Salzburg, Stadt
der Dichter und Dirigenten, der Komponisten und des Barock.
Salzburg verstand es schon immer, Tradition und Innovation zu
verbinden. Darüber hinaus bietet die Stadt mit der berühmten
Festung eine grandiose Kulisse für große Werke. Die Salzburger
Festspiele gelten als das renommierteste Musik- und
Theaterfestival weltweit.
Gemessen an seiner Größe, ist
Salzburg wahrscheinlich die berühmteste Theaterstadt der Welt.
In den Monaten Juli und August blickt die kulturinteressierte
Welt nach Salzburg oder gibt sich in der Mozartstadt ein
Stelldichein. Der Hang zu Festspielen war in Salzburg immer sehr
groß. Schon im Mittelalter wurden große Mysterienspiele
aufgeführt und oft tagelang dauernde Kostümfeste.
Fürsterzbischof Colloredo machte diesem Treiben dann ein jähes
Ende. Er ließ viele Bräuche verbieten und stellte fast alle
Feiern ein.
 |
Erst im 19. Jahrhundert kam es im
Zuge der Romantik zu einem Wiederaufleben vieler Bräuche. So
besann man sich auch darauf, dass Salzburg die Geburtsstadt von
Wolfgang Amadeus Mozart; ist. Es fanden Mozartfeiern und Umzüge
zu Ehren Mozarts statt. Als 1887 anlässlich der "100 Jahr
Jubiläumsfeier" von Don Giovanni; der Dirigent Hans Richter die
Stadt Salzburg rügte, sich der Mozarttraditon würdig zu zeigen,
war die Idee für Festspiele in Salzburg geboren. Verwirklicht
jedoch wurde diese erst Jahre später von Hugo von Hofmannsthal
und Max Reinhardt.
Die Nutzung der Felsenreitschule als Spielstätte und der Bau
eines Festspielhauses ermöglichten professionelle
Aufführungsbedingungen und eine Ausweitung des Spielplanes in
den folgenden Jahren. So wurde Salzburg bald zum Treffpunkt der
besten Regisseure, Dirigenten, Schauspieler und Sänger ihrer
Zeit. Künstlerisch maßstäbliche Aufführungen in den Sparten
Oper, Schauspiel und Konzert anzubieten, die über sechs
Sommerwochen lang veranstaltet werden in einer Stadt, deren
barocke Architektur selbst bereits die schönste Kulisse bildet:
dies ist die Idee der Salzburger Festspiele.
Hier geben sich, wer immer Rang und Namen hat – Dirigenten,
Regisseure, Sänger, Schauspieler und Virtuosen von Weltruf – in
Salzburg ein Stelldichein. Viele beliebte, aber auch weniger
bekannte und noch zu entdeckende Opern und Bühnenstücke werden
neu inszeniert: Dazu gehören unter anderen Mozarts „Die
Entführung aus dem Serail“, Jacques Offenbachs „Les contes
d’Hoffmann“, „Die ägyptische Helene“ von Richard Strauss sowie
die Uraufführung von Hans Werner Henzes „L’Upupa“.
Bevor aber Opern,- Schauspiel und Konzertbühnen ihren Vorhang
öffnen, ist das Fest zur Festspieleröffnung ein absolutes Muss.
Dabei signieren Festspielkünstler Autogrammkarten und es gibt es
auf allen Plätzen der Altstadt vom Jazz über Pop bis hin zur
Klassik alles zu hören. Am Ufer der Salzach stehen verschiedene
Attraktionen für Neugierige bereit. Höhepunkt und zugleich
Abschluss des Tages ist der feierliche Fackeltanz in der
beleuchteten Kulisse der Salzburger Altstadt.
 |
Jedermann
Das klassische Stück der
Salzburger Festspiele ist der "Jedermann". Das Spiel vom
Sterben des reichen Mannes, entstand nach einer Vorlage des
englischen Mysterienspiels Everyman aus dem 15. Jh. Die
Uraufführung erfolgte 1911 unter der Regie Max Reinhardts in
einem Berliner Zirkus vor 5.000 Menschen und fand nur geteilten
Beifall.
Jeden Sommer, wird auf dem Salzburger Domplatz der
Klassiker aufgeführt. Es ist ein Höhepunkt in jeder
Schauspielerkarriere am Jedermann der Festspiele mitzuwirken.
Die Namen reichen von Alexander Moissi, Attila Hörbiger, Walter
Reyer über Curd Jürgens, Maximilian Schell und Klaus Maria
Brandauer, bis zu Helmut Lohner und Gert Voss. Das von Hugo von
Hofmannsthal zwischen 1903 und 1911 geschrieben Stück geht
zurück auf vergleichbare Stücke aus dem 16. Jahrhundert.
Der reiche Jedermann, der Gott gering achtet, dafür seinen
eigenen Reichtum vergöttert, wird plötzlich aus dem Irdischen
abberufen. Und plötzlich ist der Vielgeliebte ohne Freunde und
ohne Geld. Nur seine Guten Werke und sein Glaube begleiten den
Sünder auf seinem Weg vor Gottes Thron.
Die unvergleichliche Kulisse des Salzburger Doms mit seiner
prächtigen Fassade lässt jede Festspielaufführung des
"Jedermanns" zu einem unvergesslichen Erlebnis für jeden
Zuschauer werden. Wenn der Jedermann auch oft umstritten ist und
war, ein unglaublicher Theatererfolg ist er allemal.

|
Chronologie
Die erste Veranstaltung war am
22. August 1920 - Max Reinhardts Urinszenierung des
"Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal vor dem Salzburger
Dom. Von Anfang an stand Mozart im Zentrum.
1922
Erste Opernvorstellungen
1924
Aus
Geldmangel keine Festspiele
1925
Eröffnung des Festspielhauses. Erste Rundfunkübertragung,
Bruno Walter dirigiert "Don Pasquale"
1928
Erstmals "Die Zauberflöte"
1929
Erstmals "Der Rosenkavalier"
1931
Budapester Philharmoniker gastieren als erstes
ausländisches Orchester. Erste
Festspielübertragungen in die
Vereinigten Staaten.
 |
1933
Die Hitler-Regierung verhängt eine Visumgebühr von 1000
Mark für Reisen nach Österreich. Nur
noch 874 deutsche
Festspielgäste gegenüber 15.681 im
Vorjahr
1934-1936
Toscanini dirigiert
1937
Furtwängler dirigiert erstmals
1938
Anschluss Österreichs an Deutschland. "Jedermann" und
"Faust" werden abgesetzt. Toscanini
sagt seine Mitwirkung
bei den Festspielen aus politischen
Gründen ab.
1943
Umbenennung in "Salzburger Theater- und Musiksommer".
Am 31. Oktober stirbt Max Reinhardt
in New York.
1944
Wegen
des "totalen Kriegseinsatzes" werden nur zwei
Orchesterkonzerte aufgeführt.
1945
Einzug der amerikanischen Truppen. "Die Entführung aus
dem Serail" als erste gemeinsame
Aktion der vier
Besatzungssender in ganz Österreich
ausgestrahlt, erste
Radioübertragung aus Europa in die
USA nach dem Zweiten
Weltkrieg.
1946
Wiederaufführung des "Jedermann"
1950
Bundesgesetz über die Errichtung des "Salzburger
Festspielfonds" bietet eine solide
wirtschaftliche Basis.
Verleihung der österr.
Staatsbürgerschaft an Bert Brecht für
die Zusage zur Mitarbeit an den
Festspielen (auf Intervention
Gottfried von Einems 1947/48) und für
das begonnene
Auftragswerk "Salzburger Totentanz".
Brechts Übersiedlung in
die DDR und das unvollendete
Festspielstück lösen einen
Skandal aus. In der Folge Ausschluss
Gottfried von Einems
aus dem Festspieldirektorium (31.
Oktober 1951).
1955
Kokoschka entwirft Ausstattung zur "Zauberflöte"
1956
Herbert von Karajan wird künstlerischer Leiter (bis 1960).
 |
1957
Berliner Philharmonisches Orchester ist ab nun alljährlich
Gastorchester (Karajan).
1960
Eröffnung des von Clemens Holzmeister erbauten Großen
Festspielhauses.
1964
Karajan in das Direktorium der Festspiele berufen.
1967
Beginn der Osterfestspiele Salzburg (Gründung und
Künstlerische Leitung: H. v.
Karajan).
1973
H. v. Karajan gründet die Pfingstkonzerte Salzburg.
1988
Karajan legt seine Funktion im Direktorium zurück.
1989
Tod von Karajan. Landesmann, Mortier, Wiesmüller im
Direktorium.
1996
Eröffnung des neurenovierten "Schüttkasten" am H. v.
Karajanplatz (Kartenbüro, Archiv,
Probensaal,
Ausstellungsraum). Eröffnung des
Festspiel-Shops. Mortier
gründet das "European Art Forum".
1997
Gründung der ab 1998 jährlich stattfindenden Salzburger
Festspiele Pfingsten Barock.
Künstlerische Leitung: Hans
Landesmann. |
Spielstätten
Der Berliner Architekt Hans
Poelzig plante nach dem ersten Weltkrieg für den Park in
Hellbrunn ein Festspielhaus in der Form einer riesigen
Tropfsteingrotte. Seine Entwürfe wurden in den letzten Jahren in
mehreren Jugendstilausstellungen in Erinnerung gerufen. Die 1922
erfolgte Grundsteinlegung hatte jedoch keine Folgen. Vielmehr
erhielt der Salzburger Architekt Eduard Hütter den Auftrag, den
jüngeren Teil des damaligen Reitschulkomplexes in der
Hofstallgasse zu adaptieren. 1925 stand das provisorische
Festspielhaus zur Verfügung. Doch schon 1926 konnte das von
Architekt Clemens Holzmeister geplante Festspielhaus mit dem von
Anton Faistauer ausgemalten und heute noch bestehenden Foyer
seiner Bestimmung übergeben werden. Landeshauptmann Dr. Franz
Rehrl, der mehrmals die Existenz der Festspiele retten musste,
war auch die treibende Kraft für den nächsten Umbau, der vor
allem auf Wunsch Arturo Toscaninis zustande kam. 1937/38
errichtete Holzmeister an der St. Peter zugewandten Seite den
heute noch bestehenden Bühnenbau.
 |
Das Haus konnte 1680 Zuschauer
aufnehmen. Doch schon 1938, nach dem Anschluss, erhielt der
Reichsbühnenbildner Benno von Arent den Auftrag zu einer
Neugestaltung, die dann vom derzeit bestehenden Kleinen
Festspielhaus der Salzburger Architekten Hans Hofmann und Erich
Engels abgelöst wurde. Das 1963 eröffnete Theater fasst 1324
Sitz- und 60 Stehplätze. Die Felsenreitschule mit ihrer
unvergleichlichen Salzburger Atmosphäre wurde 1926 durch
Reinhardt ins Festspielgeschehen einbezogen. Nach der von
Holzmeister 1968/70 durchgeführten Adaptierung enthält sie 1549
Sitzplätze. Das Große Festspielhaus, die bedeutendste Leistung
Holzmeisters, wurde von Herbert von Karajan angeregt. Die Bühne
des großen Festspielhauses ist die größte Bühne der Welt,
sie hat eine Breite von 100 Metern. Neben dem großen
Festspielhaus werden noch die nachfolgenden Spielstätten in das
Spielgeschehen einbezogen.
DAS KLEINE FESTSPIELHAUS
Das kleine Festspielhaus wurde in
den 30er Jahren errichtet und hat eine 24 Meter breite Bühne und
ist etwa 24 Meter tief. Der Zuschauerraum hat ein
Fassungsvermögen von 1.324 Sitzplätzen und 60 Stehplätzen. 1963
wurde mit Mozarts "Figaros Hochzeit" eröffnet. Mit dem kleinen
Festspielhaus, sollte eine optimale Kulisse für Mozarts große
Werke geschaffen werden.
DIE
FELSENREITSCHULE
Die Spielstätte ist
als Freilichttheater konzipiert. Der Bühnenboden ist
ähnlich dem des kleinen Hauses. Das heißt, er ist abbaubar. Um
auch bei Schlechtwetter den Spielbetrieb während der
Festspielzeit ungestört aufrecht erhalten zu können, ist seit
1973 eine mobile Überdachung zwischen Zuschauerraum und
Mönchsberg vorhanden.
DER KARL BÖHM
SAAL
Der Karl Böhm Saal dient
hauptsächlich als Pausenraum und bildet einen optimalen Rahmen
für Empfänge, Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen. Er ist
die Verbindung zwischen dem kleinen Festspielhaus und der
Felsenreitschule.
DER DOMPLATZ
Seit 1920 ist hier der Schauplatz
von Hugo von Hofmannsthals "Jedermann". Die Zuschauertribüne ist
für 2.111 Sitzplätze eingerichtet. Bei schlechtem Wetter dient
das Große Festspielhaus als Ausweichquartier.
DER RESIDENZHOF
Im Residenzhof werden seit den
fünfziger Jahren, mit Unterbrechungen, Aufführungen dargeboten.
Seit 1993 wird er von den Salzburger Festspielen wieder
verstärkt als Spielstätte genutzt. Derzeit ist die
Zuschauertribüne für 780 Personen vorgesehen. Seit 1997 ist eine
Bespielung auch bei Schlechtwetter durch eine Überdachung
möglich.
PERNER-INSEL
HALLEIN
Die Spielstätte
besteht aus einem Raum mit variabler Bestuhlung für bis zu 800
Besucher. Um optimale Sprachverständlichkeit zu erreichen, wird
die Raumakustik jeweils durch variable Wandverkleidungen und
Deckenreflektoren verändert.
DER SCHÜTTKASTEN
Das modere
Kommunikationszentrum beherbergt das Kartenbüro der Salzburger
Festspiele, das Festspiel- und das Max-Reinhardt-Archiv, das
Salzburger Literaturarchiv und im Untergeschoß einen großen
Ausstellungsraum. Es finden dort auch Orchester- sowie auch
szenische Proben statt.
GROSSER SAAL DES
MOZARTEUMS
Das 1910-14 im Münchner
Jugendstil erbaute Mozarteum an der Schwarzstraße besitzt zwei
Konzertsäle und ein Verwaltungsgebäude mit der weltbekannten
"Bibliotheca mozartiana". Der auch von den Salzburger
Festspielen benutzte Große Konzertsaal des Mozarteums besitzt
800 Plätze im Parterre und Rang. Er ist ein vollkommenes Werk in
gekonnter Abstimmung der Maße und Flächeneinteilungen. Lockere
Heiterkeit und festliche Prägung sind hier eindrucksvoll
gepaart. Es scheint, dass der Geist des 18. Jahrhunderts darin
eingehaucht ist. Das Mozarteum, eines der schönsten Häuser
Salzburgs, ist allerdings strikt von der Universität Mozarteum
zu trennen.
DAS SALZBURGER
LANDESTHEATER
Am heutigen Makartplatz wurde
1775 das fürsterzbischöfliche Hoftheater, ganz im Sinne der
Aufklärung, von Erzbischof Colloredo öffentlich zugänglich
gemacht. Mozart erlebte hier seine ersten Theatereindrücke.
Emanuel Schikaneder, der Textdichter der "Zauberflöte", war
einer der ersten Direktoren. Zwischen 1784 und 1803 kamen sechs
Mozartopern zur Aufführung. Max Reinhardt, der Initiator und
künstlerische Kopf der Salzburger Festspiele, trat hier im
Gründungsjahr sein erstes Engagement als Schauspieler an. Seit
Gründung der Festspiele im Jahr 1920 wird das Salzburger
Landestheater in der Sommerpause für Festspiel-Produktionen
genutzt. Das Landestheater verfügt über 700 Sitzplätze.
Weitere
Informationen:
Salzburgfestival
Hofstallgasse 1
Postfach
140
A-5010 Salzburg
Kartenbüro:
Postfach 140, A-5010 Salzburg
Tel.: +43-662-8045-500
Fax: +43-662-8045-555
info@salzburgfestival.at
|