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JOSEPH HAYDN
 
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JOSEPH HAYDN

    Der "Stolz" des Burgenlandes

 

Joseph Haydn war der erste Meister, der mit dem Begriff "Wiener Klassik" identifiziert wurde. Er lebte von 1732 - 1809 und war ein enger Freund Mozarts. Lange Jahre war er Kapellmeister im Dienste der Familie Esterházy und galt im Alter als der berühmteste Komponist Europas. Haydns besonderes Verdienst liegt in der Ausbildung der charakteristischen Gattungen dieser Epoche, die Sinfonie und des Streichquartetts. In Anknüpfung an Georg Friedrich Händel komponierte Haydn die beiden Oratorien "Die Schöpfung" (1798) und die "Jahreszeiten" (1801), die seit ihrer Uraufführung populäre Klassiker ihres Genres sind.

Der Komponist Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 im österreichischen Rohrau geboren. Als Elfjähriger nahm man ihn als Chorknabe an den Wiener Stephansdom, wegen des einsetzenden Stimmbruchs wurde er aber wenige Jahre später entlassen. In der darauf folgenden Zeit war er als Gelegenheitsmusiker und "Musikdiener" tätig. Durch die Kompositionen erster Klavierwerke und Streichquartette wurde man bald auf Haydn aufmerksam. 1761 erhielt er eine Anstellung als Vizekapellmeister am Hofe des Fürsten Esterházy in Eisenstadt. Wenig später wurde er 1. Kapellmeister auf Schloss Esterháza am Neusiedler See.

1790 wurde die Kapelle aufgelöst. Haydn erhielt eine jährliche Pension und zog nach Wien. Seine Werke, die ihn weit über die Grenzen bekannt gemacht hatten (seit 1756 lieferte er Kammermusik nach England, 1779 schrieb er sechs Sinfonien für das "Concert spirituel" in Paris) ermöglichten ihm eine Reise nach England. 1791/1792 hatte er einen sehr großen Erfolg in London mit der Aufführung seiner Londoner Sinfonien. 1794/1795 gab er weitere Konzerte in England und wurde mit dem Doktortitel der Universität Oxford geehrt.

1795 wurde die Esterhazysche Kapelle in Wien neu aufgebaut, der inzwischen 63jährige Haydn übernahm die Leitung. Die Melodie des Deutschlandliedes wurde von Joseph Haydn ursprünglich als Kaiserhymne "Gott erhalte Franz den Kaiser" komponiert und zum ersten Mal 1797 aufgeführt. (Der Text für das Deutschlandlied wurde von Hoffmann von Fallersleben 1841 auf Helgoland geschrieben). 1922 wurde es die Nationalhymne für Deutschland. Im März 1952 erklärte Bundespräsident Theodor Heuss die dritte Strophe des Deutschlandliedes zur Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.

Im Alter von 66 Jahren schrieb Joseph Haydn das Oratorium "Die Schöpfung" und 1801 das Oratorium "Die Jahreszeiten" - Werke, die Weltruhm erlangten und bis heute nichts von ihrer Schönheit verloren haben.

Nach seiner Heimkehr aus London beschäftigte Haydn der Gedanke, seinem Land mit einem großen Oratorium etwas Ähnliches zu bieten, wie Händel es den Engländern geschenkt hatte. Gottfried van Swieten, holländischer Abstammung und Direktor der Wiener Hofbibliothek, begeisterte sich für die Idee und brachte in kurzer Frist ein "Patronatskomitee" zusammen. Zwölf Männer des österreichischen Hochadels überreichten Haydn ein Honorar von 500 Gulden, damit er sich völlig ungestört der großen Aufgabe hingeben könne.

Swieten verfasste das Textbuch, das auf der Erschaffungsgeschichte der Welt beruht, wie die Bibel sie schildert. Haydn stürzte sich, begeistert wie selten, in die Arbeit. Die vermutlich das ganze Jahr 1797 ausgefüllt hat. Am 6. April kann Haydn einem der Gönner, dem Fürsten Schwarzenberg, die Vollendung des großen Werkes melden. In dessen prächtigen Wiener Palast wurde die Uraufführung vorbereitet. Auch hier, wie bei den bedeutendsten Werken Mozarts und später Beethovens, ist die Vorbereitungszeit unfassbar kurz. "Die Schöpfung" erklingt zweimal, am 29. und 30. April 1798, beide Male vor geladenen Gästen. Zum ersten Mal öffentlich, wie es Haydns sehnlichster Wunsch war, im Hofburg-Theater am 19. März 1799.

Vor beiden Auditorien war der Erfolg überwältigend. Die Verbreitung des Werks ging mit Windeseile vor sich, bald gab es keine bedeutende Stadt in Europa, in der Haydns Meisterwerk noch nicht erklungen war. Sein Ruhm, in Fachkreisen und bei echten Musikliebhabern seit Jahrzehnten unbestritten, erreichte nun Dimensionen echter Volkstümlichkeit.

Joseph Haydn hatte während seines Lebens viele Ehrungen erfahren. Einer seiner schönsten Tage aber war wohl der 27. März 1808. "Die Schöpfung" wurde im Festsaal der Alten Universität von Hofkapellmeister Salieri dirigiert. Joseph Haydn wird mit einer fürstlichen Kutsche abgeholt und auf einem geschmückten Thronsessel in den Saal getragen. Ein Tusch des Orchesters begrüßt ihn. Das zahlreiche Publikum bricht in einen rauschenden Jubel aus, Tücher werden geschwenkt. Dies war der Abschied von Joseph Haydn, sein letztes Erscheinen in der Öffentlichkeit.

Im Herbst 1808 zieht Sigismund Neukomm zu ihm und bleibt bis zu seinem Tod bei ihm. Am 7. Februar schreibt Joseph Haydn sein Testament. Als Joseph Haydn am 31. Mai 1809 in Wien starb, stand die Kaiserstadt im Zeichen der Besetzung durch die Franzosen, und da in Zeiten, in denen die Waffen sprechen, die Musen schweigen müssen, fand sein Begräbnis in aller Stille statt. Mit allen Ehren, doch ohne großes Aufsehen wurde dieser große Komponist auf dem Hundsturmer Friedhof begraben. Auf Haydns letzten Wunsch erklang das "Requiem" von Wolfgang Amadeus Mozart. Am 15. Juni wurde in der Wiener Schottenkirche ein feierlicher Gottesdienst für Joseph Haydn abgehalten. Die Stadtmiliz stand Spalier und auf Befehl von Napoleon waren französische Soldaten zur Ehrenbezeugung abkommandiert.

Sein Leichnam ruhte auf dem Friedhof - angeblich unberührt und auch vom Hause Esterházy, dem er sein Leben lang gedient hatte, unbeachtet - über ein Jahrzehnt lang. Erst 1820, nachdem der Herzog von Cambridge nach einer Aufführung des Haydn - Oratoriums "Die Schöpfung", der er anlässlich eines Besuches in Eisenstadt beigewohnt hatte, ausgerufen haben soll: "Wie glücklich der Mann, der diesen Haydn im Leben besessen hat und noch im Besitz seiner irdischen Reste ist!", ist das Haus Esterházy wieder auf seinen Diener aufmerksam gemacht worden und beschloss, Haydns Gebeine nach Eisenstadt überführen zu lassen.

Doch als man Haydns Grab öffnete, war die Überraschung groß, denn man musste feststellen, dass der Schädel des Komponisten fehlte. Die eingeleiteten Erhebungen enthüllten Grausiges:

Man stellte fest, dass der fürstlich Esterházysche Sekretär Joseph Carl Rosenbaum - ein musischer Mensch, aber auch ein fanatischer Anhänger der "Gall´schen Schädellehre", die die Meinung vertrat, dass die genialen Fähigkeiten eines Menschen im Schädel ihren Sitz haben und so nachweisbar sind - den Totengräber Jakob Demut bestochen und den Gefängnisverwalter Johann Peter sowie die Wiener Beamten Ignaz Ullmann und Michael Jungmann beauftragt hatte, acht Tage nach Haydns Begräbnis das Grab zu öffnen und dem Leichnam den Kopf abzutrennen.

Sie erfüllten den Auftrag so genau, dass es trotz aller Nachforschungen zunächst nicht möglich war, den Aufbewahrungsort des Haydn - Schädels zu eruieren, so dass Joseph Haydns Leichnam zunächst ohne Cranium nach Eisenstadt überführt und in einer Gruft unter der Bergkirche bestattet wurde.

Ein Schädel, der später von Johann Peter als "Haydn - Schädel" der Polizei übergeben wurde und in aller Stille in Eisenstadt zu Haydns Gebeinen in den Sarg gelegt wurde, erwies sich als falsch, denn der echte Schädel befand sich im Besitz von Joseph Carl Rosenbaum, und dieser übergab ihn auf dem Totenbett seinem Freund Peter mit dem Auftrag, die Reliquie dem Musikkonservatorium zu vermachen.

Doch es dauerte noch eine Weile, bis der Schädel Joseph Haydns ein Museumsobjekt wurde. Auch die Witwe Peters wagte aus Angst vor polizeilicher Verfolgung nicht, den Schädel dem Wiener Musikverein auszuhändigen, sondern übergab ihn dem Arzt Dr. Karl Haller. Dieser gab ihn dem Anatom Rokitansky weiter, und erst dessen Erben vollstreckten das testamentarische Vermächtnis und übertrugen den Schädel der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, die ihn Jahrzehnte hindurch als kostbares Schaustück ihres Museums aufbewahrte.

Die Gruft in Eisenstadt wartete inzwischen. 1909, anlässlich des 100. Todestages von Joseph Haydn, öffnete man sie, und nachdem man sich überzeugt hatte, dass der Leichnam Haydns unversehrt war, soll, wie ein Augenzeuge berichtet, die Fürstin Esterházy den Befehl gegeben haben, den Gruftdeckel zu schließen. "Für immer, auf dass Haydn ruhen könne."

Nun, er ruhte noch lange nicht. Denn 1932, anlässlich seines 200. Geburtstages, setzten wieder Bestrebungen ein, den Schädel des Komponisten mit dem Körper zu vereinen. Die Gesellschaft der Musikfreunde schien durchaus geneigt, sich von ihrer Reliquie zu trennen und das Haus Esterházy erwies sich seinem treuen Diener gegenüber generös und errichtete ihm in der Eisenstädter Bergkirche ein Mausoleum, in dessen Sarkophag Joseph Haydn 123 Jahre nach seinem Tod endlich seine letzte Ruhestätte finden sollte.

Alles war vorbereitet, doch im letzten Augenblick wurde das Vorhaben verhindert. Der Musikwissenschafter Dr. Otto Biba von der Gesellschaft der Musikfreunde begründete dies damit, dass die Gesetze in der Bundeshauptstadt Wien den Transport von Leichenteilen über die Stadtgrenzen hinaus verboten hätten und widerlegte damit Gerüchte, wonach sich die Musikfreunde den Schädel Joseph Haydns abkaufen lassen wollten.

Der Sarkophag blieb leer, bis 1954 das Burgenland "seinen" großen Sohn heimholen konnte in die Stadt, in der er über drei Jahrzehnte lang gewirkt und den Großteil seines unvergänglichen Werkes geschaffen hat. Das Burgenland bereitete Joseph Haydn einen triumphalen Empfang. Die "musikalische Leithalinie" entlang und durch Eisenstadt, an seinem Wohnhaus und am Schloss vorbei, führte der Weg des Schädels, und in einem Festakt vereinte ihn dann in der Bergkirche Gustinus Ambrosi mit den Gebeinen des Komponisten.

Joseph Haydn war heimgekehrt und hatte nach 145 Jahren seine letzte Ruhestätte gefunden. Eine Ruhestätte, die in den Jahren, die seither vergangen sind, Ziel der Pilgerschaft für Hunderttausende Verehrer des Komponisten geworden ist, eine Ruhestätte, zu der auch in den nächsten Jahren Tausende kommen werden, um Joseph Haydn nahe zu sein und Zwiesprache zu halten mit ihm und seiner Musik ....

 

Haydn-Haus

Der Name Joseph Haydn ist untrennbar mit Eisenstadt (Burgenland) verbunden. Ab dem Jahr 1761 wirkte er mehr als vierzig Jahre als Kapellmeister am Esterházyschen Hof. Fünf Jahre nach seiner Bestellung erwarb Joseph Haydn ein barockes Bürgerhaus in der heutigen Haydngasse 21, das er 12 Jahre lang bewohnte.

Das Haydn-Haus zählt zu den umfassendsten Musiker-Gedenkstätten in Österreich. "Zimmer und Küche" sind wie zu Lebzeiten Joseph Haydns eingerichtet. Das Haydn-Haus zeigt auch besondere Raritäten wie einen Hammerflügel von 1780 und den Orgeltisch aus der Bergkirche von 1797. Erst- und Frühdrucke seiner berühmtesten Werke wie z.B. des Oratoriums "Die Schöpfung" sowie Abbildungen und Büsten machen den Menschen Joseph Haydn und seine Musik hautnah erlebbar.

Haydn-Haus Eisenstadt
Tel.: +43 (0)2682 719-3900
management@haydnhaus.at
www.haydnhaus.at

 

Haydn-Kräutergarten

Der Haydn-Kräutergarten stellt eine wahre Rarität dar. Mit dem Wohnhaus in Eisenstadt hatten Joseph Haydn und seine Frau Anna Aloysia auch ein "Kuchlgärtl" außerhalb der Stadtmauern erworben. Die Familie Haydn machte diesen kleinen Garten zu einem Blumen- und Kräuterparadies.

Es ist gut vorstellbar, dass der Komponist hier Ruhe und Erholung gefunden und gelegentlich auch komponiert hat.
Der Kräutergarten der Familie Haydn ist auch heute ein besonderes Dufterlebnis. Musik und der Geruch der frischen Blumen und Kräuter liegen in der Luft. Der Schaugarten mit den bekanntesten Pflanzen aus der Haydn-Zeit spricht alle Sinne an. Inmitten diese romantischen Duft- und Blütenmeeres können Sie jahrhundertealte Rezepte und Kräutergeheimnisse erfahren.

 

Haydn-Kirche

1715 wird der Grundstein gelegt. Doch die Bauarbeiten verzögern sich. Als schließlich 1782 die Wallfahrten unter Josef II. verboten werden, erlischt das religiöse Leben fast vollständig. Die Franziskaner, die ein großes Kloster neben dem Kalvarienberg bewohnen, werden vertrieben, das Kloster aufgelöst, der Kalvarienberg verfällt. Beim Bau der Kirche wird nur die Apsis vollendet. Sie stellt heute die eigentliche Bergkirche dar. Der barocke harmonische Kirchenraum gleicht durch die Rundung eher einem Theater. Über dem Hochaltar wird ein großes Bild, eine Kopie von Stefan Dorffmeister, "Mariä Heimsuchung", nach dem Patrozinium der Kirche, angebracht. Die Decke schmücken Fresken von Christian Köpp aus dem Jahr 1772. Auch die große Orgel stammt aus dieser Zeit. Neben der kleinen Orgel in der Gnadenkapelle gehört sie zu jenen sieben Orgeln in Eisenstadt, die Joseph Haydn selbst bespielte.

1820 wurden Haydns sterbliche Überreste in die Gruft der Bergkirche zu Eisenstadt überführt. Im Jahre 1932 ließ Fürst Dr. Paul Esterházy in der Kirche das Haydn-Mausoleum errichten. 12 Jahre später gab die Gesellschaft der Musikfreunde den Schädel heraus und er wurde mit den übrigen Gebeinen in einem Marmorsarkophag im Haydn-Mausoleum beigesetzt.

Eine zweite Haydn-Kirche befindet sich in Mariahilf, dem 6. Bezirk von Wien. Vor ihr steht ein bekanntes Haydndenkmal aus der Zeit um 1820. In dieser alten Wallfahrtskirche, die dem Bezirk den Namen gab, werden häufig Oratorien und andere Werke Haydns aufgeführt. Der Chor dieser Haydnkirche tritt auch an anderen Kunststätten auf, umgekehrt sind oft international bekannte Künstler hier zu Gast.

Propstei- und Stadtpfarre Eisenstadt - Oberberg
Haydnplatz 1
7000 Eisenstadt
Tel.: 02682 / 6 26 38
Fax.: 02682 / 6 26 38 - 4
pfarre@haydnkirche.at
 


 

 

 

 

 

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