkt des Zufalls.
"Dieser Knabe
wird uns alle vergessen machen!", orakelte 1771 der damals weltberühmte
Opernkomponist Johann Adolf Hasse. Er sollte Recht behalten: Hasse kennt heute
kaum einer mehr, Mozart dagegen darf als der mit bekannteste Komponist nicht nur
seiner Epoche, sondern der gesamten klassischen Musik gelten. Bereits als
Sechsjähriger wurde der "Knabe" Wolfgang Amadeus Mozart von seinem Vater in den
Metropolen Wien und München als Wunderkind präsentiert. Er spielte Cembalo,
improvisierte und komponierte. Mozarts Vater Leopold bereitete seine Kinder
gezielt auf eine Musikerkarriere vor. Sie reisten gemeinsam nach Paris, Den
Haag, durch Deutschland und Italien, wo Wolfgang und seine Schwester Maria Anna
öffentlich konzertierten. Die Kombination von Jugend und Talent begeisterte das
Publikum.
Lange haftete
Mozart das Etikett des ewig kindlichen Genies an - eines Genies, das gleichsam
ohne nachzudenken die wundervollste Musik erschafft. Dieses Bild ist allerdings
falsch. Die unkomplizierte, von vielen gleichermaßen empfundene "Schönheit"
seiner Werke ist bewusst gesucht, ist systematisch erarbeitet. Denn Mozart war
der erste Komponist dieses Ranges, der sich - zumindest über weite Strecken
seines Lebens - nicht auf eine feste Anstellung oder einen Mäzen verlassen
konnte: "Je nu, wo man gut zahlt, bin ich", schrieb er 1778 aus Paris. Hätte man
seine Musik nicht schön gefunden, wäre er finanziell erfolglos geblieben. Dass
es ihm trotzdem sein Leben lang an Geld mangelte, lag nicht zuletzt an der
aufwendigen Haushaltsführung von Wolfgang Amadeus und Konstanze Mozart.
In den
letzten fünf Jahren seines kurzen Lebens kam es schließlich doch zu einem Bruch
mit dem Publikum. Opern wie "Figaros Hochzeit" oder "Don Giovanni" - heute als
seine absoluten Meisterwerke anerkannt - überforderten in ihrer Komplexität das
Wiener Publikum. Es wandte sich von ihm ab. So starb Mozart mit gerade einmal 34
Jahren verarmt und weitgehend vergessen. Sein letztes Werk, ein anonym
bestelltes Requiem, blieb unvollendet - für die Nachwelt war das die ideale
Vorlage, den Tod des Komponisten in ein mysteriöses Licht zu stellen. Das
Requiem, so hielt sich die Legende, war bestellt von einem Boten aus einer
anderen Welt. Es sollte sein eigenes werden.
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Die geräumige Wohnung bot ausreichend Platz für Begegnungen mit Freunden und
Musikern. Auch der Schauspieler, Theaterdirektor und "Zauberflöten-Librettist
Emanuel Schikaneder (1751-1812) war oft zu Gast. Wolfgang Amadeus Mozart schrieb
in diesem Haus unter anderem von 1773 bis 1780 Symphonien, Divertimenti,
Serenaden, Klavier- und Violinkonzerte, ein Fagottkonzert, Arien, Messen und
andere kirchenmusikalische Werke. Er komponierte hier den "Re pastore" KV 208,
begann "La Finta giardiniera" KV 196 und "Idomeneo" KV 366.
Im Musiksaal
trafen sich die Familienmitglieder mit Hofmusikern, darunter Johann Michael
Haydn (1737-1806). Interessenten konnten dort Klaviere besichtigen, die Leopold
Mozart von auswärtigen Klavierbauern zum kommissionsweisen Verkauf übernommen
hatte. Der prachtvolle Mittelpunkt des Hauses, in dem Wolfgang Amadeus Mozart
große Teile seines Lebenswerkes komponierte, ist der Tanzmeistersaal. Bereits zu
Mozarts Zeiten war dieser Raum ein zentraler Ort des gesellschaftlichen Lebens
in Salzburg.
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Von 1773 bis 1787,
dem Todesjahr Leopolds, wurden in diesem Haus von der Familie Mozart 232 uns
bekannte Briefe geschrieben, insgesamt 215 kamen hier an. Viele Briefe sind
verschollen bzw. nicht mehr vorhanden. Wolfgang hat mit seiner Hausherrin "Mitzerl"
manchen Spaß getrieben, aus München schrieb er am 30. Dezember 1774 an seine
Schwester: (...) an die jungfrau Mizerl bitte alles erdenkliches, sie soll an
meiner liebe nicht zweifeln, sie ist mir beständig in ihrer reizenden negligée
vor augen; ich hab vielle hübsche Mädl hier gesehen, aber eine solche schönheit
habe ich nicht gefunden."
Dieses Zitat hat viele Mozart-Biographen zur Mutmaßung veranlasst, in der
Mitzerl eine Freundin Wolfgangs zu sehen, aber die Hausfrau war 46 Jahre älter
als der damals 18jährige Wolfgang .... Maria Anna Raab (1710 - 5. April 1788),
die als "Tanzmeister-Mitzerl" in die Mozart-Literatur eingegangen ist, hatte das
Haus 1767 vom Mozart-Freund Speckner geerbt. 1778 starb Mozarts Mutter in Paris,
1784 heiratete Mozarts Schwester Nannerl nach St.Gilgen. Vater Leopold bewohnte
die Wohnung allein. Am 25. Juli 1785 kam sein Enkel Leopold Alois Pantaleon hier
zur Welt und wurde der Obhut des Großvaters überlassen. Nach Leopold Mozarts Tod
am 28. Mai 1787 hatte das Haus mehrere Besitzer. Während des zweiten Weltkrieges
zerstörte eine Bombe das Haus. Der damalige Besitzer verkaufte den zerbombten
Teil an die Versicherungsgesellschaft "Assicurazioni Generali", die dort ein
Bürohaus errichtete.
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Die Internationale Stiftung Mozarteum konnte das Mozart-Wohnhaus 1989 erwerben,
bereits 1955 hatte die Internationale Stiftung Mozarteum den erhaltenen Teil des
Tanzmeistersaales für Museumszwecke erworben. Das Bürohaus wurde am 2. Mai 1994
abgerissen, um Mozarts Wohnhaus nach alten Plänen zu rekonstruieren.
Am 26. Januar 1996 wurde das Mozart-Wohnhaus eröffnet. In
den Räumen der ehemaligen Wohnung der Familie Mozart im ersten Stock ist heute
ein Museum, welches die Geschichte des Hauses und das Leben der Familie Mozart
in diesem dokumentiert. Leben und Werk von Wolfgang Amadeus Mozart stehen im
Mittelpunkt. Ein Infrarot-Führungssystem in sechs Sprachen und mit Tonbeispielen
unterlegt, geleitet den Besucher durch das Museum. Besondere Schwerpunkte in der
Gestaltung sind den Reisen von Wolfgang Amadeus Mozart (auf einer Reisetafel
kann man diese nachvollziehen), sowie seiner Schwester Maria Anna - "Nannerl" -
gewidmet. Ein "Ambiente-Raum" veranschaulicht die Wohnkultur der damaligen Zeit.
Den Abschluß bildet die Multivision mit dem Titel "Mozart und Salzburg" -
ebenfalls in sechs Sprachen.
Weitere
Informationen:
Mozart-Wohnhaus
Makartplatz 8
tel. ++43/662/87 42 27-40
fax ++43/662/87 29 24
archiv@mozarteum.at
www.mozarteum.at
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