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MOZART-RADWEG


    Auf den Spuren des Musikus

 

Jetzt kann man nach Mozart strampeln! Auf die Drahtesel, fertig, los! Kulturradeln könnte man das nennen, was auf dem Mozartradweg angeboten wird. Der 410 Kilometer lange Rundweg führt von Salzburg durch Bayern und Tirol wieder zurück in die Mozartstadt.

 

Die Rundstrecke folgt den Spuren des einstigen Wunderknaben in und um seine Geburtsstadt Salzburg und geht grenzüberschreitend durch Salzburg, Bayern und Tirol. Die Strecke, die um die schönsten Seenlandschaften Österreichs und Bayerns führt, ist überwiegend flach. Lediglich zwischen Inntal und Salzburg geraten ungeübte Biker bisweilen außer Atem. Eine Tour auf den Spuren von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) macht den naturnahen Sport gleichermaßen zum Kulturerlebnis. So führt der mit dem Mozartkopf gekennzeichnete Weg nach St. Gilgen. Dort das Bekenntnis: „Mozart selbst war nie da.“ Was macht das schon! Im Ort, malerisch eingebettet zwischen Berg und See, finden sich Spuren des Großvaters, der ihm künstlerisches Talent und Vornamen vererbte, von der Mutter, die 1720 hier geboren wurde, und von Schwester Nannerl, die hier heiratete. Die Bezeichnung „Mozartdorf am Wolfgangsee“ scheint doch berechtigt.

Der Höhenunterschied nimmt sich mit 1400 Metern für die große Distanz eher bescheiden aus, auch wenn es dazwischen auf meist sehr kurzen Streckenabschnitten auch schon mal kräftig bergauf gehen kann. Familien mit etwas sportlicheren Kindern sollten die Tour dennoch bewältigen können. Der Großteil der Route verläuft auf verkehrsarmen Nebenstrecken. Entlang stärker befahrener Straßen finden sich meist kombinierte Geh- und Radwege. Eng und gefährlicher wird es nur manchmal in den Ortszentren, wo man das Rad aber ein kurzes Stück schieben kann. Und wem es einmal zuviel wird mit dem Pedalieren, der kann einen der markierten Verbindungswege benutzen, die etwas direkter und schneller von A nach B führen, sprich: Die Strecke lässt sich auch abkürzen.

Zentrum der Tour ist und bleibt Salzburg, das sich dem Radler aus einer völlig neuen Perspektive zeigt. Selbst die Fußgängerzone in der Altstadt darf befahren werden. Lediglich in der Getreidegasse mit Mozarts Geburtshaus ist es eng und Absteigen angeraten. Nach dem obligatorischen Halt im Tanzmeisterhaus am Markartplatz und beim überlebensgroßen Denkmal am Mozartplatz wäre ein Abstecher zu den Wasserspielen des Lustschlosses Hellbrunn gut. Die Hauptattraktion im Garten bringt den erhitzten Radler, der sich auf den steinernen Schemeln im römischen Theater ein wenig Ruhe gönnt, unvermutet Erfrischung. Fürsterzbischof Sittikus liebte Überraschungseffekte.

Auch Neumarkt am Walleersee, einst Poststation und Pferdewechsel an der österreichischen Grenze zu Salzburg, könnte Mozart auf dem Weg zwischen Wien und Salzburg passiert haben. 3720 Tage, fast ein Drittel seines kurzen Lebens, befand er sich auf Reisen. Schon zwischen 1762 und 1778 fuhren die Geschwister als Wunderkinder durch Europa. Mozart wäre sicher geradelt, wenn er das Fahrrad gekannt hätte. 1780 beklagt er sich in einem Brief an seinen Vater über die Postwagen und seinen Po – vermutlich feuerrot.

Im Ort Laufen, wo die Mozarts mit dem Erzbischof zusammentrafen, beginnt der bayerische Abschnitt, der zum Chiemsee und dem Kloster Seeon führt. Die Familie pflegte enge Beziehungen zu den Benediktinern. Die Klaviatur der Orgel, auf der Mozart 1780 nachweislich spielte und komponierte, ist noch zu sehen. Den Durst löscht der Radler am besten mit dem köstlichen dunklen Klosterbier.
In der St. Jakobs-Kirche zu Wasserburg erlernte das kleine „Wolferl“ das Orgelspiel.
In Bad Reichenhall hat der Kopf dann einen Durchmesser von etwa drei Metern. Dieser Mozartscherenschnitt steht im Kurgarten nahe dem rund 150 Meter langen Gradierwerk und erinnert an den mozartschen Halt auf den Italienreisen. Obwohl der Mozart-Radweg grenzenlos ist, weisen die Schilder unterschiedliche Farben auf – in Österreich Weiß auf Grün und in Bayern Braun auf Weiß. Nur der Kopf rollt immer mit.

Aber selbst wenn nicht überall die "Steine sprechen" und sich die Verbindung zu Mozart ohne weiteres herstellen lassen sollte, bietet die Strecke doch genug Anlass, die Augen offen zu halten und die Fahrt oder den Aufenthalt zu genießen: Alleine die zahlreichen Seen - seien es Chiemsee oder der Königssee, der Mattsee oder der Wallersee – sind der Erkundung wert. Bei schlechterem Wetter bieten verschiedene Museen ein Dach über dem Kopf: so etwa das Kleine Museum in Neumarkt am Wallersee, das Bajuwarenmuseum in Waging oder die berühmte Alte Saline in Bad Reichenhall. Das ebenfalls auf der Strecke gelegene Museum "Agri-Cultur" im Schaudorf Schleedorf zeigt, ebenso wie die dortige Bio-Schaukäserei, eine Schneiderei und eine Bäckerei, wie sich in der Gegend lebt und arbeitet, ein quasi naturbelassener Ort, in dem man den regionalen Traditionen auf Schritt und Tritt begegnet.

Auch wenn die Konzeption die Stadt Salzburg als Ausgangspunkt vorsieht: Da es sich um einen Rundkurs handelt, ist der Einstieg überall möglich. Die Erfinder raten aber, die Strecke in jedem Fall gegen den Uhrzeigersinn zu befahren. Mit dem Radweg wurden größtenteils bereits bestehende Nah- und Fernradwegen miteinander verbunden, deshalb gibt es entlang der Strecke bereits zahlreiche auf Radtouristen spezialisierte Hotels und Pensionen. Innerhalb einer Woche sollte der Weg zu bewältigen sein – einschließlich Kultur- und kulinarischer Stopps. Man kann auch eines der Pauschalangebote nutzen, die fünf oder acht-Tagetouren vorsehen.

Auch wenn man es nicht schaffen sollte, so wie Mozart rund ein Drittel seines Lebens auf Reisen zu verbringen, so ist der Mozartradweg doch mehr als ein 410 Kilometer langer Anlass, sich auf Spurensuche zu begeben.

Orte entlang der Strecke:

  • Wasserburg am Inn
  • Rosenheim
  • Waidring
  • Lofer
  • Bad Reichenhall
  • Salzburg
  • Bergheim / Maria Plain
  • St. Gilgen
  • Neumarkt am Wallersee
  • Schaudorf Schleedorf
  • Laufen an der Salzach
  • Schloss Triebenbach bei Laufen
  • Inzell
  • Waging am See
  • Kloster Seeon
  • Breitbrunn am Chiemsee
  • Amerang
  • Wasserburg am Inn

Gesamte Weglänge: ca. 410 km (äußerer Ring)

Streckenverlauf im Internet unter:
www.mozartradweg.com
 

 

 

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