Friedensreich
Hundertwasser Dunkelbunt
und Regentag
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"It's
everything there for being happy on earth - we have snow and
a new morning every day, we have trees and rain, hope and
dreams, we are rich" |
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Für seine
goldenen Zwiebeltürme, strahlenden Mosaiken und leuchtenden
Spiralen von einem Millionenpublikum geliebt, von Kunstkritikern
als "Behübscher" und "Zuckerbäckerarchitekt" belächelt, rief der
Kunstmaler, Architekt und Zivilisationskritiker Friedensreich
Hundertwasser Kontroversen hervor.
Friedensreich Hundertwasser
wurde 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren, wo er auch
sein Kindheit und Jugend verbracht hat. Als Sohn einer Jüdin
waren die Kriegsjahre eine schwere Zeit für ihn, dennoch begann
er gerade in diesen Jahren damit, die Natur zu malen. Der
Grundstein für seine späteres leidenschaftliches Bestreben war
gesetzt. Das Streben nach einem Leben in Einklang und Harmonie
mit der Natur.
Nachdem Friedensreich
Hundertwasser 1948 maturiert und danach kurze Zeit die Akademie
der bildenden Künste in Wien besucht hatte, begann er andere
Länder zu bereisen, u.a. die Toscana und Frankreich. In Paris
entschied er sich 1949 für den Namen Friedensreich
Hundertwasser, unter dem er später große Berühmtheit erlangen
sollte.
Zuvor hatte er seinen Namen
immer wieder geändert, so nannte er sich zum Beispiel gerne
Dunkelbunt oder Regentag. Die zahlreichen Reisen des Meisters
führen ihn auch nach Neuseeland. Für dieses Land entwickelt er
eine besondere Vorliebe, und es wurde ihm zur zweiten Heimat.
Friedensreich Hundertwasser - ein Meister im wahrsten Sinne des
Wortes, ein Multitalent, das sich als Maler, Architekt und
Ökologe mit seinen außergewöhnlichen Manifesten in aller Welt
einen Namen machte. Auch Vertreter der Gemeinde Wien waren
angetan von den Werken Hundertwassers, und so beauftragten sie
ihn mit dem Entwurf eines Hauses der besonderen Art:
Hundertwasser sollte das Gebäude Ecke Löwengasse/Kegelgasse im
3. Wiener Gemeindebezirk nach seinen eigenen Ideen neu
gestalten. Er nahm diesen Auftrag mit Begeisterung an, da er nun
endlich die Gelegenheit hatte, seine Vorstellungen eines Natur-
und menschengerechten Großstadtwohnhauses in die Tat umzusetzen.
Seiner Meinung nach sollte ein perfektes Haus Teil der Natur
sein, eine Art "lebende Skulptur", prachtvolle, königliche
Elemente enthalten, in den buntesten Farben schillern, jeder
einzelne Gebäudeteil sollte wirklich nützlich sein und beim Bau
selbst sollten alte Materialien im Sinne von Recycling
wiederverwertet werden.
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1979 fertigte Hundertwasser das
erste Modell des Hauses aus Streichholzschachteln an. Ein Jahr
später entstand ein korrektes Modell.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, einen geeigneten Architekten
zu finden, der Hundertwasser assistieren sollte, wurde
schließlich Dipl.-Ing. Peter Pelikan mit dieser Aufgabe
beauftragt. Die Grundsteinlegung des Hauses, das in
Ziegelbauweise gebaut wurde, erfolgte am 16.08.1983.
1985 wurde das Haus bereits fertig gestellt. Der Meister selbst
hatte das ganze Jahr über auf der Baustelle mitgearbeitet und
mit viel Liebe zum Detail Fliesen, Steine und Ziegel ausgesucht.
Das Interesse der Öffentlichkeit an diesem außergewöhnlichen
Haus war von Anfang an enorm. Am Tage der offenen Tür wurden
1986 7.000 Besucher gezählt. Das Hundertwasser - Haus zählt nach
wie vor zu den Gebäuden, die international die größte
Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Kalt lässt das Haus kaum
jemanden: Für einige ist es bloß eine billige Nachahmung des
spanischen Architekten Antonio Gaudi, für die meisten jedoch ist
es ein architektonisches Meisterwerk, eine farbenfrohe Oase der
Harmonie inmitten der eintönig grauen Tristesse einer Großstadt.
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Im Kunsthaus,
welches Friedensreich Hundertwasser umgestaltete, werden seit
1991 viele Werke des Meisters und anderer Künstler ausgestellt.
Auch das " Village", das in der Nähe des Hundertwasserhauses
steht, und in dem sich ein kleines Einkaufsdorf befindet, wurde
1991 nach Entwürfen von Hundertwasser umgestaltet.
Mit der Umgestaltung der Müllverbrennungsanlage Spittelau in
Wien, ist Hundertwasser den Beweis angetreten, dass sogar
Industriebauten, welche ansonsten ja für ihre Hässlichkeit
bekannt sind, das Auge erfreuen können.
Bei der Autobahnraststätte Bad Fischau, 45 km südlich von Wien,
gestaltete Hundertwasser die Fassade und das Innere des
Gebäudes. Seither stellt dieses Gebäude für Besucher eine
angenehme Abwechslung zu den üblichen Raststätten dar.
Hundertwasser
ist wohl der bekannteste österreichische Maler und Grafiker der
Gegenwart. Seine dekorative Malerei fand seit den 70er Jahren
außergewöhnliche, weltweite Verbreitung. Er malte leuchtende
Spiralen, traumhaft anmutende Städte, mundförmige Boote,
spitzzähnige Zäune, kugelförmige Bäume und Blumen, "beseelte"
Fenster und Häuser. Auffallend sind vor allem seine Farben. Sein
Pinsel zaubert phantastische bunte Welten, die das Auge betören,
aber nie störend oder schrill wirken.
Friedrich Stowasser,
Hundertwasser, Friedensreich, Regentag oder Dunkelbunt - dem
Reichtum seiner Namen entsprechen seine vielseitigen Tätigkeiten
als Maler, Grafiker, Architekt und Ökologe.
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Seinem Selbstverständnis als »Bewusstmacher von Identitäten« und
kritischer ökologischer Streiter folgend, sah sich Hundertwasser
als Erneuerer des Wiener Jugendstils, als ein zeitgenössischer
Gustav Klimt oder Egon Schiele. Tatsächlich stehen seine Dekors
in der Tradition des Wiener Jugendstils vor dem Ersten
Weltkrieg. Die selten einer schlüssigen Logik folgenden
Bildkompositionen sind von einer organischen Qualität, die er
ebenfalls in den Entwürfen für eine Reihe von Bauprojekten
umsetzen konnte, und zwar als Gegenentwurf zu einer
»entmenschlichten« Architektur. Sein bekanntestes Bauwerk, das
Hundertwasserhaus in Wien, wurde am 17. Februar 1987 den Mietern
übergeben. Der österreichische Maler und Architekt Friedensreich
Hundertwasser starb am Samstag, den 19. Februar 2000 im Alter
von 71 Jahren an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Queen Elisabeth
II" an einem Herzversagen. Er wurde auf eigenen Wunsch in
Neuseeland begraben, wo er seit langem lebte.
Hundertwasser ist
wohl einer der bekanntesten, aber auch einer der umstrittensten
österreichischen Künstler.
Die
Häuser, die der österreichische Maler Friedensreich
Hundertwasser baute, machten ihn zu einem der populärsten
Künstler der Welt.
Mit Rücksicht auf
die Bewohner kann das Haus zumeist nur von außen besichtigt
werden. Das nahegelegene KunstHausWien, ein von Hundertwasser
zum Museum umgestalteter Altbau, steht hingegen zur Besichtigung
offen.3., Löwengasse/Kegelgasse.
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